Das Spiel zum Wochenende: Full Throttle Remastered

Das Spiel zum Wochenende: Full Throttle Remastered

Vollgas

12.08.2017
Nachdem Windows- und macOS-Nutzer bereits mit Biker Ben einen Mord aufklären durften, kommen jetzt endlich auch Linux-Nutzer in den Genuss der überarbeiteten Fassung eines Adventure-Klassikers aus den 1990er Jahren.

In einer nicht ganz so fernen Zukunft schweben nur noch langweilige Autos über die amerikanischen Highways. Zu den wenigen altmodischen Motorradfahrern gehören Ben und seine Gang Polecats. Mit ihren imposanten und chromblitzenden Feuerstühlen brettern sie über den schwarzen Asphalt. Das Leben könnte somit nicht besser sein, wäre da nicht die ziemlich miserable finanzielle Situation der Truppe. In einem einsamen Gasthaus am Highway trifft Ben mit seinen Jungs auf den bereits ziemlich ergrauten Unternehmer Malcolm Corley. Als Inhaber des letzten Herstellers von Motorrädern ist er gerade mit seinem Vizepräsidenten auf dem Weg zur Aktionärsversammlung. Kurzerhand bietet er den Polecats an, ihn werbewirksam auf die Versammlung zu begleiten. Dankend lehnt Ben das Angebot jedoch ab. Nur unwesentlich später wacht Ben mit Kopfschmerzen in einem Müllcontainer auf. Vom Unternehmer und den Polecats fehlt jede Spur.

Spieler haben die Wahl zwischen der aufpolierten Grafik …

Aufpoliert

Mit dieser Vorgeschichte beginnt das Adventure Full Throttle, hierzulande auch unter der deutschen Übersetzung Vollgas bekannt. Entwickler LucasArts veröffentlichte das Spiel bereits 1995, damals noch für das Betriebssystem MS-DOS. Full Throttle war zudem eines der ersten Adventures, das ausschließlich auf dem neuen Medium CD-ROM erschien, durchgehende Sprachausgabe bot und zudem noch mit einem Soundtrack der Rockband „The Gone Jackals“ aufwarten konnte. Als Projektleiter zeichnete damals Tim Schafer verantwortlich, der jetzt mit seiner Firma Double Fine Arts sein altes Adventure generalüberholt hat.

… und dem rund 20 Jahre alten Original.

Die Entwickler von Double Fine Arts haben insbesondere die Grafik aufpoliert, die jetzt auch hochauflösende 4K-Bildschirme berücksichtigt. Per Tastendruck lässt sich während des Spiels zwischen der neuen und der originalen Grafik umschalten. Als Bonus können Spieler in fast jeder Szene einen Audio-Kommentar abrufen, in dem Tim Schafer und einige weitere seiner Mitarbeiter Einblick in die Entwicklung geben und witzige Anekdoten erzählen.

Nach einem Klick auf ein Objekt, wie hier dem Benzinkanister, erscheint dieses Menü. Würde man hier jetzt die Maustaste loslassen, würde Ben seinen Mund an den Benzinkanister führen – oder sich weigern.

Lenker

Die Steuerung erfolgt wie in anderen Adventures und dem Original üblich: Per Mausklick dirigiert der Spieler den Helden Ben durch die Landschaft. Ein Klick auf einen Gegenstand oder eine Person holt mehrere Symbole auf den Bildschirm. Über die lässt man Ben seine Hände, den Mund, die Augen oder seine Beine benutzen. Abhängig vom Objekt führt der Held dann eine entsprechende Aktion aus. Nutzt man etwa den Mund mit dem Container, würde ihn Ben ablecken. Verknüpft man hingegen das Mund-Symbol mit dem Barkeeper, spricht Ben letztgenannten an. Die Diskussionen selbst laufen dabei nach dem bekannten Multiple-Choice-Prinzip ab.

In den Gesprächen hat man meist mehrere Optionen, die man nacheinander auch durchgehen sollte.

Double Fine verkauft Full Throttle Remastered für 15 Euro auf Steam [2], bei Gog.com [3], im Humble Store [4] und bei Itch.io [5]. Eine kopierschutzfreie Fassung gibt es nur bei Gog.com, Itch.io und im Humble Store. Im letztgenannten Online-Shop erhalten Käufer zudem noch einen Key, mit dem sie das Spiel auf Steam freischalten können. In jedem Fall liegt Full Throttle ausschließlich als 32-Bit-Version vor.

Wer in den Optionen die Audio-Kommentare einschaltet, kann in fast jeder Szene per [a] die Erinnerungen von Tim Schafer und den anderen Entwicklern abrufen.

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