Force:Leashed sperrt den Spieler in eine Art Lagerhalle. Mittendrin steht ein Schuhkarton, der unablässig kleine Raketen abfeuert. Diese Raketen gilt es auf eine große Spezialwand zu lenken. Nach einer vorgegebenen Anzahl von Treffern öffnet sich ein Rolltor, durch das man in die nächste Lagerhalle flieht.
Dummerweise steht die große Spezialwand nie direkt in der Schusslinie. Man kommt daher nicht umhin, die Raketen während des Fluges abzulenken. Das übernehmen spezielle Leuchtstäbe. Diese sogenannten Attractors kann man einsammeln und neben der Raketenflugbahn aufstellen. Um sich herum erzeugen die Leuchtstäbe ein Gravitationsfeld. Je näher ein Stab an der Raketenflugbahn steht, desto stärker lenkt er die Raketen von ihrer geraden Fluglinie ab – die Rakete fliegt eine mehr oder weniger große Kurve. Diesen Effekt kann man zusätzlich verstärken oder abschwächen, indem man den Stab über das Mausrad vergrößert beziehungsweise verkleinert.
Gemeinerweise stehen die Stäbe immer nur in limitierter Anzahl zur Verfügung. Zusätzlich rotieren sie um die eigene Achse – oder besser gesagt: Sie eiern vor sich hin. Folglich lenken sie die Raketen nicht nur nach links und rechts ab, sondern auch nach oben und unten. Häufig kommt man daher nicht umhin, auch die Wände, Rampen und andere Hindernisse mit in seine Überlegungen einzubeziehen.
Als wäre das noch nicht genug, unterscheidet das Spiel auch noch zwischen roten und blauen Raketen: Die roten können nur rote Stäbe ablenken, die blauen lassen sich nur von blauen Stäben beeinflussen. In einigen Lagerhallen kann man die Raketen immerhin über Spezialwände umfärben.
Der Finne Pekka Väänänen entwickelte Force:Leashed ursprünglich im Rahmen des 7DFPS-Wettbewerbes [2]. Wie die Zeichenkürzel andeuten, mussten die Teilnehmer in sieben Tagen einen First-Person-Shooter erstellen. Auf der Assembly 2012 reichte Pekka Väänänen eine verbesserte Version ein und landete damit prompt auf dem zweiten Platz [3].
Auf seiner Homepage steht Force:Leashed zum kostenlosen Download bereit [1]. Man muss lediglich auf den großen Linux-Knopf klicken und das so erhaltene ZIP-Archiv auf der Festplatte entpacken. Der Aufruf des Skripts run.sh startet das Spiel. Besitzer eines 64-Bit-Systems müssen zuvor die run.sh mit einem Editor öffnen und die Zeichenkette darkplaces-linux-686-glx gegen darkplaces-linux-x86_64-glx austauschen.
Im Spiel bewegt man sich über die Tasten [w], [a], [s], [d] und blickt sich mit der Maus um. Die linke Maustaste nimmt einen Stab auf und lässt ihn auch wieder fallen. Mit dem Mausrad schraubt man an der Größe des Stabes, mit der rechten Maustaste verändert man seine Höhe.
Force:Leashed erinnert ziemlich stark an Portal, hat mit diesem aber eigentlich nichts gemein. Es dauert eine Weile, bis man sich mit der Physik und den Eigenheiten der Leuchtstäbe angefreundet hat. Dann jedoch macht es unglaublich viel Spaß, sich eine möglichst effiziente Route durch die teilweise recht verwinkelten Lagerhallen auszudenken. Da sieht man dann auch über die extrem karge und hässliche Umgebung hinweg.
Allerdings hätten es durchaus ein paar Rätsel mehr sein dürfen: Gerade wenn man das Hirn auf Betriebstemperatur geknobelt hat, ist der Spaß auch schon wieder vorbei. Hier merkt man deutlich, dass Force:Leashed unter Zeitdruck entstanden ist. Bleibt zu hoffen, dass Pekka Väänänen noch ein paar Rätsel nachreicht – oder die Fangemeinde einspringt.
Force:Leashed
| Bezugsquelle: | http://www.kepuli.com/force_leashed/ |
| Entwickler: | Pekka Väänänen (alias Kepuli Games) |
| Lizenz: | GPL |
| Preis: | kostenlos |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://www.kepuli.com/force_leashed/
[2] 7DFPS:
http://7dfps.org/
[3] Assmebly Summer 2012, Ergebnisse des Spielewettbewerbs:
http://www.assembly.org/summer12/news/assembly-summer-2012-final-results