Das Spiel zum Wochenende: Endless Forms Most Beautiful (EFMB)

Steg reif

Das Spiel zum Wochenende: Endless Forms Most Beautiful (EFMB)

23.11.2013 Früher war nicht alles schlecht – zumindest in der Videospielbranche. Das beweist ein kleines, extrem spaßiges Geschicklichkeitsspiel von Locomalito und Dave Hughes.

In Endless Forms Most Beautiful oder kurz EFMB lässt der Spieler den kleinen weißen Moebius über Plattformen rennen. Auf ihnen muss er einfach nur alle abgelegten Gegenstände einsammeln. Genau das ist jedoch schwieriger als es zunächst klingt.

In EFMB gilt es einfach nur die kleinen blauen Knubbel aufzusammeln und dabei den eckigen Köpfen auszuweichen.

In EFMB gilt es einfach nur die kleinen blauen Knubbel aufzusammeln und dabei den eckigen Köpfen auszuweichen.

Erste Etage: Bombe und Monster

Zunächst kann Moebius nur über spezielle Teleporter eine Ebene hoch oder runter springen. Läuft der Held am linken oder rechten Bildschirmrand heraus, kommt er auf irgendeiner anderen Plattform wieder herein. Auf jeder Ebene treibt zudem mindestens ein Monster sein Unwesen, mit dem jede Berührung tödlich endet.

Die Ebenen wechseln kann man nur, wenn man auf einem solchen Teleporter steht.

Die Ebenen wechseln kann man nur, wenn man auf einem solchen Teleporter steht.

Während einige Monster nur stupide hin und her rennen, laufen andere gezielt auf Moebius zu, während wieder andere den kleinen Kerl sogar unter Beschuss nehmen. Wehren kann sich Moebius selbst nicht. Hin und wieder versteckt sich jedoch hinter einem eingesammelten Gegenstand eine Bombe, die nach kurzer Zeit alle Lebewesen auf einer Ebene wegsprengt. Folglich sollte dann auch Moebius schnell die Flucht ergreifen. Im späteren Verlauf spendiert das Spiel noch ein Gewicht. Wirft es der Held die Ebenen hinunter, reißt es alle Monster mit, die sich auf seinem Weg befinden.

Explodierenden Bomben geht man besser aus dem Weg.

Explodierenden Bomben geht man besser aus dem Weg.

Gemeine Gemeinheiten

Konnte der Spieler mit Moebius alle Gegenstände einsammeln, geht es in einem neuen Level mit leicht veränderten Plattformen und neuen Monstern weiter. Die Macher haben sich dabei immer wieder neue kleine Gemeinheiten einfallen lassen. So gibt es beispielsweise glibberige Schleimmonster, die nicht geradeaus schießen, sondern ihre giftigen Schleimklumpen über die Ebenen nach unten rollen lassen. Ein anderes Mal warten tödliche ausfahrbare Metallspitzen oder Laufbänder auf den Helden. Muss Moebius nur noch wenige Gegenstände einsammeln, erhöht das Spiel auch noch die Geschwindigkeit.

Hier blockieren nicht nur die Wände einige Wege, die Schleimklumpen kullern auch nach unten.

Hier blockieren nicht nur die Wände einige Wege, die Schleimklumpen kullern auch nach unten.

Wann immer Moebius mit einem Monster kollidiert oder abgeschossen wird, verliert er eines von anfangs neun Leben. Sind keine Leben mehr vorhanden, ist das Spiel beendet. Für jeden eingesammelten Gegenstand erhält Moebius Punkte. Konnte man alle Gegenstände besonders schnell einsacken, gibt es Bonuspunkte. Im ebenfalls vorhandenen Multiplayer-Modus kann der Spieler auch gegen einen Freund antreten. Dabei hat man die Wahl, ob man gemeinsam oder gegeneinander Punkte sammeln möchte.

Die Schlange rechts unten in der Ecke schlängelt sich unaufhaltsam von Ebene zu Ebene.

Die Schlange rechts unten in der Ecke schlängelt sich unaufhaltsam von Ebene zu Ebene.

Zurück in die Zukunft

Die Entstehungsgeschichte von EFMB ist recht kurios: 2012 veröffentlichte David Hughes das Spiel für den Sinclair ZX Spectrum – einen über 30 Jahre alten Computer [3]. Auf dieses Spiel wurde schließlich der Spieleentwickler Locomalito aufmerksam. Ihm gefiel EFMB so gut, dass er ein Remake für den PC entwickelte [1]. Mittlerweile gibt es genau dieses Remake auch für Linux. Auf der Homepage von EFMB unter [1] muss man nur ganz nach unten fahren. Unterhalb der Schaltfläche EFMB steht die Zeile UBUNTU (Linux). Von dem Ubuntu sollte man sich nicht irritieren lassen: Das Spiel läuft auch unter anderen Distributionen. In der besagten Zeile klickt man auf HERE. Das darüber erhaltene Archiv muss man nur noch entpacken und dann das Programm runner starten.

Die Stacheln fahren ein und aus.

Die Stacheln fahren ein und aus.

Im Titelbildschirm drückt man die Eingabetaste und bestätigt den Einzelspielermodus ebenfalls über die Eingabetaste. Mit [F11] wechselt man zwischen Vollbild und Fenster, die Pfeiltasten steuern den kleinen Moebius, [ESC] kehrt wieder zum Titelbild zurück und beendet auch wieder das Spiel. Auf seiner Homepage stellt Locomalito übrigens auch ein Poster, eine Anleitung, den Soundtrack und einen Einleger für eine DVD-Box zum Download bereit [1].

Immer wieder tauchen auch Bonusgegenstände auf. Der Wecker hier friert die Monster für ein paar Sekunden ein.

Immer wieder tauchen auch Bonusgegenstände auf. Der Wecker hier friert die Monster für ein paar Sekunden ein.

Fazit

EFMB sieht harmlos aus, die Grafik wirkt altbacken und das langweilig klingende Spielprinzip stammt noch aus den 1980er Jahren. Wer aber einmal anfängt Moebius über die Plattformen zu jagen, bleibt doch irgendwie fasziniert vor dem Bildschirm sitzen. Die Punktejagd und die vielen kleinen Ideen der Entwickler motivieren ungemein. Der Schwierigkeitsgrad steigt schnell an, EFMB bleibt aber jederzeit fair. Leider gibt es insgesamt nur 15 Level, deren Aussehen das Spiel per Zufall bestimmt. Hat man sie alle einmal gemeistert, lässt die Motivation stark nach. Dennoch bleibt EFMB ein kleines spaßiges Spielchen, das mehr begeistert als so mancher teurer Blockbuster.

Endless Forms Most Beautiful (EFMB)

Bezugsquelle: http://locomalito.com/efmb.php
Entwickler: Locomalito
Lizenz: Closed-Source (Freeware)
Preis: Kostenlos
Voraussetzungen: Halbwegs aktuelle Linux-Distribution
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