Zäpfchen im Kerker

Das Spiel zum Wochenende: Dungeon of Elements

Das Spiel zum Wochenende: Dungeon of Elements

15.03.2014
Spielentwickler Frogdice würzt das gute alte Tetris-Prinzip mit ein paar Rollenspielelementen. Das Ergebnis ist kurzweilig, interessant und etwas gewöhnungsbedürftig.

Im Kern ist Dungeon of Elements ein vereinfachtes Tetris: Der Spieler blickt von oben in einen rechteckigen Raum, in dem in der unteren Hälfte mehrere unterschiedlich gefärbte Monster stehen. Vom oberen Rand fällt langsam ein zweifarbiges Zäpfchen hinunter. Während seines Falls darf es der Spieler in 90 Grad-Schritten drehen. Sobald das Zäpfchen mit einem der Monster kollidiert, zerfällt es in zwei Punkte.

Die Pille am oberen Rand lässt sich drehen. Stößt sie auf ein Hindernis …

Trennungsprozess

Sollte einer der Punkte noch weiter nach unten fallen können, rutscht er automatisch bis dorthin durch. Bildet sich eine Gruppe aus mindestens vier gleichfarbigen Punkten und Monstern, löst sich diese in einer kleinen Explosion auf. Durch geschickte Positionierung der Zäpfchen muss nun der Spieler versuchen, sämtliche Monster zu eliminieren. Anschließend geht es in einem neuen Level mit neuen Monstern weiter.

… wie ein Monster, löst sie sich in zwei Farbkleckse auf.

Zerstörte Kreaturen hinterlassen hin und wieder kleine Goldhaufen oder Schatztruhen. Für dieses gewonnene Gold kann der Spieler zwischen zwei Leveln Bonusgegenstände erwerben. Mit einem Schwert lassen sich beispielsweise einzelne Monster direkt eliminieren, der Spieler muss sie lediglich mit der Maus anklicken. Nach einem Hieb müssen sich die Waffen allerdings immer erst wieder eine Zeit lang „aufladen“. Gleiches gilt auch für erworbene Schilde, die vorübergehend den Fall der Kapseln verlangsamen. Im weiteren Spielverlauf braut der Spieler auch noch Zaubertränke und sammelt kleine knuffige Begleiter.

Liegen mindestens vier gleichfarbige Objekte nebeneinander, explodieren sie und hinterlassen im besten Fall wie hier einen Schatz.

Endlager

In den einzelnen Leveln warten nicht nur die Monster, es stehen auch noch andere Gegenstände herum. An diesen Kisten oder Bänken können die Kapseln hängen bleiben. Stapeln sich die Pillen bis zum oberen Rand, muss der Spieler den Level erneut in Angriff nehmen. Glücklicherweise gibt es hin und wieder auch Löcher im Boden. Fällt dort eine Pille hinein, ist sie aus dem Spiel. Auf diese Weise lassen sich unliebsame Kapseln entsorgen – man muss sie allerdings erst einmal in das Loch bugsieren. Ab und an trifft der Spieler auf einen größeren Zwischengegner. Den muss er gleich mehrfach mit vier identischen Farben umzingeln beziehungsweise ihm häufiger einen Schwerthieb versetzen.

Durch das Loch im Boden lassen sich Pillen entsorgen. Wie hier lassen sich einige Gegner nur schwer von den aufgelösten Pillen unterscheiden.

Frogdice hat Dungeon of Elements über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter finanziert [2]. Die verlangte Mindestsumme von 20.000 Dollar wurde dabei nur knapp überschritten. Das mittlerweile fertige Spiel verkauft Frogdice für 20 Dollar über seine Homepage [1] und für 15 Euro über die Verkaufsplattform Desura [3]. Auf Steam Greenlight haben sich die Entwickler zudem um die Aufnahme in Steam beworben [4]. Auf der Homepage wartet auch ein Video, das einen kleinen Einblick in das Spielgeschehen gibt. Eine Testversion steht nicht bereit.

Zwischen zwei Leveln darf man den Helden ausrüsten. Die Waffen und Schilde ermöglichen dabei einen direkten Angriff der Monster oder eine Verlangsamung der Zeit.

Fazit
Dungeon of Elements ist eigentlich ein netter kleiner Tetris-Klon, der jedoch nicht das Suchtpotential seines Vorbilds entwickelt. Die Rollenspielelemente sorgen zwar für Abwechslung, wirken aber künstlich aufgesetzt – Frogdice hat hier sichtlich zwei Spielprinzipien mit aller Gewalt zusammengepresst. Die Grafik ist zweckmäßig, die 3D-Figuren wirken kantig und ihre Bewegungen hölzern.

Hin und wieder trifft auch auf größere Gegner, die nur anfällig für bestimmte Farben sind. Zudem stecken sie mehrere Explosionen ein, ihre Lebensenergie zeigt der rote Balken in der Mitte an.

Dungeon of Elements wäre damit ein nettes kleines Causal Game für die Mittagspause oder die Fahrt in der S-Bahn. Die verlangten 20 Dollar sind jedoch für einen derart simplen Tetris-Klon viel zu hoch. Folglich empfiehlt sich das Spiel nur eingefleischten Tetris- und Dr. Mario-Fans.

Dungeon of Elements

Bezugsquelle: http://doe.frogdice.com/
Entwickler: Frogdice
Lizenz: Kommerziell
Preis: 20 Dollar / 15 Euro auf Desura
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, 1 GB auf der Festplatte, 512 MB Hauptspeicher, 3D-Grafikkarte mit mindestens 256 MB Speicher (ATI Radeon HD 2400 oder höher beziehungsweise NVIDIA GeForce 7300 oder höher)

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://doe.frogdice.com/

[2] Kickstarter-Seite:
https://www.kickstarter.com/projects/frogdice/dungeon-of-elements

[3] Dungeon of Elements auf Desura:
http://www.desura.com/games/dungeon-of-elements

[4] Dungeon of Elements auf Steam Greenlight:
http://steamcommunity.com/sharedfiles/filedetails/?id=179825869

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Einzelne Ausgabe
 

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