Das Spiel zum Wochenende: Dropsy

Das Spiel zum Wochenende: Dropsy

Rätselhafter Clown

29.04.2016
Würden Sie einen Zirkusclown umarmen? Aus dieser Frage haben die Entwickler Tendershoot und A Jolly Corpse ein Point-and-Click-Adventure gestrickt. Das bietet viele witzige Momente und abgedrehte Charaktere, stimmt aber auch an vielen Stellen nachdenklich.

Den Clown Dropsy verfolgen noch immer Albträume. Ein tödliches Feuer hat seinen Zirkus komplett in Schutt und Asche gelegt. Zwar steht das Zelt wieder, sein Umfeld macht jedoch den unschuldigen Dropsy für die Katastrophe verantwortlich. Als wäre das noch nicht genug, ist auch noch Dropsys Vater schwer erkrankt. Sein einziger verbliebener Freund ist ein kleiner brauner Hund. Mit ihm an seiner Seite versucht Dropsy wieder Freundschaften zu knüpfen und natürlich den wahren Übeltäter der Katastrophe zu finden.

Nur wenige Personen sind Dropsy gut gesonnen, einige haben sogar vor seinem Äußeren Angst.

Ich sag nichts

Wie auch in jedem anderen klassischen Point-and-Click-Adventure muss der Spieler dazu zahlreiche Rätsel lösen. Mit der Maus scheucht er den ziemlich tollpatschigen und etwas diabolisch aussehenden Clown durch dessen Welt. Ein Mausklick auf einen Gegenstand genügt, damit Dropsy ihn sich ansieht, einsteckt oder benutzt. Damit enden allerdings auch schon die Gemeinsamkeiten zu herkömmlichen Adventures.

Über Sprechblasen verkünden die Figuren ihre Wünsche und Bedürfnisse. Der Mann links vorne ist offensichtlich von der predigenden Dame genervt.

So verzichtet das Spiel komplett auf Text oder Sprache. Stattdessen reden sämtliche Charaktere in Symbolen. Es gilt folglich erst einmal herauszufinden, was diese kleinen Bilderrätsel bedeuten und die jeweilige Person bewegt. So erscheint etwa in der Sprechblase eines verrückten Huhns ein Keks – das Federvieh hat somit offenbar Hunger auf Cracker.

Der Spieler darf jederzeit auf Dropsys Hund umschalten. Dieser kann Dinge, die Dropsy nicht kann – beispielsweise durch kleine Durchgänge gehen oder im Dreck buddeln.

Wie es euch gefällt

Des Weiteren darf Dropsy von Anfang an die komplette Welt frei erkunden. Die Entwickler sprechen deshalb stolz von einem „Open-World-Adventure“. Die Geschichte strickt sich der Spieler sukzessive selbst aus den Ereignissen und den dort lebenden Menschen. Die wiederum begegnen dem Clown zunächst mit Gleichgültigkeit, Angst oder sogar Ablehnung. Um sie zu Freunden zu machen, muss der etwas dickliche Anti-Held der jeweiligen Personen in der Regel einen Wunsch erfüllen. Als Belohnung erhält er dann ein glückliches Gesicht und eine Umarmung.

Während nachts der Plattenladen geöffnet hat, …

Alle Bewohner der Welt gehen ihrem eigenen Tages- und Nachtrhythmus nach. Bricht etwa nach ein paar Spielminuten die Dunkelheit herein, schließt zwar der Laden für Zaubererbedarf, dafür öffnet aber wiederum der Plattenladen. Sofern Dropsy irgendwo eine Schlafgelegenheit findet, kann der Spieler schnell verschiedene Tageszeiten überspringen.

… wartet tagsüber der Zauberladen auf Kunden. Samt verrücktem Huhn.

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