Das Spiel zum Wochenende: Demetrios

Das Spiel zum Wochenende: Demetrios

Flache Witze

13.08.2016
Wenn man der Nachbarin ein Kochbuch für Anfänger schenkt und einen Polizisten mit einem Eis im Hörnchen besticht, dann befindet man sich höchst wahrscheinlich im „großen zynischen Adventure“ von Cowcat.

Bjorn Thonen lebt als ziemlich erfolgloser Antiquitätenhändler mitten im schönen Paris. Als er eines Abends recht angeheitert nach Hause kommt, klingelt das Telefon. Der mysteriöser Anrufer ist der Meinung, Bjorn schwebe in Lebensgefahr. Der wiederum glaubt an einen Scherz und schläft prompt ein. Nur kurze Zeit später weckt ihn jedoch ein Einbrecher – der ihn umgehend K.O. schlägt. Erst am nächsten Morgen wacht Bjorn wieder auf. Eine kurze Bestandsaufnahme später wird klar: Der Eindringling hat neben Bargeld auch ein Artefakt mitgehen lassen, das Teil einer merkwürdigen Vogelstatue war. Die hatte Bjorn erst vor Kurzem zu einem unsagbar günstigen Preis erworben. Da sich die Polizei hartnäckig weigert, den Fall zu untersuchen, stellt Bjorn kurzerhand auf eigene Faust Nachforschungen an.

Solche Comic-artigen Zwischensequenzen erzählen die Geschichten weiter.

Wo ist der Keks?

In Demetrios blickt der Spieler durch die Augen des Protagonisten Bjorn in die handgezeichnete Umgebung. Ein Mausklick auf einen Gegenstand genügt, damit ihn der Held entweder benutzt, aufhebt oder einen häufig zynischen Kommentar dazu äußert. Eingesammelte Gegenstände landen im Inventar am unteren Bildschirmrand. Durch die Kombination von Objekten löst man Rätsel und treibt so wiederum die Hintergrundhandlung voran.

Bjorns Wohnung nach dem Überfall.

Wertvolle Hinweise liefern Gespräche mit Personen. In denen wählt man entweder eines der vorgeschlagenen Gesprächsthemen oder aber zeigt dem Gegenüber einen Gegenstand aus dem Inventar. Der eigentliche Dialog läuft anschließend automatisch ab. Im Laufe des Spiels findet Bjorn sein Mobiltelefon, über das er die immer mal wieder gefundenen Telefonnummern anrufen kann – und zur Lösung einiger Rätsel sogar muss. In jedem Raum verstecken sich zudem genau drei Kekse. Diese kann der Spieler jeweils gegen einen Tipp eintauschen, wenn er einmal nicht mehr weiterweiß.

Bei Gesprächen hat man nicht nur verschiedene Themen zur Auswahl, man kann auch die bislang eingesammelten Gegenstände am unteren Rand einbringen.

Kickstart

Um das Spiel fertigstellen zu können, hat Entwickler Cowcat im Herbst 2015 auf der Plattform Kickstarter um Spenden gebeten [3]. Obwohl nur 2.500 Euro benötigt wurden, kamen zum Schluss über 4.200 Euro zusammen. Das zusätzliche Geld ermöglichte eine komplette Übersetzung ins Deutsche, für eine vollständige Sprachausgabe wären jedoch mindestens 10.000 Euro notwendig gewesen.

Dank einer Karte reist Bjorn schnell von einem Ort zum anderen.

Cowcat verkauft sein Adventure für knapp 10 Euro auf Steam [2]. Der Soundtrack und ein „Artbook“ schlagen noch einmal jeweils mit 2 Euro zu Buche. Alternativ bietet der Entwickler das Spiel auch auf seiner eigenen Homepage an [1]. Dort zahlt man für Demetrios nur 9,99 Dollar. Dabei erhält man eine kopierschutzfreie Fassung und darf das Adventure auch noch auf Steam freischalten. Das Spiel liegt allerdings nur als 32-Bit-Fassung vor.

Der Eisverkäufer möchte Geld für ein Eis. Dummerweise ist Bjorn recht knapp bei Kasse.

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