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Klaubacke

Das Spiel zum Wochenende: Defendguin

29.05.2010
Mit außerirdischen Eindringlingen, die niedliche Pinguine entführen und in Mutanten verwandeln, sollte man kurzen Prozess machen. Im rasanten 2D-Actionspiel Defendguin holt man sie mit gezielten Laserstrahlen vom Himmel.

Auf einem fernen Planeten leben die kleinen Penguinoids friedlich zusammen. Doch die Idylle ist bedroht: Einfallendende außerirdische Wesen entführen nach und nach die possierlichen Einwohner, um sie in willenlose Mutanten zu verwandeln. Um dies zu verhindern, jagt der Spieler mit seinem Raumschiff über die Planetenoberfläche und versucht dabei die Außerirdischen rechtzeitig abzuschießen. Weitere Gegner und Hindernisse erschweren diese Mission. Dazu zählen beispielsweise die so genannten Bombers, die fiese Minen aussetzen oder Pods, die in viele kleine Granaten zerplatzen.

Abbildung 1: Die einfallenden Außerirdischen weisen eine gewisse Ähnlichkeit mit einer bekannten Persönlichkeit auf.

Rückblende

Älteren Semestern dürfte das Spielprinzip bekannt vorkommen. Es stammt vom Automatenspiel Defender ab, das sich schon Anfang der 80er Jahre für viele Kinder in ein wahres Groschengrab verwandelte [2]. Atemberaubend war vor allem die in rasantem Tempo seitlich scrollende Landschaft – für damalige Verhältnisse eine technische Sensation.

Defendguin reanimiert dieses gute alte Spielprinzip. Im Vergleich zum Klassiker gibt es nicht nur eine etwas hübschere Grafik, sondern auch einen Endgegner (den "Big Boss"), samt kleiner Endsequenz.

Abbildung 2: Mit gezielten Laserstrahlen schießt man die Eindringlinge ins Nirwana.

Genügsamer Schusswechsel

Defendguin ist ebenfalls kein Unbekannter. Bereits 1999 veröffentlichte Bill Kendrick die erste Version. Seit dieser Zeit liegt es vielen größeren Distributionen bei, um es zu installieren genügt folglich ein Griff zum Paketmanager. Dank der kargen 2D-Grafik läuft es auch auf älteren Computern noch angenehm flüssig.

Sollte Defendguin in den Repositories fehlen, installiert man die Entwicklerpakete zu SDL und SDL_mixer, lädt sich das Quellcode-Archiv von der offiziellen Homepage herunter, entpackt es und ruft in seinem Verzeichnis make gefolgt von make install in einem Terminalfenster auf. Das Spiel startet dann über den Befehl defendguin.

Abbildung 3: Wurde der eigene Gleiter wie hier von einem mutierten Pinguin getroffen, zerplatzt er in tausend Einzelteile.

Nachdem man sich im Startbildschirm für den Solomodus (One Player) respektive eine Zweispielerpartie (Two players) entschieden hat, sieht man die Planetenoberfläche von der Seite. Das eigene Raumschiff steuern die Pfeiltasten, per Leertaste feuert man einen Laserstrahl. [Strg] zündet eine von drei Bomben, die sämtliche Außerirdische auf einmal vernichtet. Im Zweispielermodus wechseln sich beide Spieler ab: Sobald der erste ins Gras beißt, versucht der zweite sein Glück.

Abbildung 4: Im Zweispielermodus gehen die Spieler abwechselnd an einem Computer auf Alienjagd.

Diebesgut

Schon kurz nach dem Spielstart materialisieren die ersten Aliens, die langsam auf die am unteren Bildschirmrand wuselnden Penguinoids zusteuern und dabei gleichzeitig wild um sich feuern. Sobald sie unbehelligt einen der Pinguine schnappen konnten, ziehen sie ihn langsam zum oberen Bildschirmrand. In dieser Phase sollte man mit seinem Laser tunlichst auf den Außerirdischen zielen. Konnte dieser schließlich den kleinen Penguinoid bis zum oberen Bildschirmrand entführen, verwandelt sich der kleine Planetenbewohner in einen ekeligen Mutanten, der ab sofort emsig das eigene Raumschiff angreift. Hier hilft nur noch den Mutanten mit einem gezielten Laserstrahl zu eliminieren. Jeder Abschuss eines Eindringlings erhöht zudem das eigene Punktekonto.

Mit einem Auge sollte man zudem auf das Radar am oberen Bildschirmrand schielen. Es zeigt das Geschehen der kompletten Platenenoberfläche und verrät so schnell, wo gerade eine Entführung stattfindet. Der grün markierte Bereich entspricht dem derzeitigen Sichtfeld. Sollten es die Außerirdischen schaffen, sämtliche Pinguine zu entführen, ist das Spiel beendet.

Abbildung 5: Hier hat ein Außerirdischer einen Pinguin am Haken.

Fazit

In Defendguin gilt es nicht nur die Gegner abzuschießen, sondern auch ihren Geschossen auszuweichen. Aufgrund des extrem hohen Spieltempos ist das allerdings leichter gesagt, als getan. Gerade Anfänger verlieren so schneller ihre drei Leben, als ihnen lieb ist. Im originalen Defender besaßen Raumschiff und Gegner wesentlich kleinere Proportionen, die Geschwindigkeit war dort wesentlich besser abgestimmt. Die Grafik des Klons reißt zudem niemand mehr vor Hocker, selbst heutzutage wirken Raumschiff und Außerirdische des originalen Defender-Automaten weniger Laienhaft.

Abbildung 6: Für jeden eliminierten Außerirdischen erhält man 150 Punkte gutgeschrieben.

Hat man sich jedoch einmal mit der nervösen Steuerung arrangiert, kommt schnell das alte Defender-Spielgefühl zurück. Für Fans hält Bill Kendrick auf seiner Homepage eine kleine Merchandise-Ecke parat, auf der man eine Tasse und ein Mauspad mit Defendguin-Logo ordern darf. Zumindest die Tasse scheint jedoch mittlerweile ausverkauft zu sein.

Defendguin

Bezugsquelle http://www.newbreedsoftware.com/defendguin/
Entwickler New Breed Software (Bill Kendrick)
Lizenz GNU GPL
Preis kostenlos
Voraussetzungen keine speziellen

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