Burgerbraterei

Das Spiel zum Wochenende: Cook, Serve, Delicious! Extra Crispy Edition

Das Spiel zum Wochenende: Cook, Serve, Delicious! Extra Crispy Edition

18.05.2013
Wer schon immer einmal sein eigenes Nobelrestaurant führen wollte, sollte einen Blick auf ein Spiel von Vertigo Gaming werfen. Das treibt als Mix aus Strategie- und Reaktionsspiel selbst gestandenen Köchen die Schweißperlen auf die Stirn.

Das Management des SherriSoda Towers möchte das Restaurant in seinem Hochhaus wiederbeleben. Dummerweise hat vorherige Betreiber den Fresstempel mit dem klangvollen Namen Cook, Serve, Delicious ziemlich heruntergewirtschaftet. Um das zu ändern, stellt der Hochhausbetreiber dem Spieler ein paar Tausend Dollar zur Verfügung. Mit diesem Startkapital gilt es zunächst Rezepte und Küchenutensilien zu erwerben, damit schmackhafte Gerichte zu kochen und so den Laden von einem einfachen schmuddeligen Imbiss in ein nobles Fünfsternerestaurant zu verwandeln.

Den Salat muss man nur mit den gewünschten Zutaten dekorieren und ausliefern ...

Grillmeister

Zu Beginn des Spiels muss der Spieler zunächst ein paar neue Gerichte einkaufen und vier von ihnen auf seine Speisenkarte setzen. Die Wahl der Gerichte hat dabei Auswirkungen auf die Ausrichtung des Restaurants: Entscheidet man sich vorwiegend für Fisch-Gerichte, stellt man die Weichen für eine Sushi-Bar, bei Pizza und Pommes droht ein Ende als Schnellimbiss.

... den Fisch hingegen erst filetieren, entgräten und anschließend noch braten.

Sobald man das Restaurant öffnet, strömen in unablässig Gäste herein und geben ihre Bestellung auf. Auf einfache Snacks, wie etwa einen Corn-Dog, muss man lediglich nach den Wünschen des Kunden Ketchup und Senf klatschen. Bei komplexeren Gerichten, wie einem Hamburger, muss man vorab für einige Minuten das Fleisch braten, es zum richtigen Zeitpunkt vom Grill nehmen und dann auch noch nach den Wünschen des Gastes zwischen zwei Brötchenscheiben mit Salat, Gürkchen und Senf drapieren. Einiges kann man schon während der Garzeit vorbereiten, anderes lässt sich erst fertigstellen, wenn das Fleisch von der Grillplatte kommt. Gemeinerweise kann man zu Beginn immer nur vier Gerichte gleichzeitig vorbereiten beziehungsweise kochen. Um alle Kunden möglichst schnell abzufertigen ist folglich eine gute Taktik gefragt.

Jedes Gericht hat Vor- und Nachteile. Der Salat erzeugt zwar viel Abfall, sorgt aber auch dafür, dass sich die Kunden gut fühlen und somit wiederkommen.

Das Zusammenstellen eines Gerichts geschieht fix über die Tastatur: Auf dem Bildschirm erscheint in der Mitte ein Teller, rechts in einer Liste alle für das entsprechende Gericht verfügbaren Zutaten. Letztere sind wiederum jeweils einer Taste auf der Tastatur zugeordnet. Man muss nun lediglich die passenden Tasten in der richtigen Reihenfolge drücken, um die Zutaten auf den Teller zu werfen.

Kundenservice

Zufriedene Gäste zahlen nicht nur, sie empfehlen das Restaurant sogar weiter. Die Weiterempfehlungen hängen dabei stark von den Gerichten ab: Aufwendigere Gerichte wie ein Salat erfordern zwar mehr Zuwendung bei der Zubereitung, sorgen aber für ein besseres Gefühl bei den Gästen und locken so langfristig mehr Kunden an. Einfachere Snacks wie die Corn-Dogs stillen hingegen nur den schnellen Hunger und haben kaum einen spürbaren Werbeeffekt. Besonders zufriedene Kunden geben mitunter sogar ein Trinkgeld.

Am Automaten muss man das richtige Getränk in der richten Größe zusammenstellen. Das kostet vor allem Zeit.

Neben der Zubereitung der Speisen fallen noch weitere Tätigkeiten an. So gilt es die dreckigen Teller zu waschen, Rattenfallen aufzustellen und regelmäßig die Toiletten zu reinigen. Für alle diese Tätigkeiten kann man entsprechende Hilfen einstellen, die jedoch wieder Geld kosten. In der Hauspost landen Kritiken der Kunden, die man folglich immer man wieder studieren und ernst nehmen sollte.

Gerichte muss man zunächst erwerben ...

Preisfrage

Mit den hoffentlich sprudelnden Einnahmen kann man neue Gerichte erwerben sowie die Einrichtung aufrüsten. Letzteres ermöglicht wiederum die Zubereitung von komplexeren und teureren Gerichten. Gleichzeitig werden die Gäste anspruchsvoller, selbst Testesser mischen sich unter die Kunden. Besonders gute Köche dürfen in einer Fernsehshow vorkochen und Partys im SherriSoda Tower bewirten. In den zwei Mal am Tag stattfindenden Rush-Hours muss der Spieler schließlich besonders schnell einen Massenansturm mit ungeduldigen Gästen abfertigen.

... und dann der Speisenkarte hinzufügen. Die Bewohner des Hochhauses verlangen dabei nach täglicher Abwechlsung.

Zusammen mit der erweiterten Extra Crispy Edition hat Entwickler Vertigo Gaming sein Spiel Cook, Serve, Delicious! am 7. Mai auch für Linux veröffentlicht. Derzeit kann man es ausschließlich über die Homepage des Entwicklers für knapp 9 Dollar erwerben [4]. Auf Desura steht es noch nicht bereit [2], sollte dort aber auch dort in den nächsten Tagen auftauchen. Unter [1] dürfen sich Interessenten eine Demo-Version herunterladen. Dessen Archiv muss man nur noch entpacken und das Programm runner starten. Das Spiel erklärt alle weiteren Abläufe selbst, eine Anleitung gibt es nicht.

Nach dem Reinigen der Toilette darf man das Desinfizieren der Hände nicht vergessen.

Fazit

Cook, Serve, Delicious! erinnert unweigerlich an den Klassiker Pizza Connection [3]. Im Vordergrund steht hier jedoch weniger der Aufbau eines Restaurant-Imperiums, als vielmehr die Zubereitung der Speisen unter hohem Zeitdruck. Dazu genügt es wiederum im richtigen Moment und in der richtigen Reihenfolge die passenden Tasten auf der Tastatur zu drücken – strategische Entscheidungen sind nur selten gefragt. Damit ist Cook, Serve, Delicious! eher ein forderndes Reaktionsspielchen denn eine Wirtschaftssimulation. Die Betonung liegt dabei auf fordernd: Eine Rush-Hour mit unablässig hereinströmenden Gästen erfordert extrem flinke Finger und ein ruhiges Gemüt.

Über das Hauseigene E-Mail-System wünscht hier ein Konkurrent gutes Gelingen.

Die Comic-Grafik ist nett und lustig gemacht, die vielen immer anspruchsvoller werdenden Gerichte sorgen für Abwechslung. Zwischendurch schwingt man daher immer mal wieder gerne den Kochlöffel. Fans von Reaktionsspielen, die sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen oder unter Druck setzen lassen, sollte daher unbedingt die Demo-Version anspielen.

Cook, Serve, Delicious! Extra Crispy Edition

Bezugsquelle: http://www.vertigogaming.net/blog/?portfolio=cook-serve-delicious
Entwickler: Vertigo Gaming
Lizenz: Kommerziell
Preis: 9 Dollar
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Bildschirmauflösung von 1024x600 oder höher, mindestens 512 MByte Hauptspeicher und 100 MB freier Festplattenplatz

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://www.vertigogaming.net/blog/?portfolio=cook-serve-delicious

[2] Cook, Serve, Delicious! auf Desura:
http://www.desura.com/games/cook-serve-delicious

[3] Wikipedia-Eintrag zu Pizza Connection:
http://de.wikipedia.org/wiki/Pizza_Connection_(Computerspiel)

[4] Online-Shop mit der Linux-Version:
http://www.vertigogaming.net/blog/?page_id=1978

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