Das Comic-Fußballspiel Bolzplatz 2006 wurde von der Firma Xenoage eigens zur Fußball Weltmeisterschaft in Deutschland entwickelt. Im Gegensatz zu hochglanzpolierten Konkurrenzprodukten steuert man hier kleine knollnasige Fußballmännchen über mal mehr, mal weniger gut gepflegte Rasenflächen. Insgesamt stehen 20 verschiedene Stadien bereit, angefangen beim einfachen Ascheplatz mit Mülltonnen als Torersatz bis zur überdachten Arena mit angeschlossenem Würstchenstand.
Das Spielgeschehen verfolgt man aus der vom Fernsehen bekannten Seitenansicht, die Kamera verfolgt dabei immer den gerade ballbesitzenden Fußballer. Bei Freistößen oder Elfmetern schaltet das Spiel in eine Ego-Perspektive, in der man die Schussrichtung vorgibt, die Schussstärke einstellt und dann abzieht. Wie in anderen Fußballspielen kontrolliert man immer nur ein Mannschaftsmitglied, die übrigen bewegt solange der Computer über den Platz. Mit einem gezielten Tastendruck wechselt man zum jeweils nächstgelegenen Kammeraden. Neben einfachen Pässen und Grätschen kennen die virtuellen Fußballer allerdings keine weiteren speziellen Schussmanöver.
Aufbauarbeit
Dafür glänzt Bolzplatz 2006 mit interessanten, motivierenden Spielmodi. Neben einem schnellen Einzelspiel für Zwischendurch darf man die komplette Weltmeisterschaft von 2006 nachspielen. Dabei bleibt einem selbst überlassen, mit welchem der 32 beteiligten Länder man antritt.
Besonderes Highlight ist jedoch der Karrieremodus. In ihm gilt es, ein Team aus der Dorfliga bis zur deutschen Meisterschaft zu führen. Für jede gewonnene Partie und verkaufte Bandenwerbung erhält man Geld, das man wiederum in den Ausbau des Stadions stecken kann. Das besteht zu Beginn der Karriere aus einem kleinen Schlammplatz ohne Tribünen. Wer schneller zum Ziel kommen möchte, kann auch in die Trickkiste greifen und den Schiedsrichter bestechen – oder es zumindest versuchen. Apropos Schiedsrichter: Bolzplatz 2006 kennt gleich zehn verschiedene Unparteiische, die wiederum alle unterschiedlich streng pfeifen.
Witziger Mensch
Da die Entwickler keine realen Spieler- und Vereinsnamen verwenden durften, machten Sie aus der Not eine Tugend und ersetzten sie durch teilweise fiese Anspielungen. So darf man beispielsweise mit dem FC Hollywood gegen Martha BSE kicken. Analog kleben auf den Banden Werbeplakate von Blue Strom, Bromkracher oder Grufthansel.
Wem die Computergegner auf Dauer zu langweilig werden, darf sich im Mehrspielermodus mit einem realen Mitspieler messen. Beide Kontrahenten müssen dabei allerdings vor dem gleichen Bildschirm sitzen und sich zwangsweise eine Tastatur teilen. Alternativ und mit weniger Fingerhakelpotential scheucht man die Knollennasen per Gamepad über das Spielfeld.



