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Kopfball

Das Spiel zum Wochenende: Bobby

17.12.2011
Eine Gewehrkugel im Weltraum, glibbrige grüne Flummis und saugende Materiewirbel sind die Zutaten für ein kleines Geschicklichkeitsspielchen aus Kanada. Ähnlich wie beim Basketball muss man in ihm fleißig Bälle hüpfen lassen.

Bobby ist eine kleine weiße Gewehrkugel, die alle bösen grünen Kugeln in rote Spiralstrudel stoßen muss. Das Unterfangen ist allerdings nicht ganz so einfach, wie es zunächst klingt: So hüpfen die einmal angestoßenen grünen Bälle wie Flummis durch die mal mehr und mal weniger verwinkelten Landschaften.

Abbildung 1: Die grünen Bälle müssen in die roten Strudel.

Schubkraft

Darüber hinaus lässt sich Bobby nur träge wie ein Raumschiff steuern. Um vorwärts zu kommen, zündet der Spieler einen Raketenantrieb. Je länger er der Gewehrkugel Feuer unter dem Hintern macht, desto schneller rast sie auf ihr Ziel zu. Von Wänden und ihren grünen Gegnern prallt sie wie eine Billardkugel ab. Für Notfälle gibt es immerhin eine Art Handbremse, die Bobby binnen weniger Pixel zum Halten bringt.

Abbildung 2: Bobby beschleunigt nach dem Rückstoßprinzip. In manchen Leveln will dieser Schub jedoch wohl dosiert eingesetzt werden.

Sind irgendwann alle grünen Flummis eliminiert, färben sich die Strudel grün. Erst jetzt darf sie auch Bobby betreten und so zur nächsten Arena reisen. Einem noch roten Strudel sollte er hingegen besser nicht zu nahe kommen. Andernfalls muss er den Level noch einmal von vorne beginnen. Glücklicherweise kann Bobby weder sterben, noch gibt es ein Zeitlimit.

Abbildung 3: Manche Level sehen komplizierter aus, als sie tatsächlich sind …

Teststosteron

Bobby entstand ursprünglich im Rahmen eines Programmierwettbewerbs, bei dem es ein möglichst kleines Spiel zu entwickeln galt. Eine aufpolierte Fassung verkauft der kanadische Hersteller Nooskewl für einen Dollar auf seiner Homepage [1]. Zum Anspielen steht dort auch eine Testversion bereit. Man erhält sie mit einem Klick auf die Linux-Schaltfläche am unteren Rand. Das Archiv muss man nur noch auf der Festplatte entpacken und dann auf 64-Bit-Systemen das Programm Bobby-Lite starten. Wer noch unter einer 32-Bit-Distribution arbeitet, muss zunächst die beiden Dateien aus dem Unterverzeichnis 32-Bit über ihre Namensvetter eine Verzeichnisebene höher kopieren. Anschließend startet man auch hier wieder Bobby-Lite.

Abbildung 4: … während für andere genau das Umgekehrte gilt.

Im Hauptmenü klickt man auf Continue und wählt dann einen Level aus. Da zu Beginn noch keiner freigespielt wurde, entscheidet man sich notgedrungen für den links oben. Im Spiel selbst gibt man über die Leertaste Gas, die Pfeiltaste nach unten leitet eine Notbremsung ein. Die Pfeiltasten nach links und rechts lenken Bobby in die entsprechende Richtung. Einsteiger sollten im noch ziemlich leeren ersten Level ruhig ein wenig mit der Steuerung experimentieren.

Abbildung 5: Jeden Level muss man erst freischalten. Der weiße Kasten auf dem lilafarbenen Balken stellt übrigens eine Bildlaufleiste dar.

Fazit

Bobby wirkt zunächst wie ein putziges kleines Geschicklichkeitsspiel. Mangels Abwechslung kommt jedoch schnell Langeweile auf. Meist drischt man nur irgendwie auf die grünen Bälle ein, die dann nach einiger Zeit schon fast von selbst in die roten Strudel kullern. Da es weder ein Zeitlimit noch andere Restriktionen gibt, muss man sich auch gar nicht erst eine andere Taktik einfallen lassen. Alleiniges Ziel ist es, eine Arena nach der anderen freizuschalten – von denen gibt es immerhin gleich einen ganzen Haufen. Die Grafik ist knuddelig, die Musikuntermalung aus einem alten Synthesizer verbreitet 80er-Jahre-Flair. Etwas Abwechslung hätte aber auch hier dem Spiel gut getan: Nach einer Weile geht einem die stetig gleiche Piepsmelodie auf die Nerven.

Abbildung 6: Im späteren Spielverlauf trifft man auf weitere Hindernisse, wie hier das Gravitationsfeld.

Die Macher beschreiben Bobby recht treffend als eine Mischung aus Billard und dem 80er-Jahre-Klassiker Lunar Lander [2]. Wer eines dieser beiden Vorbilder mag oder schon immer mal grüne Kugeln in roten Löchern versenken wollte, der kann zugreifen – zumal der Spaß nur einen lumpigen US-Dollar kostet. Alle anderen sollten erst einen Probeflug mit der Testversion unternehmen.

Bobby

Bezugsquelle: http://www.nooskewl.com/content/bobby
Entwickler: Nooskewl
Lizenz: Kommerziell
Preis: 0,99 Dollar
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, 800 MHz Pentium Prozessor oder besser, mindestens 1 GB Hauptspeicher

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