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Spartanische Fahnenflucht

Das Spiel zum Wochenende: Bitfighter

02.04.2011
Kreuzt man das legendäre Asteroid mit den Spielmodi aktueller 3D-Shooter, kommt ein schnelles Netzwerkspiel im Retro-Look heraus. Vorausgesetzt es finden sich genügend Mitspieler.

In Bitfighter übernimmt der Spieler die Steuerung eines kleinen, dreieckigen Raumschiffs. Mit Waffengewalt versucht man in mehr oder weniger verwinkelten Arenen wahlweise möglichst viele Konkurrenten abzuschießen, Fahnen in die eigene Basis zu schleppen oder überdimensionale Bälle in das gegnerische Tor zu ballern.

Abbildung 1: Die rote Flagge des Gegners wäre geschnappt. Jetzt muss man sie nur noch an den Geschütztürmen vorbei in heimische Basis bringen – und darauf hoffen, nicht auf dem Weg vom Gegner über den Haufen geschossen zu werden.

Rüstig

Das eigene Raumschiff darf man mit drei von fünf möglichen Waffensystemen bestücken und ihm zwei von sechs verschiedenen Spezialfähigkeiten verpassen. So kann es beispielsweise einen Turbo-Boost einlegen oder sich für kurze Zeit unsichtbar machen. Im Kampf erlittene Schäden reparieren die immer wieder mal in den Arenen herumliegenden Gesundheitspäckchen.

Abbildung 2: Hier bekommt ein Geschützturm des Gegners eins auf die Mütze.

Bitfighter ist vollständig auf Mehrspielerpartien über das Netzwerk ausgelegt. Die verfügbaren Spielmodi kennt man so oder so ähnlich bereits aus anderen 3D-Actionspielen: Im sogenannten Bitmatch gilt es in einer vorgegebenen Zeitspanne möglichst viele Gegner zu eliminieren. Beim Soccer schießt man hingegen im wahrsten Sinne des Wortes einen Ball möglichst häufig in das Tor der gegnerischen Mannschaft.

Abbildung 3: Das Runde muss in das Eckige: Im Spielmodus Soccer gilt es diesen Ball durch Beschuss in das Tor des Gegners zu treiben.

Flagge zeigen

Den Kern von Bitfighter bilden jedoch die zahlreichen Capture the Flag-Varianten. In ihnen muss man eine Fahne aufsammeln und an eine ganz bestimmte Stelle der Arena bringen. Wer innerhalb eines Zeitlimits am Fleißigsten war, gewinnt die Partie. Capture the Flag gibt es in Bitfighter sowohl als Teamspiel, in der zwei Mannschaften die Fahne des jeweiligen Gegners stibitzen, sowie als Solo-Variante, in der man eine mehr oder weniger achtlos in der Arena herumliegende Fahne an eine bestimmte Sammelstelle bringen muss. In der spaßigen "Kaninchen"-Variante gibt es nur eine einzige Fahne, hinter der wie bei einer Hasenjagd auch alle anderen Spieler her sind. Insgesamt stehen sechs verschiedene Capture the Flag-Varianten bereit.

Abbildung 4: Im Spielmodus Nexus gilt es eine Flagge einzusammeln und sie schnellstmöglich…
Abbildung 5: … zum zentralen Punkt, dem Nexus zu bringen. Dessen Türen öffnen allerdings immer nur für kurze Zeit.

Für weitere Abwechslung im Spielgeschehen sorgen unter anderem überdimensionale gelbe Bälle, die man den Gegnern in Weg schießen kann, fiese Minen und fest installierte Abwehrgeschütze. Letzt genannte kann man teilweise übernehmen, anschließend feuern sie ausschließlich auf die Gegner. Pro Spielmodi stehen im Schnitt zwei verschiedene Arenen bereit. Wem das nicht ausreicht, der zimmert sich mit dem eingebauten Level-Editor kurzerhand eigene Spielplätze.

Abbildung 6: Im Leveleditor erstellt man schnell neue Arenen.

Einen Einzelspielermodus gibt es derzeit noch nicht, erst in einer kommenden Bitfighter-Version soll man auch gegen Computergegner antreten können. Experimentierfreudige können diese sogenannten Robots schon jetzt einschalten, was aber einen umständlichen Eingriff in die Konfigurations- und Leveldaten erfordert. Wer es probieren möchte, findet dazu eine (englischsprachige) Anleitung im Bitfighter-Wiki [2].

Abbildung 7: Die blauen Strudel sind Teleporter, über die man schnell an eine andere Ecke der Arena gelangt.

Abgehoben

Die Installation des Spiels gestaltet sich je nach Distribution etwas umständlich. Für openSUSE, Fedora, Mandriva und Debian findet man Pakete unter [3]. Ubuntu-Besitzer müssen das GetDeb-Repository einbinden. Dazu wechseln sie auf die passende GetDeb-Seite unter [4], wählen neben This repository is available for: die passende Distribution und führen dann die beiden, im unteren Teil genannten Befehle in einem Terminal aus. Anschließend steht Bitfighter im Paketmanager zur Installation bereit.

Abbildung 8: Hier hat das kleine rote Geschütz den blauen Gleiter des Spielers fachgerecht zerlegt.

Nach dem ersten Spielstart muss man sich zunächst einen Nickname verpassen. Zwischen den einzelnen Menüpunkten wechselt man mit den Pfeiltasten oder der Maus, die Eingabetaste wählt aus und per [Esc] gelangt man immer wieder ein Menü zurück. Hat man sich für einen Spielernamen entschieden, geht es per OK zum Hauptmenü. Dort sollte man sich zunächst die Instructions durchlesen und insbesondere die Tasten für die Steuerung einprägen. Um mit ihnen warm zu werden, empfiehlt sich anschließend, per Host Game gefolgt von Start Hosting ein eigenes neues Spiel zu initiieren und in der leeren Arena ein paar Flugübungen durchzuführen. Mit [w],[a],[s],[d] navigiert man das Raumschiff, die Maus lenkt das überdimensionale blaue Fadenkreuz auf das Ziel, welches wiederum die linke Maustaste beschießt. [z] blendet den kleinen Laden ein, über den man die Waffensysteme und die Spezialfähigkeiten austauscht. Hat man die Bedienung im Griff, wechselt man im Hauptmenü zum Punkt Join LAN/Internet Game. Die erscheinende Game Lobby listet nun alle im LAN und Internet gefundenen, offenen Partien auf. Ein Klick auf einen Eintrag in die Liste im oberen Teil genügt, um dem entsprechenden Spiel beizutreten.

Abbildung 9: Die Game Lobby listet in der oberen Hälfte alle gefunden Internet- und LAN-Server auf, die ein Bifighter Spiel anbieten. Zur nächsten Seite blättert Next. Im unteren Bereich darf man mit allen Spielern chatten.

Fazit

Eine Besonderheit von Bitfighter ist die absolut minimalistische 2D-Grafik, die an die ersten Spielautomaten aus den 70er Jahren erinnert. Warum sie allerdings eine aktivierte 3D-Beschleunigung voraussetzt, wissen vermutlich nur die Entwickler. Immerhin ermöglicht sie rasante, unkomplizierte und spaßige Partien im Netzwerk – vorausgesetzt man findet genügend Mitspieler. Die über das Internet erreichbaren, offenen Bitfighter-Server waren in den letzten Tagen nicht besonders zahlreich, kämpften mit Verbindungsabbrüchen und waren obendrein noch gähnend leer. Folglich bleibt nur, selbst eine Partie zu initiieren und das Beste zu hoffen oder im Freundeskreis für eine Runde im LAN zu werben.

Bitfighter

Bezugsquelle: http://bitfighter.org/
Entwickler: Chris Eykamp und GarageGames.com, Inc.
Lizenz: GNU GPLv2
Preis: Kostenlos
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

Infos

[1] Projekt-Homepage: http://bitfighter.org/

[2] Bitfighter-Wiki: http://bitfighter.org/wiki

[3] Bitfighter-Pakete für verschiedene Distributionen: http://download.opensuse.org/repositories/games/

[4] Bitfighter-Pakete für Ubuntu: http://www.ubuntuupdates.org/ppa/getdeb_games?dist=maverick

[5] Asteroids: http://de.wikipedia.org/wiki/Asteroids

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