beret_titel.png

Das Spiel zum Wochenende: Beret

Gedankensprünge

Normalerweise hüpft man sich in Jump-and-Run-Spielen einen Wolf. Etwas anders sieht die Sache aus, wenn der Hauptdarsteller ein Wissenschaftler, grün im Gesicht und obendrein ein Meister der Telekinese ist. Dann bekommt der Spieler auch noch eine Kopfnuss nach der anderen serviert.

Viele Jahre lang arbeitete der Wissenschaftler namens Beret in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Evil Corporation. Nachdem er sich selbst die Kunst der Telekinese beigebracht hatte, widerten ihn die fiesen Machenschaften der drei Konzernbosse zunehmend an. Schließlich sah Beret nur einen Ausweg: die Zerstörung der gesamten Firma.

Abbildung 1: Wenn man die Kisten intelligent stapelt, erreicht man auch höhergelegene Plattformen.

Verrücktes Mobiliar

Dummerweise ist das nicht ganz so einfach. Die einzelnen Abteilungen des Unternehmens darf nur betreten, wer eine bestimmte Anzahl besonderer Medallions besitzt. Um also die obersten drei Bösen in ihrer gut gesicherten Führungsetage zu erreichen, muss Beret erst einmal möglichst viele dieser Medallions in den übrigen Abteilungen einsammeln.

Abbildung 2: Beispiel für eines von vielen Puzzeln: Um an das Bruchstück ganz unten in der Grube heranzukommen, muss man zunächst den Roboter eliminieren …

Deren psychedelisch bunten Räumlichkeiten sind mit schwebenden Plattformen, achtlos herumstehenden Kisten und merkwürdigen Robotern gespickt. Letztgenannte wollen Beret auch noch ans Leder. Schießen kann der Wissenschaftler zwar sich selbst nicht, dafür aber Gegenstände per Gedanken kontrollieren und bewegen. Auf diese Weise schleudert er beispielsweise seine angriffslustigen Gegner durch die Luft oder stapelt Kisten, über die er wiederum an höhere Plattformen gelangt. Berets telekinetischer Einfluss auf Gegenstände ist allerdings auf einen bestimmten Radius begrenzt, weit entfernte Kisten kann er nicht verschieben.

Abbildung 3: … und dann die Kisten per Telekinese aus dem Schacht räumen.

Um an die Medallions zu gelangen, muss Beret verschiedene Aufgaben lösen. Mal gilt es, alle Gegner zu zerstören, dann wieder einfach nur vier im Level verteilte Bruchstücke einzusammeln. Dabei kommt er meist nicht darum herum, die überall verstreuten Kisten intelligent einzusetzen. Die existieren es auch noch in gleich mehreren Ausführungen: Während sich die Holzkisten dem eigenen Willen bedingungslos fügen, rutschen Eisblöcke noch eine Weile umher. Zu allem Überfluss stehen in späteren Räumen auch noch spezielle Wände: Durch rote lassen sich zwar Kisten schieben, Beret kann dort aber nicht hindurch gehen. Genau umgekehrt verhält es sich mit blauen Wänden.

Abbildung 4: Durch die blauen, halbdurchsichtigen Steine kann Beret laufen, die braunen Kisten aber nicht schieben. Um an das Medallion-Stück zu kommen, ist folglich einige (telekinetische) Denkarbeit notwendig.

Auspacker

Insgesamt sind in den 21 Leveln 120 Medallions versteckt. Im Laufe des Spiels lässt sich zudem ein Leveleditor freischalten, mit dem man weiteren Knobel- und Hüpfnachschub produzieren darf. Das Spiel selbst steht zwar nicht unter einer Open-Source-Lizenz, ist aber kostenlos auf seiner Homepage zu haben [1]. Das Linux-Archiv muss man lediglich auf der Festplatte entpacken, dann über den Paketmanager noch die Bibliotheken zu SDL, SDL_Image, SDL_Mixer, sowie SDL_ttf nachinstallieren und schließlich das Programm beret starten. Bis etwas auf dem Bildschirm passiert, kann es ein paar Sekunden dauern.

Abbildung 5: Auf der Karte kann man erst dann einen neuen Abschnitt betreten, wenn man die dafür notwendige Anzahl Medallions gesammelt hat. Bereits gespielte Level darf man jederzeit erneut in Angriff nehmen und darin die fehlenden Teile erspielen.

Im Titelbild klickt man einmal mit der linken Maustaste und tippt dann seinen Namen ein. Auf der Karte wählt man mit der Maus eine der (eckigen) Abteilungen aus. Der kleine Kopffüßler mit der angenehm grünen Gesichtsfarbe ist Beret, den man mit den Pfeiltasten oder [w],[a],[d] durch die Räume navigiert. Via [s] liest man ein Schild oder betritt Türen. Über die Maus steuert man ein kleines Fadenkreuz. Sobald dieses eine blaue Farbe annimmt, kann man den darunterliegenden Gegenstand beziehungsweise den Gegner in seine Gewalt bringen. Dazu muss man lediglich die linke Maustaste gedrückt halten und dann die Maus bewegen. Beret kann übrigens gleichzeitig laufen und Gegenstände bewegen.

Abbildung 6: Gegner greift man sich einfach per Telekinese und zerschmettert sie an der Wand.

Ähnliche Artikel

  • Das Spiel zum Wochenende: Puzzle Moppet
    Garnet Games greift das alte Sokoban-Prinzip auf und bringt es in die dritte Dimension. Im entstandenen Puzzlespiel schiebt man mit viel Köpfchen und räumlichem Vorstellungsvermögen dicke Kisten über fliegende Rasenflächen.
  • Das Spiel zum Wochenende: Clarc
    Kisten zu verschieben kann die kleinen grauen Zellen fordern und dabei sogar Spaß machen – das bewies schon 1982 das Spiel Sokoban. Der Berliner Entwickler GoldenTricycle hat das bewährte Konzept nicht nur aufgebohrt, sondern es auch noch in eine spannende Geschichte eingebettet.
  • Das Spiel zum Wochenende: Chuck's Challenge 3D
    Das Knobelspiel Chips Challenge dürfte der ein oder andere ältere Spieler noch kennen. Der Autor des einstigen Kultspiels möchte jetzt mit einer modernisierten Fassung an die guten alten Zeiten anknüpfen.
  • Das Spiel zum Wochenende: Octaspire Crates
    Die rote Kiste muss man nur auf eine grüne schieben. Damit das nicht so schnell langweilig wird, stellen Octaspire Games noch ein paar ziemlich gemeine Hindernisse in den Weg. Sie zu umgehen kostet ziemlich viel Gehirnschmalz.
  • Das Spiel zum Wochenende: Trine 3 - The Artifacts of Power
    Der Entwickler Frozenbyte wollte mit dem dritten Teil seiner überaus erfolgreichen Jump-and-Run-Reihe Trine neue Maßstäbe setzen – und hat sich an den eigenen Ansprüchen (fast) übernommen.
Kommentare

Aktuelle Fragen

Soundkarte wird erkannt, aber kein Ton
H A, 25.09.2016 01:37, 6 Antworten
Hallo, Ich weiß, dass es zu diesem Thema sehr oft Fragen gestellt wurden. Aber da ich ein Linu...
Scannen nur schwarz-weiß möglich
Werner Hahn, 20.09.2016 13:21, 2 Antworten
Canon Pixma MG5450S, Dell Latitude E6510, Betriebssyteme Ubuntu 16.04 und Windows 7. Der Canon-D...
Meteorit NB-7 startet nicht
Thomas Helbig, 13.09.2016 02:03, 3 Antworten
Verehrte Community Ich habe vor Kurzem einen Netbook-Oldie geschenkt bekommen. Beim Start ersch...
windows bootloader bei instalation gelöscht
markus Schneider, 12.09.2016 23:03, 1 Antworten
Hallo alle zusammen, ich habe neben meinem Windows 10 ein SL 7.2 Linux installiert und musste...
Ubuntu 16 LTE installiert, neustart friert ein
Matthias Nagel, 10.09.2016 01:16, 3 Antworten
hallo und guten Abend, hab mich heute mal darangewagt, Ubuntu 16 LTE parallel zu installieren....