Das Spiel zum Wochenende: Beat Cop

Freie Wahl

Welchen Weg Jack einschlägt, bleibt ganz alleine dem Spieler überlassen: Der Polizist kann wegschauen, Bestechungsgelder annehmen oder Dienst nach Vorschrift betreiben. Abhängig von den Entscheidungen läuft auch die Hintergrundgeschichte in eine andere Richtung und führt schließlich zu einem von mehreren verschiedenen Enden.

Bestraft man den Dieb, macht man sich bei seiner Gang unbeliebt, erhält dafür aber bei den Bewohnern des Viertels Bonuspunkte. Lässt man ihn laufen, passiert genau das Gegenteil.

Entwickler Pixel Crow und der Publisher 11bit Studios vertreiben das kleine Spiel für rund 15 Euro auf Steam [2] und im Humble Store [3] sowie für 14 Euro auf Gog.com [4]. In den beiden letztgenannten Online-Shops bekommt man Beat Cop in einer kopierschutzfreien Fassung. Der Humble Store spendiert obendrauf noch einen Key, mit dem man das Spiel auf Steam freischalten kann. In jedem Fall liegt es als 32- und 64-Bit-Programm vor. Um Beat Cop spielen zu können, muss man allerdings zunächst über seinen Paketmanager die Bibliothek SDL2 installieren, das zugehörige Paket heißt meist libsdl2. Derzeit ist Beat Cop noch Teil einer Sonderaktion bei Gog.com, in dessen Rahmen das Spiel schon für knapp 5 Euro zu haben ist.

Immer wieder bekommt man unmoralische oder zweifelhafte Angebote.

Fazit

Beat Cop startet mit einer spannenden Geschichte und zahlreichen abwechslungsreichen Aufträgen. Im belebten Viertel gibt es immer etwas zu tun: Angefangen von kleinen Diebstählen im Porno-Laden über Falschparker bis hin zu aufsehenerregenden Morden. Die Pixelgrafik ist mit viel Liebe zum Detail gezeichnet und fängt den Charme der 1980er Jahre wunderbar ein. Trotz der ernsten Hintergrundgeschichte nimmt sich das Spiel selbst nicht ganz ernst und liefert witzige Dialoge ab. Beat Cop fühlt sich somit wie eine spielbare Episode Miami Vice oder Magnum an.

Am Ende des Tages rechnet das Spiel ab: Hier hat sich Kelly bei der Gang unbeliebter gemacht. Geld gibt es unter anderem für die Verteilung von Strafzetteln.

Allerdings setzt Beat Cop den Spieler ständig unter Zeit- und Entscheidungsdruck. Zwar weist das Spiel daraufhin, dass man nicht immer alle Aufgaben abarbeiten kann, die übervolle TODO-Liste, die Ex-Frau und die Bedürfnisse der Anwohner sorgen dennoch für kaum eine Pause. Verpasst man zudem ein wichtiges Ereignis, hat dies unter Umständen unerwünschte Auswirkungen auf das Ende der Geschichte. Darüber hinaus muss Jack Kelly viele Diskussionen führen und der Spieler somit immer wieder eine Menge Text lesen. Der Ablauf der Einsätze ähnelt sich zudem immer wieder stark. Obwohl nicht viel Pixelblut fließt, richtet sich das Spiel schon alleine aufgrund seiner teils derben Sprache an Erwachsene. Schließlich stürzte das Spiel auf unserem Testsystem mit Ubuntu immer wieder ab. Dies geschah vorwiegend zwischen den jeweiligen Schichten, so dass der Fortschritt nicht verloren ging. Im Internet berichten allerdings viele weitere Spieler von ähnlichen Problemen.

Die Menschen auf der Straße geben immer wieder ihre Gedanken und Stimmungen preis.

Beat Cop bietet somit zwar ein interessantes Spielprinzip mit vielen pfiffigen Ansätzen, eine etwas längere Entwicklungszeit hätte der Mischung aus Detektiv-Adventure und Polizei-Simulation jedoch gutgetan. Wer derartige Spiele mag, kann für 5 Euro im Sonderverkauf aber auf jeden Fall zugreifen.

Beat Cop

Bezugsquelle: http://beatcopgame.com/
Entwickler: Pixel Crow
Lizenz: Kommerziell
Preis: 14,99 Euro (Steam / Humble Store), 13,99 Euro (Gog.com)
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution, Prozessor ab der Klasse Intel Core 2 Duo mit 2.4 GHz oder AMD Athlon X2 mit 2.8 GHz, mindestens 2 GByte Hauptspeicher, Grafikkarte ab der Klasse GeForce 9600 GS mit Shader Model 3.0 und 512 MByte, aktuelle Treiber für Grafik- und Soundkarte, installierte SDL 2

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