Ruinöse Rasenstaubsauger

Battlemass

Das Spiel zum Wochenende: Battlemass

26.01.2013
In einem kleinen rundenbasierten Strategiespiel beharken sich futuristische Panzer, während gleichzeitig überdimensionale Staubsauger Teile des Spielfeldes entfernen und die Kampfarena so sukzessive verkleinern.

Battlemass ist ein klassisches, rundenbasiertes Strategiespiel: Auf einem aus Hexfeldern zusammengesetzten Spielbrett schiebt der Spieler Panzer und Hubschrauber Richtung gegnerischer Basis. Letztgenannte gilt es in Schutt und Asche legen, während das eigene Hauptquartier möglichst keinen Kratzer abbekommen sollte.

In der „Combat“-Phase zieht man die Einheiten und greift an. Hier kann der gewählte Panzer bis zu zwei Felder vorrücken, die möglichen Ziele sind blau hervorgehoben.

3-Phasen-Tabs

Jede Spielrunde ist in drei Phasen unterteilt. Zunächst kann der Spieler seine bereits existierenden Einheiten ziehen und angreifen lassen. Jeder Panzer und jedes Fluggerät lässt sich dabei nur eine begrenzte Anzahl Felder weiterschieben – wie viele genau hängt vom Einheitentyp ab. Einfache Panzer lassen sich etwa nur ein Feld weiterbewegen, die flinken Hubschrauber hingegen schon drei. Angreifen kann eine Einheit in jeder Runde nur ein einziges Mal. Der dabei verursachte Schaden hängt wieder vom Typ ab: Der dicke Raketenwerfer hat eine größere Durchschlagskraft, als ein einfacher Panzer. Wann man zieht und schießt, darf man selbst bestimmen. Lässt sich etwa ein Panzer zwei Felder bewegen, kann man ihn erst um ein Feld in Schlagdistanz an den Gegner heransetzen, dann schießen und ihn schließlich wieder um ein Feld außer Reichweite bringen.

In der „Harvest“-Phase saugt der unbewegliche Harvester eine Grasplatte auf. Diese bringt dann einen Edon-Punkt. Eine der raren Blümchenwiesen spült sogar zwei Edons auf das Konto.

Neue Einheiten kosten Geld, in Battlemass Edon genannt. Das erhält man, indem man in der zweiten Phase mit einem Spezialgebäude, dem sogenannten Harvester, eines der Grasfelder einsaugt. Genügend Edon-Punkte vorausgesetzt, darf man schließlich in der dritten Phase neue Einheiten in der eigenen Basis produzieren lassen. Besonders angriffsstarke Modelle kosten dabei mehr, als solche mit geringer Reichweite und Panzerung. Sind die drei Phasen um, geht das ganze Spielchen in der nächsten Runde wieder von vorne los.

In der „Build“-Phase darf man schließlich die Basis neue Einheiten bauen lassen. Zur Auswahl stehen dabei sieben verschiedene Typen mit unterschiedlichen Eigenschaften und Fähigkeiten.

Abbrucharbeiten

Die Harvester malträtieren eine abgeerntete Bodenplatte so sehr, dass sie sich nach drei Runden auflöst. Sollte zu diesem Zeitpunkt eine Einheit darauf stehen, geht sie in einer kleinen Explosion verloren. In jedem Fall löst sich das Feld anschließend auf. Panzer lassen sich dann nicht mehr darauf parken, Flugzeuge können das Feld aber weiterhin überfliegen. Da alle Mitspieler gezwungen sind, die Grasfelder abzutragen, verkleinert sich so mit zunehmender Spieldauer sukzessive das Spielbrett. Des Weiteren stehen in der Landschaft einige braune Felsen herum. Diese Hindernisse sind nicht nur gegen Beschuss immun, Flugzeuge können sie auch nicht überfliegen. Immerhin geben sie so angeschlagenen Einheiten Deckung.

Durch den Abbau der Grasplatten verkleinert sich der Aktionsradius für die Bodeneinheiten.

Die Harvester bauen grundsätzlich nur Grasfelder ab. Tabu bleiben die brauen Felsen sowie die Betonplatten direkt um Basis und Harvester. Die überdimensionalen Staubsauger können zudem die Grasfelder nur in einem bestimmten Radius direkt um sie herum abtragen. Folglich will es gut überlegt sein, wo man eine solche Anlage platziert. Im Idealfall kann man mit ihrer Hilfe bestimmte Gebiete des Spielbretts für die Bodentruppen isolieren – zumindest fast: Ein spezielles Flugzeugmodell ist in der Lage, Panzer aufzunehmen und zu transportieren. Das kostet jedoch in der Angriffsphase wertvolle Zeit und Wegpunkte. Kann der Gegner zudem das Transportflugzeug in der Luft abschießen, ist auch gleichzeitig die enthaltene Fracht verloren.

Da Bodentruppen die gegnerische Basis nicht mehr erreichen könne, lädt hier ein Transportflugzeug einen Panzer auf den verbliebenen Betonplatten aus.

Kostenloser Plattenbau

Battlemass stammt vom südafrikanischen Entwickler Leslie Young, der es mittlerweile kostenlos über Desura anbietet [2]. Dort muss man lediglich am rechten Rand im Bereich Releases auf das obere Battlemass klicken, im neuen Fenster dem etwas unscheinbaren Link standalone downloads folgen und dann das Archiv für Linux herunterladen. Letztgenanntes entpackt man auf der Festplatte und startet das Programm battlemass.

Die braunen Klötze dienen als Hindernisse und auf dieser Karte als Mauer.

Nach dem ersten Start bittet das Spiel darum, ein (kostenloses) Benutzerkonto anzulegen. Das benötigt man nur, wenn man über das Internet gegen reale Personen antreten möchte. Einzelspieler können das Fenster einfach über das rote X rechts oben schließen. Gleiches gilt für alle, die mit einem Freund vor einem Rechner spielen möchten (Hotseat-Modus).

Einsteiger wählen auf dem Register new game das Tutorial, das in die Bedienung einführt. Eingreifen kann man dabei übrigens nicht, sondern sich nur von Erklärung zu Erklärung klicken.

Im Tutorial darf man nur zuschauen.

Fazit
Battlemass ist ein nettes, kurzweiliges Strategiespiel und genau das Richtige für eine schnelle Partie zwischendurch. Die Idee mit dem schrumpfenden Spielbrett ist noch recht unverbraucht und fordert immer wieder neue Taktiken. Eine durchschnittliche Partie dauert bei geübten Teilnehmern eine gute Mittagspause.

Der Harvester kann nur in seiner direkten Umgebung (hier gelb markiert) die Grasfelder abbauen.

Für eine längerfristige Motivation fehlt Battlemass allerdings die Abwechslung: So gibt es nur magere sieben Einheitentypen, die zudem sofort jedem Mitspieler zur Verfügung stehen (Stein-Schere-Papier-Prinzip). Abgesehen vom sich langsam verkleinernden Spielbrett fehlen weitere interessante Ideen, mit denen sich das Strategiespiel von der Konkurrenz abheben könnte. Der Computergegner ist zudem mit Hubschraubern recht schnell erledigt. Richtig Spaß macht Battlemass daher nur gegen echte Gegner – idealerweise im Hotseat-Modus.

Battlemass

Bezugsquelle: http://plyoung.com/battlemass/
Entwickler: Leslie Young
Lizenz: Eigene (Closed-Source)
Preis: Kostenlos
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://plyoung.com/battlemass/

[2] Battlemass auf Desura:
http://www.desura.com/games/battlemass

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