Das Spiel zum Wochenende: Bastion

Aufstieg

Wie in jedem richtigen Rollenspiel gewinnt Kid im Laufe der Kämpfe an Erfahrung. Hat er genügend dieser Erfahrungspunkte gesammelt, steigt er einen Level auf. Dies bringt ihm entsprechende Vorteile, so stehen etwa in der Destillerie bessere Alkoholika zur Verfügung. Sobald Kid einen Level abgeschlossen hat, kehrt er automatisch wieder zur Bastion zurück. Mit entsprechenden Artefakten darf er dort selbst eine Waffenkammer, eine Destillerie und weitere nützliche Gebäude errichten. Bestimmte Aktionen von Kid kommentiert ein Erzähler aus dem Hintergrund, der so gleichzeitig langsam die Geschichte vorantreibt. Die Sprachausgabe ist dabei durchgehend in Englisch, immerhin gibt es deutsche Untertitel und Menüs.

Wer in den Leveln spezielle Artefakte findet, darf auf den schwarzen Kreisen der Bastion ein Gebäude bauen. Links steht bereits eine Waffenkammer.

Entwickler Supergiant Games vertreibt sein Action-Rollenspiel über verschiedene Kanäle, die Homepage [1] fasst sie am rechten Rand unter Get Bastion zusammen. Linux-Nutzer können Bastion über Steam oder das Ubuntu Software Center erwerben. Bis einschließlich Montagnacht (25.03.2013) läuft noch der Humble Weekly Sale [2]. Dort darf man für Bastion zahlen, was man möchte, mindestens ist jedoch 1 Dollar fällig. Je nachdem, wie viel man noch drauflegt, erhält man Bonusmaterial dazu.

Von der Bastion aus erreicht man auch spezielle Trainingsräume. Hier muss man mit möglichst wenigen Schüssen alle Kugeln beseitigen.

Fazit

Bastion ist ein liebevoll und abwechslungsreich gestaltetes Action-Rollenspiel, das mit einer total verkorksten Steuerung den Spieler in den Wahnsinn treibt. Wo man in Diablo einfach auf den Gegner klickt, muss man hier ein Virtuose an Maus und Tastatur sein. Weiß man die Tastenkürzel nicht auswendig, ist man in den Kämpfen so gut wie chancenlos. Wer kann, sollte ein Gamepad verwenden. Bastion lässt zudem ein Talentsystem vermissen, auch Zauberspüche fehlen – sieht man einmal von den Spezialangriffen ab. Schließlich sind die einzelnen Level ziemlich linear aufgebaut. Bastion ist damit mehr ein Action- denn ein Rollenspiel.

Das Schilt wehrt zwar gegnerische Geschosse ab, während es Kid hochhält, kann er jedoch nicht schießen.

Im Gegenzug wartet Bastion mit vielen kleinen, pfiffigen Ideen auf, wie etwa der fragilen Umgebung und den Waffen, die nicht sofort einfach per Mausklick drauflos ballern. Die Entwickler haben sich zudem sichtlich um Abwechslung bemüht. Das spiegelt sich sowohl in den unterschiedlichen Landschaften als auch im Spielablauf wider: Mal muss Kid dem langsam wegbrechenden Boden entkommen, dann Selbstschussanlagen ausschalten und schließlich in einer kleinen Arena mehrere dicke Monster auf einmal verprügeln.

Der Kommentator zeigt immer wieder auch seinen Sinn für Humor. Solche Massenschlachten beherrscht man trotzdem nur, wenn man die Tastatur perfekt im Griff hat.

Da Kid immer nur zwei Waffen und einen Spezialangriff gleichzeitig einsatzfähig halten kann, bekommt das Spiel auch eine taktische Komponente. Darüber hinaus begeistert die nett gezeichnete isometrische Grafik sowie die motivierende Hintergrundmusik. Unter dem Strich erhalten Action-Rollenspieler genau das richtige Mittel, um die derzeit noch usseligen Frühlingsabende zu überbrücken. Ein Rollenspiel mit Tiefgang darf man jedoch nicht erwarten.

Bastion

Bezugsquelle: http://supergiantgames.com/?page_id=242
Entwickler: Supergiant Games
Lizenz: Kommerziell
Preis: 14 Euro (Steam), 20 Dollar (Ubuntu Software Center)
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, 1.7 GHz Dual-Core-Prozessor, 2 GB Hauptspeicher, Grafikkarte mit 512 MB Speicher

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://supergiantgames.com/?page_id=242

[2] Humble Weekly Sale:
http://www.humblebundle.com/weekly

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