Ein schlechtes Hotel

Das Spiel zum Wochenende: Bad Hotel

Das Spiel zum Wochenende: Bad Hotel

15.02.2014
Das kleine schicke Hotel liegt wunderbar einsam mitten im Grünen. Nur hin und wieder fliegen ein paar Vögel vorbei. Der perfekte Ort für einen erholsamen Urlaub. Hatte ich erwähnt, dass die Vögel mit Bomben werfen?

In Bad Hotel übernimmt der Spieler die Aufsicht über ein kleines, rechteckiges Hotel, das einsam in der Landschaft steht. Über eine Palette am unteren Bildschirmrand zieht er weitere quadratische Zimmer per Drag-and-Drop an das Hotel. Jedes Zimmer kostet etwas Geld, bringt aber im Gegenzug auch Mieten ein. Das so langsam in die Höhe wachsende Gebäude ist allerdings gleich mehreren Kreaturen ein Dorn im Auge.

In Bad Hotel setzt man neue Zimmer an das Hotel an. Die generieren Einnahmen …

Mauerspechte

Da wären zunächst einmal die Vögel. Mit kleinen Bömbchen bewaffnet, nehmen sie immer mal wieder das Hotel unter Beschuss. Das Federvieh ist jedoch nichts gegen einen gewissen Herrn Tadstock, den Hotel-Besitzer. Der ist auf die Versicherungssumme scharf, die er beim Einsturz des Hotels kassiert. Folglich engagiert er unablässig verschiedene kriminelle Handlanger, die sich ebenfalls am Hotel zu schaffen machen.

… locken aber auch Vögel mit Bomben an.

Jedes unter Beschuss genommene Zimmer verliert etwas Lebensenergie. Ist diese aufgebraucht, stürzt das Zimmer ein. Sollten es die Angreifer schaffen, auch das rechteckige Ursprungshotel zu zerlegen, ist das Spiel beendet. Gemeinerweise greifen die Gegner immer in Wellen an. Verschnaufpausen hat man nur selten, entstandene Schäden muss man folglich noch während der Angriffe beseitigen. Als wäre das noch nicht genug, generiert jedes Zimmer nur in festen Abständen frisches Geld.

Selbstschussanlagen und Minenwerfer nehmen auch die zu Fuß angreifenden Saboteure unter Beschuss.

Scharfe Architektur

Um sich gegen die Angreifer zu wehren, darf der Spieler nicht nur Zimmer, sondern auch mehrere verschiedene Abwehrkanonen an sein Hotel flanschen. Die müssen sich jedoch immer erst auf einen Gegner ausrichten, produzieren selbst keine Einnahmen und sind obendrein auch noch teurer als die normalen Zimmer. Letztgenanntes gilt auch für Spezialzimmer, die andere Bauteile des Hotels heilen können.

In manchen Leveln muss man gänzlich ohne Selbstschussanlagen auskommen.

Ziel des Spiels ist es, den Angriffen eine vorgegebene Zeit zu trotzen. Konnte man das Hotel retten, geht es in einem neuen Level mit anderen Bauteilen und Gegnern weiter. Dabei trifft der Spieler immer mal wieder auf größere Endgegner, die er längere Zeit unter Beschuss nehmen muss.

Hier schießt Herr Tadstock aus einer riesigen Wolke kleinere Wölkchen beständig gegen das Hotel. Die große Wolke steckt dabei ziemlich viele Treffer ein.

Der Entwickler Lucky Frame verkauft Bad Hotel sowohl auf Steam [2] als auch über seine eigene Homepage [1]. Den Kauf auf Steam sollte man sich jedoch gut überlegen: Dort besitzt das Spiel einen Kopierschutz und ist nach den aktuellen Währungskursen auch noch teurer als auf der Homepage der Entwickler. Abschließend erhält man im Direktverkauf neben der Windows-, Mac-OS-X- und Linux-Version auch noch die Fassung für Android obendrauf. Eine Testversion existiert hingegen nicht, lediglich ein Video auf Steam gibt einen Einblick in das Spielgeschehen.

In den späteren Leveln werden die Angriffe immer größer. Hier greifen Schlangen, dicke Hummeln und Wölkchen an.

Fazit

Man merkt Bad Hotel deutlich an, dass es ursprünglich für Mobilgeräte entwickelte wurde: Dort darf man blitzschnell mit dem Finger die Bauteile an das Hotel ziehen, unter Linux fummelt man mit der Maus die Räume aneinander. Der Schwierigkeitsgrad steigt zwar langsam an, meist muss man jedoch einen Level mehrfach in Angriff nehmen.

In der Regel ändert sich nur die Optik, die Bauteile beschränken sich auf Zimmer, Heilklötze und zwei verschiedene Selbstschussanlagen.

Die Grafik ist karg und zweckmäßig, die Musik erzeugt das zusammengebaute Hotel selbst: Sobald ein Zimmer eine Einnahme generiert, spielt es einen Ton ab, die Kanonen dröhnen beim Feuern. Das Ergebnis ist allerdings ein bimmelnder, nervender Klangteppich, der nicht an das ähnliche System von Bit.Trip Runner heranreicht [3].

Letztendlich ist Bad Hotel ein simples Tower-Defense-Spiel. Aufgrund der wenigen Bauteile erreicht es bei Weitem nicht die Spieltiefe des Klassikers „Pflanzen gegen Zombies“ [4]. Aus der interessanten wie witzigen Grundidee hätten die Entwickler weitaus mehr herausholen können. Die auf Steam verlangten fünf Euro sind somit für das Ergebnis zu viel, die fünf Dollar im Direktverkauf je nach Umrechnungskurs gerade noch so vertretbar.

Bad Hotel

Bezugsquelle: http://www.luckyframe.co.uk/badhotel/
Entwickler: Lucky Frame
Lizenz: Kommerziell
Preis: 5 Dollar im Direktvertrieb (Humble Widget) / 5 Euro auf Steam
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://www.luckyframe.co.uk/badhotel/

[2] Bad Hotel auf Steam:
http://store.steampowered.com/app/231720/

[3] Das Spiel zum Wochenende (und Pfingsten): Bit.Trip Runner, Tim Schürmann: „Laufender Meter“, LinuxCommunity, 26.05.2012:
http://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Online-Artikel/Das-Spiel-zum-Wochenende-und-Pfingsten-Bit.Trip-Runner

[4] „Pflanzen gegen Zombies“ auf Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Pflanzen_gegen_Zombies

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