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Bombiger Rettungsdienst

Das Spiel zum Wochenende: Atom Zombie Smasher

02.07.2011 Sperrt man lila Zombies und gelbe Menschen mit viel Sprengstoff in eng bebaute Städte, erhält man ein Strategiespiel mit ordentlich viel Wums. Das dachten sich zumindest Blendo Games, die das Szenario in einen abwechslungsreichen Tower-Defense-Klon gossen.

Irgendwie scheinen die 60er Jahre für die Einwohner von Nuevos Aires nicht besonders gut anzufangen. Ärger bereiten vor allem die zahlreichen Zombies, die bei Einbruch der Dunkelheit fröhlich in die Städte einmarschieren, ungefragt erfolgreiche Fußballer fressen und alle übrigen Bürger in ihresgleichen verwandeln.

Abbildung 1

Abbildung 1: Der Hubschrauber fliegt ein, um die gelben Bewohner der Stadt zu evakuieren.

Punktierung

Abhilfe schafft nur noch eine groß angelegte Evakuierung, die wiederum vom Spieler ausgesendete Hubschrauber durchführen. Deckung geben dabei verschiedene militärische Einheiten, wie etwa eine kleine Gruppe Infanteristen, Raketenwerfer und Sprengmeister. Letztgenannte legen die Hochhäuser der Stadt gezielt in Schutt und Asche – in der Hoffnung, dass die Trümmer möglichst viele Zombies unter sich begraben.

Für jede erfolgreiche Evakuierung oder die Eliminierung sämtlicher Zombies erhält man Siegpunkte gutgeschrieben. Umgekehrt bekommen auch die Untoten für jeden bekehrten Bürger Punkte. Wer von beiden Parteien als erstes die Zahl 6000 auf seinem Kontoauszug stehen hat, gewinnt das Spiel.

Abbildung 2

Abbildung 2: Nach der Evakuierung rechnet das Spiel ab. Hier liegen die Zombies mit 345 Siegpunkten in Führung.

Davon unabhängig sammeln die einzelnen militärischen Einheiten in ihrem Einsatz Erfahrungspunkte. Diese kann man wiederum in eine Aufrüstung oder Verbesserungen investieren. So erhöht man etwa nach und nach das Fassungsvermögen des Hubschraubers oder verkürzt die Ladezeiten des Raketenwerfers.

Hirn im Angebot

Eine Evakuierung läuft in Atom Zombie Smasher immer in zwei Phasen ab. Als Erstes wählt man auf einer Weltkarte das nächste Einsatzgebiet. Dicht besiedelte Städte versprechen dabei besonders viele Siegpunkte, werden aber dafür auch von mehr Zombies heimgesucht.

Abbildung 3

Abbildung 3: Auf der Karte wählt man den nächsten Einsatzort.

Hat man sich für eine Stadt entschieden, legt man in ihr den Landepunkt für den Helikopter fest und platziert alle anderen zur Verfügung stehenden militärischen Gerätschaften. Dabei ist allerdings Köpfchen gefragt: Während der Soldatentrupp nur eine begrenzte Reichweite besitzt, können die Geschosse des Raketenwerfers nur außerhalb einer um ihn herum gelegten Schutzzone einschlagen. Zu allem Überfluss müssen die Bewohner auch erst noch durch die Straßen bis zum Hubschrauber laufen. Man sollte die Landezone daher sowohl zentral, als auch möglichst weit von den Untoten entfernt platzieren. Die fallen immerhin ziemlich berechenbar vom Stadtrand aus ein.

Abbildung 4

Abbildung 4: Nachdem man die Einheiten platziert und die Runde gestartet hat, strömen die lila Zombies in die Stadt.

Sobald ein Zombie einen normalen Bürger berührt, verwandelt sich dieser ebenfalls in einen Zombie. Passt man nicht auf, wächst folglich die Gruppe der Angreifer mit zunehmender Spielzeit rapide an. Nach Sonnenuntergang ertönt zudem eine Hupe, mit der noch einmal eine riesige Welle Untoter in die Stadt schwappt. Hier hilft dann nur noch geballte Feuerkraft.

Abbildung 5

Abbildung 5: Nach Anbruch der Dunkelheit fluten die Zombies von allen Seiten die Stadt. Da helfen nur noch wie hier gezielte Sprengungen.

Händchen

Während einige Einheiten einfach von selbst auf alle heranschlurfenden Zombies ballern, muss man Sprengungen und Raketen selbst auslösen. Gleichzeitig gilt es auch noch den Landeplatz des Hubschraubers zu beobachten und ihn im Fall der Fälle schnell an eine andere Stelle zu verlegen. Glücklicherweise darf man die Spielzeit verlangsamen und bekommt so mehr Zeit zum Nachdenken. Wer mag, darf sogar mit bis zu zwei weiteren menschlichen Spielern gegen die Zombies antreten.

Abbildung 6

Abbildung 6: Die grünen Bereiche zeigen den Bereich an, in dem die Soldaten automatisch auf herannahende Zombies schießen.

In jeder Stadt gilt es immer eine ganz bestimmte Aufgabe zu lösen. Beispielsweise muss man in der ersten Mission mindestens 10 Bürger ausfliegen, später werden es jedoch schnell mehr. Den Aufbau der Städte berechnet Atomic Zombie Smasher übrigens immer wieder neu. Jedes gestartete Spiel verlangt folglich komplett andere Taktiken.

Quanta Costa

Im Online-Shop von Blendo Games kostet Atom Zombie Smasher umgerechnet fast 14 Euro [1]. Interessenten dürfen sich vorab eine kostenlose Testversion herunterladen. Das dabei erhaltene Archiv muss man lediglich auf der Festplatte entpacken und dann das Skript ./AtomZombieSmasher starten.

Abbildung 7

Abbildung 7: Der Raketenwerfer kann immer nur eine begrenzte Anzahl Raketen abfeuern und besitzt zudem eine lange Nachladezeit. Die Treffpunkte markiert man mit der rechten Maustaste.

Atom Zombie Smasher verlangt zunächst die Eingabe eines Spielernamens und führt dann mit vielen Hilfestellungen durch die ersten Missionen. Die Steuerung erfolgt vollständig über die Maus, die Zeit verlangsamt ein Druck auf die Leertaste. Über die gelben Fragezeichen am rechten Rand erreicht man eine kleine, zum Thema passende Online-Hilfe, die auch jederzeit ein Druck auf [F1] hervor ruft.

Das Demo ist allerdings nach vier gespielten Missionen bereits zuende. In der Kaufversion darf man zudem die Spielregeln nach Herzenslust verbiegen und sie dann als Mods mit anderen Spielern teilen.

Abbildung 8

Abbildung 8: Neulingen greift das Spiel mit zahlreichen Hilfen unter die Arme.

Fazit

Hat man einmal die Steuerung der einzelnen Einheiten verstanden, fesselt Atom Zombie Smasher trotz des ausgelutschten Spielprinzips vor den Bildschirm. Schnell stellt sich das "nur noch diese eine Stadt"-Gefühl ein.

Die Comic-Grafik passt gut zum abgedrehten 60er-Jahre Szenario und erinnert an alte B-Movies. Die fitzeligen Einwohner wirken mit ihren nüchternen Punkten allerdings etwas lieblos. Im Hintergrund dudelt eine stimmungsvolle, eingehende Musik, die nach einer Weile jedoch eintönig klingt.

Der Schwierigkeitsgrad steigt moderat an, immer neu hinzukommende Schießanlagen motivieren und sorgen für Abwechslung. Freunde von kurzweiligen Strategiespielen, sowie Liebhaber des Tower-Defense-Prinzips sollten daher zumindest einmal die Testversion anspielen.

Atom Zombie Smasher

Bezugsquelle: http://www.blendogames.com/atomzombiesmasher/
Entwickler: Blendo Games
Lizenz: Kommerziell
Preis: ca. 14 Euro
Voraussetzungen: mindestens 1GHz-Prozessor, 512 MB Hauptspeicher, 50 MB freier Festplattenplatz, aktivierte 3D-Grafik

Infos

[1] Projekt-Homepage: http://www.blendogames.com/atomzombiesmasher/

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