Das Spiel zum Wochenende: Antichamber

Das Spiel zum Wochenende: Antichamber

Optische Täuschung

24.05.2014
Wie es sich anfühlt, in einer Zeichnung von M. C. Escher spazieren zu gehen, kann jeder in einem Knobelspiel von Alexander Bruce nachvollziehen. Bei der Erkundungstour muss man im wahrsten Sinne des Wortes immer wieder um die Ecke denken.

Im Spiel Antichamber findet sich der Spieler in einem Labyrinth aus weißen Räumen und Gängen wieder. Diese trotzen nicht nur der Logik, sondern häufig auch den physikalischen Gesetzen. Damit noch nicht genug muss der Spieler auf der Suche nach dem Ausgang auch noch immer wieder äußerst ungewöhnliche Logikrätsel lösen.

Egal welchen der beiden Wege man auch wählt, man landet immer wieder an dieser Stelle.

Orientierungslos

So steht der Spieler gleich zu Beginn an einer Gabelung: Eine rot beleuchtete Treppe führt nach unten, eine blau erleuchtete Treppe nach oben. Egal, welche der beiden Treppen der Spieler auch wählt, er landet immer wieder am gleichen Ausgangspunkt. Der Ausweg ist so einfach wie simpel: Der Spieler muss sich lediglich umdrehen und den Gang zurücklaufen. Wie in diesem Beispiel spielt Antichamber immer wieder mit der Wahrnehmung des Spielers.

Mit der Waffe kann man den kleinen blauen Würfel einsaugen und später wieder an eine Wand feuern. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Türen blockieren.

Zu Beginn kann man zunächst nur laufen und springen. Erst im weiteren Verlauf findet der Spieler eine Antimaterie-Waffe. Die kann wiederum kleine Blöcke aufsaugen und an einer anderen Stelle materialisieren lassen. Später gibt es weitere Waffen mit unterschiedlichen Fähigkeiten. So verschießt das grüne Exemplar gleich mehrere Blöcke hintereinander. Auf diese Weise lassen sich etwa Löcher in Wände schneiden, kleine Treppen basteln oder Lichtschranken blockieren. Die Blöcke dienen sogar als Schlüssel, mit denen sich Tore öffnen lassen.

Die blauen Würfel dienen auch als Kletterhilfe beziehungsweise Treffenersatz.

Historisch wertvoll

Eine frühe erste Version von Antichamber stellte sein Entwickler Alexander Bruce bereits 2009 auf der Tokyo Game Show vor. Damals firmierte das Spiel noch unter dem Namen „Hazard: The Journey Of Life“ und war eine Erweiterung für den Ego-Shooter Unreal Tournament 3. Im Laufe der Jahre entwickelte der Australier seine Knobelorgie zu einem eigenständigen Produkt weiter, dessen Windows-Version schließlich im Januar 2013 erschien.

Immer wieder stößt der Spieler auf solche Bilder, die beim Anklicken einen hilfreichen wie nachdenkenswerten Spruch liefern.

Die Linux-Version ist erst seit Kurzem über den Humble Store [2] erhältlich. Dort bekommt man für knapp 15 Euro nur eine 32-Bit-Version, die jedoch immerhin keinen Kopierschutz besitzt. Das Knobelspiel ist übrigens auch auf Steam vertreten, dort allerdings nur mit der Windows-Version [3]. Wer übrigens nach dem Start das Hauptmenü sucht, muss sich lediglich mit der Maus umschauen: Er steht mittendrin. Um das Spiel zu beenden, drückt man [Esc] und dann im Hauptmenü noch einmal etwas länger auf [Esc].

In Antichamber muss man manchmal alle Hemmungen fallen lassen und im Hinterkopf behalten, dass man nicht sterben kann.

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Kommentare
3D-Grafik Kompatibilität
Name (unangemeldet), Samstag, 24. Mai 2014 02:14:18
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Es wäre interessant zu wissen, was "Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik" bedeutet. Jedenfalls läuft es bei mit mit Debian Wheezy und Intel GMA 4500MHD leider nicht.

Steam sagt "Graphics:NVIDIA 8000 series or higher (Shader Model 3 Compatible)", der 4500MHD unterstützt angeblich sogar Shader Model 4.


Bewertung: 254 Punkte bei 123 Stimmen.
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Re: 3D-Grafik Kompatibilität
Tim Schürmann, Samstag, 24. Mai 2014 12:16:38
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Dummerweise steht das nirgendwo, sonst hätte ich es mit aufgenommen.

Hier läuft Antichamber einwandfrei auf einem ca. vier Jahre alten Rechner mit NVidia-Karte und dem entsprechenden proprietären Treiber.

Als Unterbau nutzt das Spiel die Unreal-Engine, die recht hohe Ansprüche an den *Treiber* stellen dürfte. Die Open-Source-Treiber werden daher sehr wahrscheinlich nicht ausreichen.


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