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Zeit, dass sich was dreht

Das Spiel zum Wochenende: And Yet It Moves

18.09.2010 Wenn ein Jump and Run-Spiel auf zerrissene Modezeitschriften trifft, entstehen dabei nicht nur knackige Rätsel, sondern es stellt auch im wahrsten Sinne des Wortes die Welt auf den Kopf.

And Yet It Moves ist eigentlich ein klassisches Jump and Run-Spiel, in dem ein Papiermännchen durch eine hübsche Pappmaschee-Landschaft läuft und kleine Hindernisse überspringt. Gegenüber der Konkurrenz darf man hier jedoch auch die komplette Landschaft in 90-Grad Schritten drehen. Steht der Held beispielsweise vor einer Wand, rotiert man die Umgebung kurzerhand auf den Kopf und läuft ungehindert an der ehemaligen Decke weiter. Weiche Äste verwandeln sich durch zeitlich clever gesetzte Drehungen in Rutschbahnen, Bodenwellen zu einer Treppe und einbrechende Felsvorsprünge zusammen mit einem geschickt ausgeführten Sprung in ein Katapult.

Abbildung 1: Um diesen Abhang hinter zu kommen, dreht man die Szene einfach um 90 Grad. Auf die lockeren Gesteinsbrocken am oberen Rand sollte man allerdings ein wachsames Auge haben.

Physikunterricht

Das Kippen ist allerdings nicht ganz ungefährlich, insbesondere da weiterhin die Schwerkraft wirkt. Bei einer unachtsamen Drehung werden schon einmal achtlos herumliegende Gesteinsbrocken zu gefährlichen Geschossen, die den Helden unter sich zerquetschen. Glücklicherweise kann man niemals sterben. Sollte das kleine Papiermännchen einmal aus luftiger Höhe unsanft auf dem Boden aufschlagen oder es von Geröllmassen zerquetscht werden, spult das Spiel automatisch zur letzten sicheren Stelle zurück.

Abbildung 2: Unsanft von einem Stein getroffen, zerplatzt der Held in seine Einzelteile. Glücklicherweise setzt ihn das Spiel wieder zusammen – was entsprechend viel Zeit kostet.

Eile mit Weile

Spielziel ist es, die in mehrere Kapitel gruppierten Level möglichst schnell zu durchqueren (Stichwort "Speedrun"). Da an jeder zweiten Ecke irgendein Puzzle wartet, ist das jedoch einfacher gesagt, als getan. Meist lassen sich die Rätsel durch geschickte Rotation der Umgebung lösen. Da werden dann auch die einst so unheilvollen Gesteinsbrocken zu praktischen Helfern, die mit ordentlich Schmackes ein Hindernis freisprengen. Einen raschen Durchmarsch erschweren im späteren Spielverlauf noch ein paar Gegner, darunter Fledermäuse, Bienen und Affen, die allesamt unterschiedlich auf die drehende Welt reagieren. Insgesamt warten 17 Level in drei verschiedenen Welten auf ihre Erkundung.

Abbildung 3: Ein typisches Einsteigerrätsel aus dem ersten Level: Umfunktioniert zu einem Unterstand schützt diese Einbuchtung in der Decke vor herabstürzenden Felsbrocken.

Jeden Leveldurchquerung zeichnet das Spiel auf. Wagt man anschließend einen neuen Versuch, erscheint die Figur aus dem letzten Lauf als schemenhafter Geist (Ghost). Auf diese Weise kann man seine Leistungen direkt vergleichen: Sobald man den Geist überholt, erzielt man eine bessere Rundenzeit. Die Aufzeichnung darf man zudem an andere And Yet It Moves-Spieler weiterreichen, die sich dann wiederum selbst mit dem Ghost messen können.

Abbildung 4: Auf Wunsch darf man gegen sich selbst antreten. Die Ergebnisse des letzten Durchlaufs zeigt der dunkelgraue "Geist".

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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