age36.png

Besetzt!

Das Spiel zum Wochenende: Age of Conquest III

08.01.2011
Im kommerziellen Rundenstrategiespiel von Noble Masters Games gilt es als mächtiger König möglichst viele Teile der Weltkarte mit seinen Truppen einzunehmen. Dummerweise versuchen das auch noch bis zu 50 andere Mitspieler.

Zu Beginn besetzt man nur ein einen kleinen Teil der Karte. Ausgehend vom eigenen Schloss rekrutiert man Soldaten und lässt diese in die Nachbargebiete einmarschieren. Jede Aktion kostet Punkte, das Aussenden einer Truppe schlägt beispielsweise mit einem Zähler zu Buche. Sind alle verfügbaren "Action Points" aufgebraucht, darf der nächste Spieler seine Befehle erteilen. Die Züge der anderen Mitspieler bekommt man allerdings nur zu Gesicht, wenn sie das eigene Königreich betreffen.

Abbildung 1: Jeder König hat seine eigene Farbe, graue Provinzen sind neutral, während die hellgrauen dem eigenen Reich angehören.

Wachstumsphase

Je mehr Gebiete man erobert, desto mehr Goldstücke erhält man auf seinem königlichen Konto gutgeschrieben. Von diesen Einnahmen kauft man weitere Truppen, zieht um die eroberten Ländereien Festungsmauern oder baut Beobachtungstürme. Letztere decken die gegnerische Truppenstärke in den direkt angrenzenden Gebieten auf. Besonders Acht geben sollte man auf das Land mit der Krone: Erobert ein Mitspieler den Sitz des Königs, ist das Spiel beendet.

Das recht simple und rasch erlernte Spielprinzip lehnt sich stark an das Brettspiel Risiko an [2]. Genau wie das Vorbild macht auch Age of Conquest mit mehreren realen Mitspielern den meisten Spaß. Dazu muss man allerdings zur separat erhältlichen Online-Variante des Spiels greifen. Mit ihr kämpfen dann bis zu 50 Spieler auf einer Karte um die Vorherrschaft – vorausgesetzt es finden sich gerade so viele Strategen online. In der Einzelspieler-Fassung namens Age of Conquest III muss man hingegen mit computergesteuerten, dafür aber auch stets verfügbaren Gegnern vorlieb nehmen.

Abbildung 2: Mit einem Klick auf ein Gebiet, erscheint dieses Menü, über das man die dort stationierten Truppen befehligt, neue Einheiten rekrutiert und Gebäude errichtet.

Kostenpflichtiger Nachschub

Von letztgenannter Variante steht auf der Homepage des Herstellers [1] eine Demo-Version bereit. Sie läuft zwar unbegrenzt, bietet aber nur einen eingeschränkten Funktionsumfang. In der fast 20 Dollar teuren Vollversion muss man neben der eigenen Bevölkerung auch die laufende Wirtschaft im Auge behalten. Zudem erhält man weitere diplomatische Möglichkeiten, beispielsweise kann man mit anderen Herrschern einen Friedenspakt schließen und teuflische Allianzen schmieden.

Während die Demo-Version auf Europa beschränkt bleibt, dürfen zahlende Kunden auch andere Kontinente erobern, wie etwa Nord Amerika und Asien. Wem das nicht ausreicht, fertigt eigene Karten im hauseigenen Karteneditor und tauscht sie über einen eingebauten Manager mit anderen Age of Conquest-Spielern. Schließlich liefert die Vollversion noch unterschiedliche Szenarien von der Antike bis in die Moderne, sogar ein Fantasy-Szenario mit aus Zombies bestehenden Fraktionen ist im Angebot.

Abbildung 3: Über den Map Manager lädt man zusätzliche Karten herunter.

Die Online-Fassung läuft nach der Registrierung sieben Tage lang kostenlos, danach verlangt Noble Masters Games 20 Euro Nutzungsgebühr pro Jahr, ein halbes Jahr ist für 13,75 Euro zu haben.

Wo der Kaffee wächst

Wer die Einzelspieler-Version ausprobieren möchte, hat die Wahl zwischen einem RPM-, einem DEB-Archiv und einem Linux-Installer. Im Zweifelsfall greift man zu letzterem, macht die dabei heruntergeladene Datei ausführbar, startet sie und folgt dem erscheinenden Assistenten. Da das Spiel in Java geschrieben wurde, benötigt man ein installiertes Java Runtime Environment (JRE). Der Linux-Installer prüft, ob eine ihm schmeckende Version auf der Festplatte liegt. Wenn nicht, installiert man sie über den Paketmanager nach oder angelt sich alternativ von der Downloadseite ein Paket beziehungsweise den Installer mit dem Kürzel /w JRE im Namen.

Abbildung 4: Nach jeder Spielrunde rechnet Age of Conquest III ab und zeigt in einer Kurve den steigenden (oder sinkenden) Erfolg an.

Die nächsten Fragen des Installationsassistenten kann man einfach mit next abnicken, nur bei den Symlinks sollte man den Haken entfernen. Anschließend liegt das Spiel im Heimatverzeichnis unter age_of_Conquest_iii und lässt sich über das darin lungernde Skript Age of Conquest III starten.

Stelldichein

Mangels Deutschkenntnissen muss man nach dem ersten Start das Feld Language auf English stehen lassen. Unter Screen Setup wählt man eine passende Auflösung. Nach einem Klick auf Done kann man die Demo-Version mit einem erworbenen Lizenzschlüssel zu einer Vollversion erheben. Wer erst testen möchte, klickt auf Demo und wählt im Hauptmenü den Punkt Tutorial. In dieser Einführung erklärt das Spiel Schritt für Schritt die Bedienung.

Abbildung 5: Das Tutorial führt mit englischen Texten in das Spielsteuerung ein.

Alternativ zu einer Installation lässt sich Age of Conquest III auch direkt im Browser spielen. Dazu ist allerdings ein sogenanntes Java Web Start-Plugin notwendig. Bei den meisten Distributionen liegt es in den Repositories, unter Ubuntu fördert beispielsweise die Eingabe von Java Web Start im Software Center das passende Paket zu Tage. Sobald es auf der Festplatte liegt und vom Browser erkannt wurde, klickt man auf der Age of Conquer III-Download-Seite im Bereich LINUX/UNIX auf Webstart.

Abbildung 6: Wie die hier hell erleuchteten Gebiete zeigen, darf man auch über das Wasser schippern. Die Überfahrt kostet allerdings extra.

Fazit

Age of Conquest arbeitet nach dem Stein-Schere-Papier-Prinzip: Überfällt man mit einer genügend großen Streitmacht ein Nachbargebiet, ist es sog gut wie erobert. Ein Rundenstrategiespiel mit besonderem Tiefgang wie etwa Civilization [3] darf man somit nicht erwarten. Dafür ist der Spielfluss recht hoch, niemand muss lange auf die Reaktionen der anderen Teilnehmer warten. Die Grafik ist karg und zweckmäßig, die Tonuntermalung stimmend. Der verlangte Preis von fast 20 Dollar erscheint allerdings etwas happig. Da Rundenstrategiespiele heutzutage rar gesät sind, sollten Strategieliebhaber dennoch einen Blick riskieren.

Age of Conquest III

Bezugsquelle: http://www.ageofconquest.com/
Entwickler: Noble Master Games
Lizenz: Kommerziell
Preis: 19,99 Dollar
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution, 512 MB Hauptspeicher, 100 MB freier Festplattenplatz

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 

Ähnliche Artikel

Kommentare
preis
syn_recv (unangemeldet), Sonntag, 09. Januar 2011 22:42:28
Ein/Ausklappen

ganz ehrlich, das ist viel zu teuer!


Bewertung: 55 Punkte bei 2 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht