Die Post fördert für Miranda Calomy eine gute und eine schlechte Nachricht zu Tage: Das ersehnte Stipendium für ein Ingenieursstudium an der Londoner Universität wurde zwar bewilligt, es fehlt aber noch ein Essay über eine interessante Erfindung. Da kommt ein Brief von ihrem Großvater gerade gelegen. Der weltberühmte Erfinder bittet seine Enkelin um ein paar ganz spezielle Gegenstände für ein neues Gerät, an dem er gerade bastelt. In der Hoffnung auf seine Hilfe bei der Studienarbeit macht sich Miranda umgehend mit einem Luftschiff auf den Weg. Doch kurz vor dem Ziel greifen Piraten das Luftschiff an, dieses schlägt Leck und die mitgebrachten Gegenstände verteilen sich über das Städtchen New Coventry. Wieder eingesammelt, suchen Diebe Mirandas Hotelzimmer heim und ihr Großvater scheint auch spurlos verschwunden.
Argusaugen
Um der Lösung der Geschehnisse und dem Verbleib des Großvaters auf die Spur zu kommen, muss man immer wieder liebevoll gezeichnete Umgebung nach fitzeligen und gut versteckten Gegenständen absuchen. So gilt es etwa in Mirandas Wohnung, einer Mischung aus Werkstatt und Schlafzimmer, die besagten Briefe zu finden. Wer nicht weiterkommt, darf auf die Hilfe des kleinen Roboters Sprocket zurückgreifen. Allerdings verbraucht Mirandas Weggefährte mit jedem Fingerzeig wertvolle Energie, die sich nur langsam regeneriert.
Für Abwechslung sorgen hin und wieder klassische Adventure-Elemente. Beispielsweise muss Miranda nach dem Piratenangriff ein Rohr im Luftschiff flicken. Die dafür nötigen Zutaten sind selbstverständlich zuvor im ebenfalls ziemlich chaotischen Maschinenraum einzusammeln.
Die Geschichte treiben primär Dialoge zwischen Miranda und anderen Personen voran, Zwischensequenzen fehlen. The Clockwork Man setzt durchgehend auf gezeichnete 2D-Grafiken, die sich am sogenannten Steampunk-Szenario orientieren. Das Geschehen spielt dabei im viktorianischen Zeitalter, in der jedoch die Dampfkraft gegenüber der Elektrizität gewonnen hat.
Mit dem Zweiten sieht man besser
Für das griechische Entwicklerstudio Total Eclipse war The Clockwork Man ein so großer Erfolg, dass man einen zweiten Teil mit dem Untertitel The Hidden World hinterher schob. In ihm begibt sich Miranda auf die Spuren ihrer verstorbenen Eltern und entdeckt dabei eine vergesse Welt.
Das Konzept des ersten Teils wurde unverändert beibehalten: Der Spieler sucht nach wie vor kleine Gegenstände in nett gezeichneten Landschaften. Die Adventure- und Rätselanteile haben die Macher jedoch erhöht und die Hintergrundgeschichte mit comicartigen Zwischensequenzen etwas spannender in Szene gesetzt.



