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© Rich Dellinger, CC-BY-NC-SA 3.0

Drei Androiden

Das Milestone XT720 und Xperia X10 im Vergleich zum Nexus One

04.10.2010
Beim Kauf eines neuen Handys spielen neben dem Geldbeutel und eventueller Markentreue in der Regel die handfesten Werte wie Akkulaufzeit und Bedienbarkeit eine wichtige Rolle. Wir haben drei Android-Handys getestet.

Einsteiger-Handys mit Android gibt es inzwischen schon ab 99 Euro [1], doch die aktuelle Königsklasse kostet weiterhin um 400 Euro aufwärts. Wir haben uns zwei Handys aus dieser Preisklasse angeschaut, das Motorola Milestone XT720 und das Sony Ericsson Xperia X10 (Internetpreis beider Modelle rund 380 Euro) und sie mit dem ehemaligen Platzhirschen, dem Nexus One von Google verglichen (aktueller Internetpreis rund 440 Euro).

Abbildung 1: Die Drei Testgeräte: Das Xperia X10 (links), das Nexus One (Mitte) und das Milestone XT720 (rechts).

Pro Nexus One

Auch wenn das Nexus One von Google offiziell nicht mehr vertrieben wird (bzw. nur noch an Entwickler) und im direkten Vergleich mit den hier getesteten Geräten keinerlei technische Vorteile bietet, lohnt sich der Kauf des quasi Original-Google-Handys für Entwickler aber auch für erfahrene Anwender eventuell aus folgenden Gründen:

  • Das Nexus One erhält in der Regel als erstes Android-Handy die neuen Android-Updates. Während andere Telefone noch mit Version 1.6 oder 2.1 auskommen müssen, läuft auf dem Nexus One inzwischen Version 2.2.1. Neben zahlreichen Fehlerkorrekturen bringt diese Android-Version auch neue Features, zum Beispiel das Tethering, um einen mobilen Hotspot bereitzustellen.
  • Die von Google bereitgestellten Entwicklerwerkzeuge sind optimal auf das Nexus One abgestimmt. Die meisten Anleitungen im Internet können problemlos nachvollzogen werden – bei anderen Geräten müssen Sie eventuell noch zusätzliche Informationen einholen.

Von diesen zwei (unter Umständen sehr wichtigen) Punkten und dem schönen Design des Nexus One abgesehen, gibt es eigentlich keinen triftigen Grund, dem Original-Google-Handy nachzutrauern, da es zum Beispiel in puncto Akkulaufzeit und Displayqualität leicht schlechter als das Milestone XT720 und das Xperia X10 abschneidet.

Abbildung 2: Das Nexus One besitzt vor allen Android-Handys stets die neueste Android-Version.

Screeenshots erstellen

Die einfachste Möglichkeit, Screenshots zu erstellen erfolgt über das Rooten des Android-Handys. Ein entsprechendes Einklick-Programm gibt es seit August 2010 in diversen Foren, wir benutzen für die Tests das Paket UniversalAndroot_1.6.1.apk direkt von der Entwicklerseite blog.23corner.com [2]. Anschließend suchen Sie sich im Android-Market eines der verfügbaren Screenshot-Programme aus, die in der Regel eine Funktion "Screenshot per Schütteln" verfügen. Während es uns in den Tests beim Nexus One und beim Xperia X10 problemlos gelang, die entsprechenden Bilder zu erstellen, weigerte sich das Milestone XT720 bei drei von vier Screenshotprogrammen die Bilder zu speichern. Lediglich mit drocap2 gelang dies zuverlässig. Das Rooten gelang auf den drei Handys problemlos, allerdings beließen wir das Nexus One auf der Firmware-Version 2.2.

Abbildung 3: Auch im gerooteten Zustand haben Sie noch Kontrolle darüber, ob ein Programm mit Root-Rechten ausgeführt werden soll oder nicht.

Möchten Sie Ihr Android-Handy nicht rooten, da Sie damit eventuell Garantieansprüche verlieren, dann können Sie auch über das Android-SDK entsprechende Bildschirmfotos aufnehmen. Dazu müssen Sie nach der Installation und dem Download sämtlicher SDK-Komponenten zunächst die Android Debug Bridge als Root aufrufen. Dazu wechseln Sie ins Verzeichnis tools des Android-SDK und rufen hier die Befehle

sudo ./adb kill-server
sudo ./adb usb

auf. Anschließend starten Sie als gewöhnlicher Nutzer den Dalvik Debug Monitor über den Befehl ./ddms (ebenfalls im tools-Verzeichnis). Hier können Sie nun über [Strg]+[S] nach Belieben Bildschirmfotos erzeugen.

Abbildung 4: Mit dem Dalvik Device Monitor erstellen Sie Screenshots auch ohne das Handy rooten zu müssen.

Xperia X10

Das aktuelle Android-Flaggschiff von Sony Ericsson kommt ziemlich stylisch daher und dürfte rein vom Äußeren her eher etwas für Verspielte sein. Auf den ersten Blick sieht das X10 ziemlich groß aus, doch im direkten Vergleich mit dem Nexus One und dem Milestone XT720 zeigt sich, dass es zwar etwas dicker ist, aber von den Abmessungen her kein Riesenhandy.

Abbildung 5: Das Xperia X10 (links) ist etwas dicker als das Milestone XT720 (Mitte) und das Nexus One (rechts).

Sony liefert das X10 mit Android 1.6 (Kernel 2.6.29) aus. Der Grund für das relativ alte Android sind zahlreiche Anpassungen, die die Japaner an der Android-Oberfläche vorgenommen haben. So hat man unter anderem den eigenen Musik- und Spieledienst PlayNow integriert bzw. die kompletten Multimedia-Inhalte unter dem Namen Mediascape angepasst sowie Android ein eigenes Benutzerinterface unter dem Namen Timescape verpasst. Timescape ist zweifellos eine der Stärken der Android-Version, wenn man soziale Netzwerke mag, mehr dazu weiter unten. Über eine zusätzliche PlayNow-Anwendung bietet Sony Ericsson zudem auch eigene Apps an.

Abbildung 6: Musik zu kaufen ist mit dem Sony Ericsson Xperia X10 besonders einfach, die eigene Musik kommt dabei fast etwas zu kurz.

Im Unterschied zu den meisten Android-Handys bringt das X10 am unteren Rand nur drei Tasten mit – für eine Suche müssen Sie die Menütaste und die Lautstärketaste zusammen betätigen, was relativ umständlich ist. Neben den zwei Lautstärkereglern gibt es noch eine separate Taste für die 8-Megapixel-Kamera. Diese bringt einen eingebauten Bildstabilisator mit und speichert auf Wunsch auch Geodaten in den Aufnahmen. Die Qualität der Bilder ist relativ gut, das X10 kommt an diesem Punkt aber nicht an das Milestone XT720 heran.

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