Cooles Keyboard

Bluetooth-Tastatur mit Touchpad von KeySonic

31.08.2010 Eine drahtlose Tastatur hat so manchen Vorteil gegenüber einer kabelgebundenen. Das kompakte Keyboard von Keysonic bringt mit Bluetooth und einem Touchpad gleich zwei zusätzliche Vorteile mit.

Drahtlos arbeiten macht Spaß und sorgt für zusätzliche Ordnung auf dem Schreibtisch. Eine besonders kompakte Lösung für eine schnurlose Tastatur und Maus kommt von Keysonic und beträgt die Typenbezeichnung ACK-540 BT. Es kostet rund 50 Euro im Internethandel und arbeitet problemlos mit aktuellen Linux-Distributionen zusammen.

Bluetooth-Grundlagen

Neben dem eigentlichen Keyboard befindet sich in der Schachtel auch ein sehr kleiner Mini-Bluetooth-Dongle. Die Tastatur lässt sich somit nach dem Kauf auch an einem Rechner betreiben, der über keinen eingebauten Bluetooth-Adapter verfügt. Dank der Bluetooth-Schnittstelle lässt sich die Keysonic-Hardware aber auch an jedem beliebigen Rechner mit eingebauter Bluetooth-Schnittstelle benutzen – ein großer Vorteil gegenüber Lösungen mit proprietären Funk-Adaptern.

Um zu überprüfen, ob Ihr Rechner einen Bluetooth-Adapter besitzt bzw. der angeschlossene Adapter korrekt erkannt wurde, geben Sie den Befehl

hcitool dev

ein (Abbildung 1). Nach vorhandenen Bluetooth-Geräten in der Umgebung sucht der Befehl hcitool scan (Abbildung 1, zweiter Befehl). Damit Bluetooth-Hardware über diesen Befehl gefunden wird, muss diese im sogenannten Sichtbar-Modus sein. Beim Keysonic-Keyboard drücken Sie dazu den Pairing-Button an der Geräte-Rückseite.

Abbildung 1: Mit diesen zwei Befehlen überprüfen Sie die grundlegende Hardware-Funktionalität von Bluetooth-Geräten.

Die Einrichtung der Bluetooth-Tastatur unterscheidet sich nach Distribution und grafischer Arbeitsumgebung. Der Artikel beschreibt im Folgenden das Setup unter KDE mit OpenSuse 11.3 und unter Gnome mit Ubuntu 10.04. Andere Distributionen funktionieren vermutlich auf die gleiche Weise.

Setup unter KDE

KDE zeigt in der Regel bei Rechnern mit einem Bluetooth-Adapter im Panel ein passendes Symbol für den KDE-Bluetooth-Dienst an. Falls Sie dieses nicht sehen sollten, müssen Sie eventuell zunächst den KDE-Bluetooth-Dienst über den Befehl kbluetooth starten. Klicken Sie anschließend im Panel auf das Bluetooth-Symbol und wählen Sie den Eintrag Geräteverwaltung aus (Abbildung 2).

Abbildung 2: Unter KDE starten Sie die Geräteverwaltung über einen Klick auf das Kbluetooth-Symbol.

Im neuen Dialog klicken Sie auf Neu, um die Tastatur hinzuzufügen. Schalten Sie zudem die Keysonic-Tastatur ein und klicken Sie auf den Pairing-Button an der Geräterückseite. Nach einem Klick auf Next sucht der Assistent nach Bluetooth-Geräten. Markieren Sie hier den Eintrag BTKB-3E4D und klicken Sie auf Next (Abbildung 3). Zeigt das Tool die Tastatur nicht an, dann haben Sie eventuell den Pairing-Modus nicht eingeschaltet. Achten Sie darauf, dass die linke blaue LED mit den zwei Steckern blinkt.

Abbildung 3: Das KDE-Tool hat eine neue Tastatur gefunden.

Im dritten Schritt findet das Pairing statt, indem sich der Computer mit dem Keyboard vertraut macht. Dazu müssen Sie zunächst mit einem traditionellen Keyboard einen PIN-Code eintippen und auf OK klicken (Abbildung 4). Sie können dazu einen beliebigen Code wählen. Anschließend wiederholen Sie diesen Code auf der Bluetooth-Tastatur und drücken [Eingabe]. Die linke blaue LED sollte nun aufhören zu blinken, sodass alle drei LEDs aus sind. Sie können das drahtlose Keyboard und die Tastatur nun benutzen.

Abbildung 4: Für die PIN-Eingabe benötigen Sie unter KDE noch eine traditionelle Tastatur.

Haben Sie das Keyboard über längere Zeit nicht mehr benutzt, dann versetzt es sich in einen Stromsparmodus. Die Kontaktaufnahme dauert dann eventuell ein Sekunde lang. Bei Problemen schalten Sie das Keyboard aus und wieder an. Beim ersten solchen Vorgang, zeigt KDE eine Meldung an, ob sich das Bluetooth-Gerät mit dem Rechner verbinden darf (Abbildung 5). Wählen Sie hier Immer vertrauen, um Probleme beim Stromsparmodus oder Neustart zu vermeiden.

Abbildung 5: Erscheint dieser Dialog, dann wählen Sie am besten Immer vertrauen, um keine Warnmeldungen mehr zu erhalten.

Alternativ können Sie das Setup auch über das entsprechende Gnome-Tool vornehmen. Geben Sie dazu in einem Terminalfenster den Befehl bluetooth-wizzard ein.

Setup unter Gnome

Noch einfacher gestaltet sich die Einrichtung unter Gnome. Hier benötigen Sie zudem kein zusätzliches Keyboard für die PIN-Eingabe, eine Maus reicht für das Setup.

Klicken Sie im Gnome-Panel auf das Bluetooth-Symbol und wählen Sie den Eintrag Neues Gerät konfigurieren (Abbildung 6).

Abbildung 6: Das Setup unter Gnome bereitet ebenfalls keinerlei Probleme.

Schalten Sie das Keyboard ein und drücken Sie die Pairing-Taste an der Geräterückseite. Achten Sie darauf, dass die blaue LED neben dem Symbol mit den zwei Steckern blinkt. Klicken Sie auf Vor und warten Sie bis das Gnome-Tool die Bluetooth-Tastatur erkannt hat (Abbildung 7). Markieren Sie den Eintrag und wählen Sie Vor.

Abbildung 7: Der Gnome-Assistent hat die neue Tastatur erkannt.

Im letzten Schritt zeigt das Gnome-Tool einen sechstelligen PIN-Code an (Abbildung 8) (unter KDE müssen Sie selbst einen Code eingeben, was eine zusätzliche Tastatur voraussetzt). Geben Sie den angezeigten Code auf der Bluetooth-Tastatur ein und bestätigen Sie die Eingabe mit [Enter]. Die Keysonic-Tastatur ist nun einsatzbereit.

Abbildung 8: Das Gnome-Programm schickt automatisch einen sechstelligen Code an die Tastatur.

Komfort

Da das ACK-540 BT ein sehr kompaktes Keyboard ist, fallen einzelne Tasten etwas sehr klein aus, davon sind jedoch zum Glück die deutschen Sondertasten wie ö, ä, ü und ß nicht betroffen. Als Größenvergleich eignet sich in etwa ein 10-Zoll-Netbook. Über den Anschlag lässt sich bekanntlich streiten, hier gibt es bestimmt Tastaturen, auf denen es sich angenehmer tippen lässt. Der Bereich um das Touchpad und die Tasten herum ist mit Gummi beschichtet: das kann man ebenfalls mögen, muss man aber nicht.

Das Touchpad verfügt über eine Zweifinger-Scrollfunktion, die ohne manuelles Setup auch unter Linux funktioniert. Als Besonderheit erkennt das Touchpad zudem die Berührung mit drei Fingern als Klick mit der rechten Maustaste an. Unter Linux kann man somit mit etwas Übung mit einem Finger der linken Hand und drei Fingern der rechten Hand einen mittleren Mausklick emulieren, um einen markierten Text einzufügen.

Da sich die Bluetooth-Tastatur ideal zum Surfen von der Couch aus oder zum Steuern des Mediaplayers nutzen lässt, vermisst man ab und zu Multimediatasten für die Lautstärkeregelung und "Vor" sowie "Zurück".

Im Internet gibt es diverse Produktfotos mit unterschiedlichen Tastenanordnungen und Beschriftungen, da Keysonic neben dem Standardmodell ACK-540 BT auch noch ein paar Varianten herstellt. Abbildung 9 zeigt das von uns getestete Gerät.

Abbildung 9: Dieses Keyboard stand der Redaktion für die Tests zur Verfügung.

Fazit

Für rund 50 Euro inklusive Bluetooth-Dongle und tadelloser Linux-Unterstützung macht die Keysonic-Tastatur einen sehr guten Eindruck. Wer auf der Suche nach eine kompakten Tastatur ist, die zudem auch eine Maus überflüssig macht, wird vom Keyboard ACK-540 BT nicht enttäuscht sein.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht beenden Bookmark and Share
Kommentare
Alternative leider ohne Bluetooth
Ulf B., Sonntag, 05. September 2010 21:23:22
Ein/Ausklappen

Hallo Marcel,

hatte diese Tastatur auch schon in der engeren Wahl, aber ich hasse nun mal Touchpads. Wer gleicher Meinung ist wie ich und auch nicht zwingend eine Bluetooth Tastatur benötigt (um sie z.B. am Smartphone, Tablet-PC oder Notebook ohne Dongel zu verwenden), dem kann ich die von mir jetzt verwendete "Enermax Aurora Micro Wireless" nur Empfehlen. Habe sie für ca. 70€ bekommen und sehr zufrieden mit Ihr. Features siehe:
http://www.enermax.de/produ...herals/aurora-micro-wirel.html

Lief mit dem USB Dongle sofort unter BIOS und Linux. Hat Trackball, zwei Tasten und Scrollrad mit Tastenfunktion wie eine normale Maus. Durch die Anordnung des Trackballs und der Maustasten am oberen äußeren Rand, lässt sich die Mausfunktionialität sehr einfach auch freihändig bedienen. Die Tasten haben einen hervorragenden Anschlag und alle Tasten sind so groß wie auf einer normalen Tastatur und auch am gleichen Ort. Nur die Pfeiltasten sind wie bei der Keysonic auch anders angeordnet (das Layout scheint mir ziemlich weit identisch zu dieser zu sein).

PS: Ja, Marcel ich weiß, du wolltest insbesondere auf die Bluetooth Einrichtung unter Linux eingehen. Ist nur eine Anmerkung für diejenigen, wie ich, die einen HTPC oder für andere Zwecke eine externe Tastatur zur autonomen Verwendung suchen.

Ciao
Ulf


Bewertung: 139 Punkte bei 3 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht