Auf den ersten Blick ist das kompakte Keyboard 540 BT von Keysonic eine gewöhnliche drahtlose Tastatur. Doch mit Bluetooth und einem Touchpad verfügt es über gleich zwei Spezialitäten.
Drahtlose Geräte sorgen für mehr Ordnung auf dem Schreibtisch und machen auch in der Handhabung Spaß. Eine besonders kompakte Lösung für eine schnurlose Tastatur und Maus kommt von Keysonic und trägt die Typenbezeichnung ACK-540 BT. Das Keysonic-Gerät kostet rund 50 Euro im Internethandel und arbeitet problemlos mit aktuellen Linux-Distributionen zusammen.
Die Einrichtung der Bluetooth-Tastatur unterscheidet sich je nach Distribution und grafischer Arbeitsumgebung. Der Artikel beschreibt im Folgenden das Setup unter KDE mit OpenSuse 11.3 und unter Gnome mit Ubuntu 10.04. Einige generelle Informationen zu Bluetooth unter Linux finden Sie im Kasten Bluetooth-Grundlagen.
Bluetooth-Grundlagen
Bei Bluetooth handelt es sich um eine Funktechnologie, die sehr wenig Strom verbraucht und deshalb nur auf Reichweiten von rund zehn Metern ausgelegt ist. In vielen Notebooks befindet sich ein eingebauter Bluetooth-Adapter, Keysonic hat dem Keyboard aber auch einen winzigen Bluetooth-Dongle beigelegt. Die Tastatur können Sie somit nach dem Kauf auch an einem Rechner betreiben, der über keinen eingebauten Bluetooth-Adapter verfügt. Im Unterschied zu anderen Funkgeräten läuft Bluetooth-Hardware aber mit jedem beliebigen Dongle, Sie können das Keyboard somit auch mit einem anderen PC oder einem Mobiltelefon benutzen (falls dieses Bluetooth unterstützt).
Um zu überprüfen, ob Ihr Rechner einen Bluetooth-Adapter besitzt bzw. der angeschlossene Adapter korrekt erkannt wurde, öffnen Sie über [Alt]+[F2] und den Befehl konsole ein Terminalfenster und geben hier den Befehl
hcitool dev
ein (Abbildung 1). Nach vorhandenen Bluetooth-Geräten in der Umgebung sucht der Befehl hcitool scan (Abbildung 1, zweiter Befehl). Damit Bluetooth-Hardware über diesen Befehl gefunden wird, muss diese im so genannten Sichtbar-Modus sein. Beim Keysonic-Keyboard drücken Sie dazu den Pairing-Button an der Geräterückseite.
Setup unter KDE
KDE zeigt in der Regel bei Rechnern mit einem Bluetooth-Adapter im Panel ein passendes Symbol für den KDE-Bluetooth-Dienst an. Falls Sie dieses nicht sehen sollten, müssen Sie zunächst diesen Dienst über den Befehl kbluetooth starten. Klicken Sie anschließend im Panel auf das Bluetooth-Symbol und wählen Sie den Eintrag Geräteverwaltung aus (Abbildung 2). Folgen Sie nun den Schritten des Assistenten:
- Schalten Sie die Keysonic-Tastatur ein und klicken Sie auf den Pairing-Button an der Geräterückseite.
- Im ersten Dialog klicken Sie auf Neu, um die Tastatur hinzuzufügen. Nach einem Klick auf Next sucht der Assistent nach Bluetooth-Geräten.
- Markieren Sie den Eintrag BTKB-3E4D und klicken Sie auf Next (Abbildung 3). Zeigt das Tool die Tastatur nicht an, haben Sie eventuell den Pairing-Modus nicht aktiviert. Achten Sie darauf, dass die linke blaue LED mit den zwei Steckern blinkt.
- Es folgt das so genannte Pairing, bei dem sich der Computer mit dem Keyboard vertraut macht. Dazu müssen Sie zunächst mit einem traditionellen Keyboard einen PIN-Code eintippen und auf OK klicken (Abbildung 4). Sie können dazu eine beliebige Zahlenkombination wählen.
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Wiederholen Sie diesen Code auf der Bluetooth-Tastatur und drücken Sie [Eingabe]. Die linke blaue LED sollte nun aufhören zu blinken, so dass alle drei LEDs aus sind. Sie können das drahtlose Keyboard und das Touchpad nun benutzen.
Wenn Sie das Keyboard über längere Zeit nicht benutzen, versetzt es sich in einen Stromsparmodus. Die Kontaktaufnahme dauert dann in der Regel rund ein Sekunde lang. Bei Problemen schalten Sie das Keyboard aus und wieder ein. Beim ersten solchen Vorgang zeigt KDE eine Meldung an und will wissen, ob sich das Bluetooth-Gerät mit dem Rechner verbinden darf (Abbildung 5). Wählen Sie hier Immer vertrauen, damit der Stromsparmodus möglichst wenig Probleme verursacht. Das Ein- und Ausschalten des Keyboards sollte sich so komplett vermeiden lassen.

Abbildung 5: Wenn dieser Dialog erscheint, wählen Sie am besten “Immer vertrauen”, um keine Warnmeldungen mehr zu erhalten.
Bereitet Ihnen die Einrichtung mit dem KDE-eigenen Tool Probleme, können Sie das Setup auch über das entsprechende Gnome-Werkzeug vornehmen, wie im folgenden Abschnitt beschrieben. Es löst die PIN-Eingabe eleganter, da Sie lediglich einen vorgegebenen Code auf der Bluetooth-Tastatur eintippen müssen. Sie starten den Bluetooth-Assistenten von Gnome über [Alt]+[F2] und den Befehl bluetooth-wizard. Dazu muss das Paket gnome-bluetooth installiert sein.
Setup unter Gnome
Die Einrichtung des Bluetooth-Keyboard ist unter Gnome ebenso einfach. Hier benötigen Sie zudem kein zusätzliches Keyboard für die PIN-Eingabe, eine Maus reicht für das Setup:
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Klicken Sie im Gnome-Panel auf das Bluetooth-Symbol und wählen Sie den Eintrag Neues Gerät konfigurieren (Abbildung 6).
- Schalten Sie das Keyboard ein und drücken Sie die Pairing-Taste an der Geräterückseite. Achten Sie darauf, dass die blaue LED neben dem Symbol mit den zwei Steckern blinkt.
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Klicken Sie auf Vor und warten Sie bis das Gnome-Tool die Bluetooth-Tastatur erkannt hat (Abbildung 7). Markieren Sie den Eintrag BTKB-3E4D und wählen Sie Vor.
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Im letzten Schritt zeigt das Gnome-Tool einen sechstelligen PIN-Code an (Abbildung 8) (unter KDE müssen Sie selbst einen Code eingeben, was eine zusätzliche Tastatur voraussetzt). Geben Sie den angezeigten Code auf der Bluetooth-Tastatur ein und bestätigen Sie mit [Eingabe].
Die Keysonic-Tastatur ist nach diesen Schritten einsatzbereit.
Komfort
Da das ACK-540 BT ein sehr kompaktes Keyboard ist, fallen einzelne Tasten sehr klein aus, davon sind jedoch zum Glück die deutschen Sondertasten wie ö, ä, ü und ß nicht betroffen. Als Größenvergleich eignet sich ein 10-Zoll-Netbook: Die Keysonic-Tastatur ist etwas größer. Über den Anschlag lässt sich bekanntlich streiten, hier gibt es bestimmt Tastaturen, auf denen es sich angenehmer tippen lässt. Der Bereich um das Touchpad und die Tasten herum ist mit Gummi beschichtet: Das kann man ebenfalls mögen, muss man aber nicht.
Das Touchpad verfügt über eine Zweifinger-Scrollfunktion, die ohne jegliche zusätzliche Konfiguration auch unter Linux funktioniert. Als Besonderheit interpretiert das Touchpad zudem die Berührung mit drei Fingern als Klick mit der rechten Maustaste. Unter Linux kann man somit mit etwas Übung mit einem Finger der linken Hand und drei Fingern der rechten Hand einen mittleren Mausklick emulieren, um einen markierten Text einzufügen.
Da sich die Bluetooth-Tastatur ideal zum Surfen von der Couch aus oder zum Steuern des Mediaplayers nutzen lässt, vermisst man ab und zu Multimediatasten für die Lautstärkeregelung und Vor sowie Zurück. Mit dem Touchpad können Sie solche Aufgaben aber auch ohne Sondertasten lösen.
Neben dem Standardmodell ACK-540 BT gibt es die Tastatur von Keysonic auch noch in ein paar besonderen Varianten. Weil im Internet nicht immer das passende Produktfoto zu sehen ist, zeigt Abbildung 9 das von uns getestete Gerät.
Fazit
Für rund 50 Euro inklusive Bluetooth-Dongle und tadelloser Linux-Unterstützung macht die Keysonic-Tastatur einen sehr guten Eindruck. Die Verarbeitung wirkt nicht edel aber immerhin solide. Wer auf der Suche nach eine kompakten Tastatur ist, die zudem auch eine Maus überflüssig macht, wird vom Keyboard ACK-540 BT nicht enttäuscht werden.
Infos
[1] Vertrieb in Deutschland: http://www.maxpoint.de/de/products/keyboards.php?pid=1_3_7









