Offiziell verkauft HP in Europa das Mini 1000 nur mit Windows XP, in Deutschland ist es zudem nur in der teuren Vivienne Tam Spezialausführung erhältlich und kostet somit fast das Doppelte eines gewöhnlichen Atom-Netbooks.
Dabei hat HP bei der Mediacenter Oberfläche Mie (Mobile Internet Experience) sehr gute Arbeit geleistet. Zu schade, um einfach darüber hinwegzusehen, fanden wir und haben das Linux-System von HP auf einem Atom N330 Dualcore-Rechner und einem Lenovo S10e installiert.
Quick and Dirty
Da ich mehr ein Anhänger der nicht destruktiven Variante bin, habe ich mich an meiner bereits vorhandnen Ubuntu-Installation orientiert. Ausgangsbasis für diese Anleitung ist ein Ubuntu 8.04.1. Wer sowieso neu installieren möchte, sollte diese Version wählen, nicht Ubuntu 8.10 oder neuer, da die MIE-Version auch auf 8.04 aufbaut.
DISCLAIMER: Wenn bei dieser Anleitung etwas schief läuft oder man den Rechner zu früh neu bootet, dann startet das System eventuell nicht mehr auch sonst kann man sich mit dieser Anleitung das System kaputt machen.
DISCLAIMER2: Die Anleitung funktioniert nur für Rechner mit Atom-CPU, es ist aber egal, ob es sich um ein Netbook oder Nettop/Desktop handelt.
1. Alte sources.list sichern und neue anlegen:
deb http://hpmini.archive.canonical.com/ hardy main universe multiverse restricted deb http://hpmini.archive.canonical.com/ hardy-hpmini main universe multiverse restricted deb http://hpmini.archive.canonical.com/ hardy-updates main universe multiverse restricted deb http://hpmini.archive.canonical.com/ hardy-netbook-base main universe multiverse restricted
2. apt.conf Datei erstellen
sudo touch /etc/apt/apt.conf sudo echo "APT::Architecture "lpia";" > /etc/apt/apt.conf
3. Quellen auffrischen
sudo apt-get update sudo apt-get dist-upgrade sudo apt-get install -f
4. libc6 von Hand installieren: https://launchpad.net/ubuntu/hardy/lpia/libc6/2.6.1-1ubuntu9
wget http://launchpadlibrarian.net/9611453/libc6_2.6.1-1ubuntu9_lpia.deb sudo dpkg -i --force-architecture libc6_2.6.1-1ubuntu9_lpia.deb
5. Heruntergeladene Pakete installieren
cd /var/cache/apt/archives sudo su dpkg -i --force-architecture *.deb dpgk -i --force-architecture coreutils* dpgk -i --force-architecture mktemp* dpgk -i --force-architecture bash* dpgk -i --force-architecture dpkg* dpkg -i --force-architecture *.deb
6. Konflikt mit kbd lösen
cd /var/cache/apt/archives sudo dpkg -i --force-overwrite kbd* --force-architecture apt-get install -f
7. Wenn apt-get install -f keine Konflikte mehr vermeldet und alle Pakete installiert sind, den Kernel und ein Terminal installieren. Der Umweg über --force-architecture sollte jetzt nicht mehr nötig sein
apt-get install linux-lpia gnome-terminal
8. Jetzt kommt etwas Magie ins Spiel :-)
apt-get install harbour-launcher elisa elisa-plugins-ugly gstreamer0.10-ffmpeg gstreamer0.10-plugins-ugly libvisual-0.4-plugins python-pam python-serial gstreamer0.10-fluendo-mpegdemux gstreamer0.10-plugins-bad debhelper fakeroot sidplay-base xsidplay hp-tbird-theme hp-browser-toolbar hp-browser-tabbar usplash-theme-hp ume-config-harbour glassy-bleu-theme glassy-bleu-browser-skin dennis*
9. Das Kernelmodul für die Netzwerkkarte notieren und in die Datei/etc/modules eintragen. In den Tests lud das HP-System die benötigten Module nicht automatisch. Ich habe zudem auch /lib/modules/2.6.24-19-generic gelöscht, da das System sonst einige weitere Module nicht automatisch lud.
10. Reboot
Hat alles geklappt, erscheint beim neuen Start bereits der HP-Splashscreen und beim ersten Start erscheint ein Dialog mit der HP-Lizenz und für das Setup des Rechners.
Setup im Detail
Canonical hat für Netbooks eine eigene Architektur entworfen, die sich LPIA (Low Power on Intel Architectiure) nennt. Die Architektur ist zwar kompatibel zu i386-Systemen, der Paketmanager weigert sich aber entsprechende Pakete zu installieren, zudem sucht apt in der Grundeinstellung Binärpakete auf 32-Bit-Systemen im Verzeichnis i386-binary, die LPIA-Pakete liegen hingegen im Verzeichnis lpia-binary.
Schritt 1) und 2) lösen dieses Problem mit einer Repository-Liste, welche nur die LPIA-Quellen enthält und der zusätzlichen apt.conf-Datei, welche dem Paketmanager mitteilt, in welchem Verzeichis die Binärpakete liegen.




