30 MByte, alles dabei

30 MByte, alles dabei

Mini-Distro Slitaz 2.0

17.04.2009
Die gerade mal 30 MByte große Distro Slitaz arbeitet nach dem Start komplett im RAM. LinuxCommunity hat sich die neue Version 2.0 angeschaut.

Slitaz stammt vom schweizer Entwickler Christophe Lincoln. Die kryptische Abkürzung steht für Simple Light Incredible Temporary Autonomous Zone. Mit rund 30 MByte als Live-CD ist die Distro mehr als nur "simple light" und selbst nach dem Start belegt Slitaz gerade mal 65 MByte im Hauptspeicher (inklusive Firefox). Mit diesen Parametern eignet sich die Distribution für alle Rechner ab 128 MByte Hauptspeicher.

Download und Installation

Slitaz gibt es in den zwei Varianten Stable und Cooking, wobei Cooking für den Entwicklerzweig steht. Von beiden Zweigen gibt es wiederum mehrere Varianten, so genannte Flavours. Die Cooking-Flavours gibt es hier zum Download, die Stable-Variante hier.

Die 29 MByte große ISO-Datei brennt man einfach als CD. Im Bootbildschirm drückt man einfach [Enter]. Wer vorher noch die Sprache auf Deutsch umstellen möchte, gibt zunächst de am Bootprompt ein und bestätigt danach mit der Eingabetaste. Die Sprach- und Tastaturauswahl sowie die Auflösung kann man aber auch während des Bootvorgangs einstellen. Als Live-CD-Nutzer ist der Benutzername tux mit dem Passwort root eingerichtet, der Root-Account ist über das gleiche Passwort gesichert.

Der Bootdialog von Slitaz 2.0

Version 2.0 von Slitaz setzt auf Openbox als Fenstermanager. Neben ein paar distributionseigenen Tools kommen in erster Linie Gtk-Werkzeuge und XFCE-Tools zum Einsatz. Unter den Standardprogrammen von Slitaz befinden sich aber auch einige weniger bekannte Anwendungen, wie zum Beispiel das Zeichenprogramm Mtpaint, der Bildbetrachter Gpicview oder das Audioschnittprogramm Mhwaveedit. Die Live-CD wird nach dem Start nicht mehr benötigt, da die komplette Distro im RAM arbeitet. Ausnahme: Installation.

Um Slitaz permanent auf der Platte zu installieren, wählt man System Tools | SliTaz Installer aus dem Hauptmenü und gibt danach von Hand die Partition ein, auf der der Installer das System einrichten soll. Mit GParted steht im gleichen Menü ein Tool bereit, um die Partitionierung vor der Installation anzupassen. Alternativ lässt sich die Distribution auch auf einem USB-Stick einrichten. Dazu wählt man Tazusb LiveUSB Tool aus dem System Tools Menü. Über den Installer lässt sich auch ein Upgrade von Version 1.0 auf 2.0 durchführen.

Das Installationsprogramm von Slitaz wendet sich eher an erfahrene Nutzer.

Paketmanagement

Zu den Slitaz-eigenen Tools gehört unter anderem der Paketmanager tazpgk beziehungsweise das zugehörige grafische Frontend, das sich nach dem Start von Openbox am rechten Ende der Kontrollleiste befindet. Die Bedienung des Paketmanagers erfordert keine besondernen Kenntnisse: Über tazpkg search Name sucht man nach installierbaren Paketen, ein tazpkg get-install Name richtet das Paket inklusive Abhängigkeiten ein. Ruft man den Paketmanager mit der Option get Name auf, lädt er das angeforderte Paket nur herunter, ohne es zu installieren. Heruntergeladene und installierte Pakete speichert Slitaz im Verzeichnis /var/cache/tazpkg/. Hier kann man ein Paket manuell über tazpkg extract entpacken oder per tazpkg install Datei.tazpkg installieren. Tazpgk zieht dabei benötigte Pakete automatisch aus dem Netz nach.

Bei den Slitaz-Paketen handelt es sich um CPIO-Archive, in denen das eigentliche Dateisystem per Gzip komprimiert nochmals als CPIO-Archiv verpackt ist. Der Slitaz-Paketmanager arbeitet sehr schnell.

Der grafische Paketmanager von Slitaz, im Hintergrund der Speicherverbrauch der Distro.

Obwohl Slitaz von Haus aus schon eine sehr gute Programmauswahl mitbringt, lassen sich über den Paketmanager nochmals sehr viele Anwendungen nachrüsten, egal ob Systemtools oder Multimedia.

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Kommentare
Deutsche Seite
Iris Paul, Samstag, 25. April 2009 21:13:55
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http://www.slitaz.org/de/

oben auf der rechten Seite kann man auch ein kleines Handbuch finden sowie Infos zu den Paketen die es so gibt


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Recht klein, aber ob sich das lohnt?!
Meo (unangemeldet), Sonntag, 19. April 2009 20:43:52
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Leider steht im Artikel nichts vom Verwendeten Kernel, weshalb man hier vom 2.6er Ausgehen muss.

Gerade der Vergleich mit Damm Small Linux hinkt somit schon (denn DSL wird immer auf einem 486er getestet...wodurch imho auch nur der 2.4er benutzt wird)

Zusätzlich kommt noch hinzu das bei gerade einmal 30 MB man doch durchaus von Speichermedienverschwendung sprechen kann *kleiner Scherz*, denn auch CDs kann man noch nicht herbei beschwören. Ein USB-Image wäre hier doch durchaus besser angebracht, oder?


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Kernel und Netzwerkinstallation
Marcel Hilzinger, Montag, 20. April 2009 12:32:41
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Slitaz benutzt den 2.6-er Kernel 2.6.25.5. Wenn dir eine CD für die Installation zu schade ist, kannst du die Distribution auch komplett übers Netzwerk installieren:

http://boot.slitaz.org/


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Das schaue...
Seraphyn Christian M. Grube, Freitag, 17. April 2009 21:22:10
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ich mir doch gleich mal an.
Wenn man noch Gut selber die Pakete erstellen kann, denke ich, dass man einiges aus der Distribution herrausholt.
Nett gemacht, Danke


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