12-Zoll-Netbook von Samsung
Das NC20-Netbook im Linux-Test
Distro-Auswahl
Nachdem die Probleme mit der SSD gelöst waren, machten wir uns an die Installation des frischen Ubuntu 9.04. Doch die neue Ubuntu-Version scheint mit dem VIA-Chipsatz ihre Probleme zu haben und zeigte anstelle des Login-Managers nur ein flickerndes Bild an. Auch Versuche mit älteren Ubuntu-Versionen und diversen Derivaten, darunter auch Easy Peasy scheiterten jeweils an der Chrome-9-Grafik.
Besser verhielt sich OpenSuse 11.1. Hier gelang die Installation problemlos. OpenSuse setzt im Gegensatz zu Ubuntu den Vesa-Treiber ein. Allerdings lässt sich mit dem Vesa-Treiber nicht wirklich arbeiten, wir probierten deshalb diverse Openchrome-Module aus dem OpenSuse-Buildservice aus -- vergebens. Mit keinem der Module wollte der X-Server starten. Fündig wurden wir schließlich beim großen Bruder: Von SLES10 gibt es ein X.org-Repo mit VIA-Treibern für OpenSuse 11.1. Hier luden wir das passende RPM-Paket für OpenSuse 11.1 herunter und siehe da, es funktionierte. Die Grafik-Performance ist nicht überragend, mit Kaffeine funktionierte zudem die 2D-Beschleunigung nicht. Über MPlayer und Vlc ließen sich aber problemlos Videos und DVD-Filme im Vollbildmodus betrachten. Mangels 3D-Support müssen KDE-Nutzer allerdings auf Desktop-Effekte verzichten.
Da OpenSuse die Akkulaufzeit mit lediglich 2,5 Stunden angab, schauten wir uns die CPU-Frequenz einmal an. Sie lag durchgehend auf den maximalen 1,6 GHz. Abhilfe schafft das Kernelmodul e_powersaver: ist es geladen, taktet die VIA-CPU automatisch auf 800 MHz herunter, wenn keine Leistung benötigt wird. Das Powermanagement funktioniert relativ gut. Aus einem Suspend-to-RAM wacht das NC20 problemlos wieder auf. Die Display-Helligkeit lässt sich zwar über die dafür vorgesehenen Tasten nicht regeln, aber das neue Powersave-Applet von KDE 4 erledigt diese Aufgabe softwaregesteuert.
Ebenfalls problemlos installieren ließ sich die aktuelle Testversion von Fedora 11, die allerdings ebenfalls auf den Vesa-Treiber setzt und keine 2D-Beschleunigung mitbringt. Fedora unterstützt hingegen das Speed-Stepping des VIA-Prozessors ohne zusätzliches Kernelmodul.
Schwachpunkt Kartenleser
Alle getesteten Distributionen erkannten das WLAN-Modul über den im Kernel integrierten Treiber ath5k problemlos, auch die Webcam arbeitet mit den Uvcvideo-Treibern unter jeder aktuellen Distribution. Allein der Kartenleser ließ sich auf keine Art zur Mitarbeit unter Linux bewegen. Es handelt sich dabei um die USB-SATA-Brücke von JMicron, die unter anderem auch das Aspire One für den zweiten Kartenleser nutzt. Auf unserem Testsystem sprach der Leser aber auf keinen einzigen Treiber an.



