Am 01.08.2010 15:13, schrieb Heinz-Stefan Neumeyer:
> Am Sonntag, den 01.08.2010, 11:06 +0200 schrieb Marc Herbermann:
>
> Hallo Marc
>
>
>> 2) Welche Vorteile hat die Arbeit mit dem in Opensuse 11.3
>> integrierbaren LXDE? Ist LXDE mit wesentlich weniger Funktionen
>> verbunden als KDE 4.4.4? Ist ein Umstieg auf diesen Desktop ohne
>> Neuninstallation des Systems machbar?
>>
>>
> Ich möchte Deine Aufmerksamkeit zusätzlich auf XFCE
>
>
>
> lenken. Unabhängig von der jeweils installierten Linux-Distribution
> verwende ich das seit nun mehr als 4 Jahren ausschließlich als
> graphische Oberfläche.
> (z.Z. mit Mandriva 2010.1, Debian Lenny und Squeeze)
> Und ich orientiere auch alle die Nutzer, für die ich aus irgend einem
> Grund einen Rechner anfassen muß auf diesen Desktop. Die meisten sind
> nach einer kurzen Eingewöhnungszeit auch dabei geblieben.
>
> Grundsätzlich:
> Du kannst ohne Probleme verschieden graphische Benutzeroberflächen
> gleichzeitig installiert haben und diese ganz nach Deinem Geschmack
> wechselweise benutzen. Auch die Nutzung von Anwendungen z.B. aus KDE
> oder GNOME unter XFCE (und umgedreht) ist im Normalfall jederzeit
> möglich.
>
> Du kannst die von Dir gewünschte Oberfläche über die Paketverwaltung
> installieren. Meist gibt es dafür ein sog. Meta-Paket, das alle
> notwendigen Anwendungen und Einrichtungen quasi "in einem Rutsch"
> erledig. Der nötige Feinschliff ist danach kaum mehr ein Thema.
> Bei Problemen zur Installation einfach noch mal fragen...
>
> Die von Dir gewünschte Oberfläche wählst Du dann im Display-Manager -
> das ist der Bildschirm, in dem Du Dich anmeldest und einloggst - einfach
> über das Auswahlmenü für die Sitzung aus. Der Display-Manager merkt sich
> dann auch, was Du als letztes benutze hast, so daß Du nicht immer neu
> auswählen mußt.
>
>
> Ich nutze XFCE vor allem deswegen, weil er im Durchschnitt die Hälfte
> weniger Arbeitsspeicher als KDE "verbrennt", gegenüber GNOME ist es in
> etwa ein 1/3 weniger. Und XFCE beschränkt sich auf das wesentliche,
> erschlägt mich nicht mit für meine Arbeit unbrauchbaren, sinnlosen und
> völlig überflüssigen Hullifax.
> Außerdem hat sich - so lange ich XFCE benutze - noch nie etwas in den
> grundlegenden Konfigurationen geändert, so daß ich nicht (wie ich erst
> diese Woche mit KDE wieder erfahren mußte) bei jeder Versionsänderung
> simple Einstellungen an allen möglichen und unmöglichen Stellen
> zusammensuchen muß.
>
> Eine Blick auf meine derzeitige Arbeits-Oberfläche kannst Du hier
>
>
>
> werfen. Das ist auf dem Mandriva-Rechner. Die Debian-Kiste sehen, bis
> auf die dort roten Fensterrahmen, exakt identisch aus.
>
>
...
--
Gruß Stefan
...
Hallo Stefan,
vielen Dank für deine ausführlichen Informationen zu XFCE! Ich hatte vor einiger Zeit unter Opensuse 11.2 verschiedene Erfahrungen mit dem in KDE integrierten Informationsmanager Contact gemacht, die möglicherweise symptomatisch für das Benutzen von KDE sind. Dort gibt es eine Menge Funktionen und Einstellmöglichkeiten, die ich zunächst begrüßte, da sie über das hinausgingen, was ich von dem Lotus Organizer unter Windows und verschiedenen anderen Organisationsprogrammen gewohnt war. Zudem konnte ich endlich auch dort mit verschiedenen Zeichensätzen schreiben. Dennoch funktionierte trotz der großen Einstellmöglichkeiten nicht alles (z.B. die Wiederholfunktion bei Aufgaben zeigte Schwächen). Seit einiger Zeit arbeite ich nun mit Orgmode unter Emacs, also mit deutliche weniger grafischer Benutzeroberfläche, dafür mit noch mehr Funktionen. Das ganze erfordert aber mehr Einarbeitungszeit. Vermutlich wird es so auch bei XFCE sein: Beschränkung auf das Wesentliche statt "unbrauchbare[r], sinnlose[r] und völlig überflüssige[r] Hullifax".