schlanke Alternative zu Samba gesucht

Autor

Dienstag, 25. August 2009 01:06:00

Nun haben Leute herausgefunden, wie man die Firmware eines Samsung-Fernsehers so prepariert, daß ein Telnet-Login auf dem Fernseher möglich ist und man somit auf das Linux-System des Fernsehers zugreifen kann. Nun kann man sich im Prinzip damit austoben, wenn es darum geht, zusätzliche Features zu implementieren.

Zunächst wäre es sinnvoll, die am TV-Gerät angeschlossenen USB-Speichermedien über das Netzwerk freizugeben. Allerdings gibt es auf der Systempartition des Fernsehers nicht allzuviel freien Speicherplatz, sodaß es hilfreich wäre, mit schlanken Diensten zu arbeiten.

Meine Frage wäre, ob es eine Alternative zu Samba gibt, die nur sehr wenig Speicherplatz benötigt. Im Prinzip möchte ich nur das Verzeichnis /dtv/usb mit Lese- und Schreibzugriff freigeben. Noch nicht einmal ein Passwortschutz wäre zwingend notwendig, da außer mir das Netz eh keiner nutzt.

Daß man auch einen FTP-Server installieren könnte weiss ich, darum bitte nicht die Gegenfrage "warum keinen FTP-Server?". Wenn überhaupt wären NFS oder AFP eine Alternative.

GoaSkin

3 Antworten


Antworten
System genauer angeschaut...
GoaSkin , Montag, 31. August 2009 01:41:43
Ein/Ausklappen

Ich habe nun einmal die Zeit gefunden, mir das System einmal genauer anzuschauen. Neben dem begrenzten Speicher gibt es da wohl ein Haufen weitere Einschränkungen:

1.) Das System läuft im Single-User-Mode. Es gibt praktisch nur den Benutzer root ohne Passwort

2.) Bis auf eine einzelne Partition, die in ein spezielles Unterverzeichnis im root-Verzeichnis gemountet ist, sind alle Partitionen nur lesbar. Auf dieser rw-Partition liegen auch nur ein paar Anwendungsdaten einiger proprietärer TV-Anwendungen sowie die Inhalte der Content Library.

3.) Die ganzen Shell-Kommandos resultieren aus dem Programm busybox. In /bin und /usr/bin sind entsprechende Links gesetzt - und das ebenfalls auf einer ro-Partition.

4.) Schlauerweise gibt es in den ro-Partitionen einige Dateien, die mit chmod 000 versehen sind. Dies hindert den Benutzer root daran, die Inhalte per cat o.Ä. sehen zu können. Da es keine Schreibberechtigung auf der Partition gibt, kann der Benutzer root auch die Rechte nicht ändern.

Was man auch immer installiert, es muß von einem USB-Stick aus gestartet werden und muß soweit selbständig laufen können, daß es mit der minimalsten GNU-Distribution auskommen kann. D.h. sie müssten auch so kompiliert sein, daß Bibliotheken etc. nicht in /var/lib etc. zu finden sind, sondern auf einem Pfad des angeschlossenen USB-Sticks. Ggf. könnte man eine chroot-Umgebung nutzen, allerdings fehlt der Befehl chroot.

Telnet habe ich aktiviert, in ich das Firmware-Image mit dem HEX-Editor geöffnet habe, im rc-skript eine Kommentierung durch den Startbefehl ausgetauscht habe, anschließend den crc analysiert, Update-Konfigurationsdatei entsprechend angepasst und erneut XOR-verschlüsselt habe.

Samba kann man wohl vergessen. Für NFS befindet sich auf dem System nur ein Client, kein Serverdienst. Weiter hätte ich Interesse an Zeroconf/Bonjour, wobei ich wahrscheinlich eine Alternative zu avahi benötige sowie an netatalk.




Bewertung: 176 Punkte bei 29 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
Warum Samba?
Marcel Hilzinger, Dienstag, 25. August 2009 11:05:38
Ein/Ausklappen

Ich nehme mal an, du möchtest von einem Windows-Client oder Mac darauf zugreifen. Dann ist NFS die bessere/schlankere Lösung. Windows-Client für NFS gibt es, Mac nutzt ja eh NFS.


Bewertung: 174 Punkte bei 33 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
-
Re: Warum Samba?
GoaSkin , Mittwoch, 26. August 2009 00:54:03
Ein/Ausklappen

Ja, ich möchte mit unterschiedlichen Betriebssystemen darauf zugreifen. Aber ich möchte auch selbst herausfinden, wie man eine Linux-Firmware auf einem Fernseher sinnvoll modden kann und verschiedene Sachen austesten, u.U. auch einmal eigene Patches für die Firmware schreiben, die ich dann auch veröffentlichen kann solange diese keine Redistribution veränderter Originaldaten erfordern. Telnet- und FTP-Server sind auf der Firmware schon vorinstalliert, die Dienste werden aber im Startscript nur dann gestartet, wenn im CI-Slot (PCMCIA) ein Service-Modul steckt (prüft, ob irgendeine Hardwarebezeichnung in der Geräteliste vorhanden ist).
Einen NFS-Serverdienst konnte ich im System genauso wenig finden wie einen SMB-Server. Zusätzliche Server-Dienste müssen von einem ARM-Linux-System rübergespielt werden.
Der interne Gesamtspeicher des Gerätes beträgt ca. 1GB. Davon sind je 189 MB für vom User zu installierende Flash-Anwendungen (Content Library) und ca. 100 MB als interner Medienspeicher auf getrennten Partitionen reserviert. Etwa 600 MB werden vom System selbst genutzt, wobei letzte Firmware-Version in einem Ordner gespiegelt ist, um das letzte Firmware-Update wieder rückgängig zu machen; ggf. auch, damit ein fehlerhaftes Update automatisch rückgängig gemacht werden kann, falls das System nach dem Update nicht mehr hochfährt. Also sind momentan etwas mehr als 100 MB verfügbar, wobei es denkbar wäre, daß zukünftige Firmware-Versionen etwas größer sind. Der Platz der vom System selbst genutzt wird, ist ebenfalls auf mehrere Partitionen verteilt, sodaß zusätzlichen Diensten nur sehr wenig Speicherplatz zur Verfügung steht. Die eigentliche TV-Software liegt in Form einer großen statisch gelinkten Binärdatei vor, sodaß man die Menü-Funktionen wahrscheinlich auch nicht individualisieren kann.


Bewertung: 157 Punkte bei 31 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht

Ähnliche Artikel

  • Wohnzimmertauglicher Mini-Mediaplayer
    Western Digitals WD TV HD Live kommt ab Werk mit Linux, doch lässt sich das Gerät mit einer Community-Firmware weiter aufbohren. In Kombination mit einem PC und Linux wird aus dem Kästchen so ein echter Alleskönner.
  • Netzwerk im Gleichschritt
    Zentrales Backup, gemeinsam genutzte Dateien und Drucker – es gibt viele Argumente für einen Samba-Server im lokalen Netzwerk. Wie schnell und einfach Sie diesen aufsetzen, zeigt dieser Artikel.
  • Call for Papers für die SambaXP

    Die auf Anwender und Entwickler von Samba gemünzte Konferenz Samba Experience sucht Vorträge.
  • Pantoffelkino
    Jenseits von MythTV und VDR gibt es Media-Center, die neue Pfade betreten oder ausgetretene anders hinterlassen.
  • Empfehlenswerte Live-Systeme für den USB-Stick
    Der nagelneue USB-Stick wartet mit seinen satten 32 GByte Speicher nur darauf, mit Live-Systemen befüllt zu werden. Höchste Zeit also für ein paar interessante, kuriose und vor allem Daten rettende Distributionen.

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 0 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

ICEauthority
Thomas Mann, 17.12.2014 14:49, 2 Antworten
Fehlermeldung beim Start von Linux Mint: Could not update ICEauthority file / home/user/.ICEauth...
Linux einrichten
Sigrid Bölke, 10.12.2014 10:46, 5 Antworten
Hallo, liebe Community, bin hier ganz neu,also entschuldigt,wenn ich hier falsch bin. Mein Prob...
Externe USB-Festplatte mit Ext4 formatiert, USB-Stick wird nicht mehr eingebunden
Wimpy *, 02.12.2014 16:31, 0 Antworten
Hallo, ich habe die externe USB-FP, die nur für Daten-Backup benutzt wird, mit dem YaST-Partition...
Steuern mit Linux
Siegfried Markner, 01.12.2014 11:56, 2 Antworten
Welches Linux eignet sich am besten für Steuerungen.
Nach Ubdates alles weg ...
Maria Hänel, 15.11.2014 17:23, 5 Antworten
Ich brauche dringen eure Hilfe . Ich habe am wochenende ein paar Ubdates durch mein Notebook von...

Jetzt auf den Mailinglisten

Re: [EasyLinux-Suse] Einstellung_SUSE_gegenüber
Frank Stracke, 19.12.2014 01:27
  Gesendet: Freitag, 19. Dezember 2014 um 01:18 Uhr Von: "Frank Stracke" <Mon...
Re: [EasyLinux-Suse] Einstellung_SUSE_gegenüber
Frank Stracke, 19.12.2014 01:18
 Hallo Achim, ich kann jeden &Auml;rger &uuml;ber Suse verstehen,nur nicht nachvollziehen.Ic...
Re: [EasyLinux-Ubuntu] Suchmaschine: Was ist das denn?
Alfred Zahlten, 19.12.2014 01:15
Am 18.12.2014 um 19:38 schrieb Karl-Heinz: > Am Wed, 17 Dec 2014 23:34:27 +0100 > schrieb Gerhard Bla...
[EasyLinux-Ubuntu] gftp
Gerhard Blaschke, 18.12.2014 20:18
Habe bis jetzt mit gftp erfolgreich gearbeitet, vermisse es aber bei Jessie. Ich habe gelesen, dass der Maint...
Re: [EasyLinux-Ubuntu] Suchmaschine: Was ist das denn?
Karl-Heinz, 18.12.2014 19:38
Am Wed, 17 Dec 2014 23:34:27 +0100 schrieb Gerhard Blaschke : Hallo Gerhard, > Und daneben die Zwangsb...