ForumopenSUSE 11.4 – take it or not?
AR CA – Donnerstag, 26. Mai 2011 18:26 Uhr

Guten Tag, LinuxCommunity,

dürften wir Ihnen/Euch bitte einige Fragen zu openSUSE 11.4 stellen?

-Einleitung
Wir sind eine soziale Einrichtung und arbeiten, mit einigen wenigen Unterbrechungen, nun schon mehrere Jahre aus Überzeugung mit Linux. Wir schwanken aber immer noch in Bezug auf die “richtige” Distribution.

Wir haben erfolgreich Debian einschließlich Stable und Testing, Ubuntu, Kubuntu, LinuxMint, LMDE, Fedora und eben auch openSUSE auf und mit unserer Hardware und Peripherie erfolgreich und gut zum Laufen bekommen und meinen, uns als technisch sehr interessierte und durchaus fortgeschrittene Anwender bezeichnen zu können.

Da wir aber hier in Deutschland leben und arbeiten, würden wir gerne am Ende unserer Suche nach der richtigen Distribution eine Distribution von einem hiesigen Anbieter nutzen – keineswegs etwa aus politischen Gründen, sondern weil es eben so ist, daß wir eben hier in Deutschland sind. In den USA würden wir als Linuxler wohl Fedora oder gleich RedHat benutzen, nur um mal ein Beispiel zu nennen.

Den Weg von Ubuntu mit Verabschiedung von Gnome 2.32 hin zu Unity wollen wir zudem nicht mitgehen, auch haben wir den Eindruck, daß Ubuntu sich immer mehr nur um Neues kümmert, anstelle das Bestehende besser zu pflegen, zu fixen und dadurch eben hochstabil zu halten. Nachdem KDE mit Version 4.6 stabil geworden ist, überlegen wir zudem, auf KDE umzusteigen, denn was sich da bei Gnome in Richtung Version 3 nun abzeichnet, gefällt uns auch nicht.

LinuxMint, das wir derzeit in Version 10 (Julia 64-bit) laufen haben, geht da einen besseren Weg, LMDE war auch sehr interessant. Aber: es ist auch kein hiesiges Produkt, und man weiß ja nicht, wie lange Clement Lefevre und seine Leute das Projekt betreiben werden.

Sie merken, wir sind verunsichert, wobei “wir” den Verein bedeutet, in dem alles zwischen Vorstand und Mitgliedern demokratisch berichtet und durchgesprochen und mehrheitlich entschieden wird.

Wir möchten uns gerne auf eine Distribution endgültig festlegen, um in unseren Computertechnik Stabilität und Richtung hineinzubringen. Denn wir arbeiten mit mehreren PCs und die aktiven Kollegen hier meutern nämlich einfach mal, wenn der Vorstand alle Naslang mit einer andere Distribution angedackelt kommt.

Bleibt also aufgrund des Vorgenannten openSUSE, oder eben SuSE oder SUSE übrig. Derzeit Version 11.4.

– Fragen dazu an Sie/Euch:

– Welche Zukunft hat openSUSE, haben SuSE oder SUSE nach der Übernahme von Attachmate? Besonders auch in Bezug auf den Standort Deutschland? Kann man darauf als Kunde bauen? Oder zeichnet sich da ein GAU ab? Wir haben alles, was es in Linux-Zeitschriften und einigen Blogs zu lesen gibt, mehrfach gelesen und hier diskutiert – Zeitschriften zum Beispiel aber haben auch immer einen sogenannten Produktionsvorlauf, und was in so Fällen wie mit Attachmate und Novell und openSUSE / SUSE usw. aktuell geschieht, ist da dann nicht aktuell drin. Gibt man heute, am 26. Mai 2011 z.B. http://www.suse.de ein, landet man immer noch auf einer Novell-Website…

Wenn Sie sagen, daß openSUSE und SUSE mit Attachmate auf einem guten Weg sind, und sich openSUSE / SUSE hier in Deutschland verfestigen wird, dann ergeben sich folgende weitere Fragen:

– Wo gibt es gute Literatur für openSUSE 11.4? Also Bücher, die sich speziell mit openSUSE oder auch SUSE 11.4 _und_ KDE 4.6x sehr, sehr gründlich befassen? Gute PDFs würden da auch weiterhelfen, wenngleich wir gedruckte Bücher vorziehen.

– Welche Zukunft hat KDE? Stimmt es, daß KDE federführend hierzulande produziert wird?

– Was sollen wir nehmen: openSUSE oder eher SUSE, also die Kaufversion? Welche wird besser supported? Wir fragen das, weil wir hinsichtlich der openSUSE-Community, der openSUSE-Supportseiten (Wiki usw.) bisher zwar sehr viel Gutes, aber dabei auch sehr viel Chaos gesehen haben – im Gegensatz beispielweise zur deutschen Ubuntu-Community und dem wohl einzigartigen UbuntuUusers.de-Wiki.

– Als wir openSUSE 11.4 laufen hatten, störte uns sehr, daß wir zahllose Repositories ausserhalb der Standard-Repos einbinden mussten, um an die Programme zu kommen, die wir benötigen, z.B. für gscan2pdf oder LibreOffice oder eine aktueller Inkscape- oder Scribus-Version usw.

Folge war nämlich, daß wir plötzlich beim Anmelden an openSUSE 11.4 keine Schrift mehr sahen (Login-Bildschirm), sondern nur noch hochkante rechteckige Klötzchen, und blind eintippen mussten. Sowas verwirrt und verunsichert die User sehr, weil wir dafür auch nirgends im Internet eine Beschreibung für einen Fix fanden. Das Problem trat auch unter der 11.3 auf, und führte hier zu Spannungen, derentwegen wir dann von openSUSE wieder weg gingen.

Wir sind zwar durchaus in der Lage, uns die benötigten Programme nötigenfalls selbst zu kompilieren, aber auch dazu braucht es teilweise Libraries, die in den Standard-Repos von openSUSE nicht enthalten sind, und das – aus unserer Sicht vorhandene – Wirrwarr bei den zu openSUSE oder SUSE gehörenden Repos ist aus hiesiger Sicht ein echtes Problem. Vielleicht gibt es dazu aber Lektüre, die uns lehrt, damit richtig umzugehen?

Wir würden gern, wenn Sie openSUSE/SUSE eine gute Zukunft bescheinigen, dorthin wechseln, uns aber eben dabei dann sehr intensiv in openSUSE/SUSE 11.4 und Nachfolger einarbeiten, wozu wir halt auch die nötige Lektüre brauchen, und gerne wüssten, wo es, außerhalb z.B. von linuxclub.de, original von der openSUSE-Community oder SUSE selbst ein gutes Wiki und eben eine hochaktive Community gibt.

Wir wissen auch von den Vorkon-Versionen vom Millin Verlag, und von den Kauf-Versionen von open-slx GmbH, aber wir würden gerne beim Original bleiben. Oder liegen wir mit dieser Entschätzung falsch?

Sollte diese lange Story hier unangemessen sein, bitte ich höflichst um Entschuldigung und darum, daß die Moderatoren sie löschen. Wir sind eine NPO (Non-Profit-Organisation) im sozialen Bereich und hoffen daher, hier nicht falsch zu sein mit unseren Fragen.

Falls nicht, danke ich im Voraus für alle weiterhelfenden Antworten.

Schöne Grüße
ARCA

6 Antworten
jb from ctu – Donnerstag, 26. Mai 2011 21:23 Uhr

…lange geschichte.

ich werde mich auf das wesentliche beschränken.

wir nutzen seit der version 10.3 opensuse im geschäftlichen bereich. sowohl aus administrativen wie auch proffesionellen gründen.

und opensuse kommt aus deutschland. momentan läuft bei uns die 11.3 mit gnome-dektop und einige 11.4 mit kde 4.6. warum? ganz einfach kde hat zu alter stärke zurück gefunden und die version 3 von gnome musss sich erst etablieren. der bruch wäre für unsere user zu groß, weshalb wir testweise kde benutzen und ihn immer besser finden. die systemintegration der einzelnen anwendungen ist besser , aus unserer sicht, wie bei gnome.

und nebenbei ist opensuse eine der besten kde-distris.

was das repositories-chaos angeht gebe ich euch recht. nicht glücklich. wir umgehen das momentan damit einen einheitlichen software stand auf alle clients zuverteilen und nur bei den wichtigen anwendungen wie libreoffice und die mozilla sachen greifen wir auf den build-service zurück. um bandbreite zu sparen über einen localen mirror, den wir per rsync via cron aktuell halten.

ein echter vorteil aus unserer sicht ist yast – gibt keine andere distri wo ich sowas wie yast gesehen habe. hat uns schon oft vor dem supergau bewahrt (weil kommandozeilen fähig und dann auch über ssh nutzbar).

nun ein statement zur zukunft von opensuse. wir glauben nicht das das freie opensuse stirbt. die community lebt sicher weiter und es wird auf lange sicht auch immer neue versionen geben. hier liegt das eigentliche problem, da opensuse keine LTS-version pflegt.

ein sehr guter und praktikabler ansatz ist da das thumbleweed-repo. unsere 11.4-tester nutzen das, und man kann auf so manches repo verzichten. wie lange sich eine opensuse 11.4 damit aktuell und lauffähig halten lässt k.A. schaun wir mal.

ich kann opensuse nur empfehlen allen unkenrufen zum trotz und ab der version 11.4 lohnt kde auf jedenfall. wir sind begeistert von kde und werden wohl zukünftig darauf setzen…

so nun ist es doch mehr geworden als ich wollte, aber ich hoffe es hilft etwas. und vielleicht sieht man sich in der community.

ps: und richtig das suse-wiki ist nicht immer optimal, und deshalb ein riesenlob an die ubuntu-cracks. viele der lösungen und vorschläge der ubuntu-leute kann man aber auch für opensuse verwenden.

also bis dahin… Federal Agent JB

Roland – Donnerstag, 26. Mai 2011 22:31 Uhr

Hallo jb from ctu,

Falls Du es nicht bemerkt hast: bei Dir funktioniert die Shift-Taste für Großbuchstaben nicht mehr.

Gruss,
Roland

JB from CTU – Donnerstag, 26. Mai 2011 22:47 Uhr

Da Lob ich mir das Englische :-). Schreibe wahrscheinlich zu viel in englischen Foren :-))

Sorry, aber tippt sich leichter, wie ich finde. Gebe mir aber Mühe beim nächsten mal.

Versprochen!

ARCA – Freitag, 27. Mai 2011 13:09 Uhr

Hi JB,

danke für Deine Antwort.

Das mit den Repos sehe ich deshalb als Problem, weil wir mehrere Programme einsetzen, die in den Standard-Repos nicht enthalten sind. gscan2pdf als ein Beispiel.

Ferner hätten wir gerne Literatur, in der der Umgang mit openSUSE 11.4 generell und darin dann eben z.B. auch mit den Repos gründlich erklärt wird. Da scheint es aber kaum was zu geben.

KDE werden wir uns anschauen, die openSUSE 11.4 DVD liegt hier schon parat.

Wie auch immer, finde ich es Klasse, hier gleich Antwort bekommen zu haben und denke mal, daß das auch so sein wird, wenn wir Fragen zu openSUSE haben.

Natürlich wärs net, hier auch noch andere Stimmen zu hören, also liebe Leute, die Ihr das hier lest, schreibt, schreibt, schreibt ;-)

Danke, allerbeste Grüße an die Community hier und schönes Wochenende
von ARCA

max. – Freitag, 27. Mai 2011 16:28 Uhr

Wer Linux im breiten Rahmen nutzt , sollte sich für Ubuntu oder openSUSE entscheiden, weil hier das meiste funktioniert, aktuelle Software vorhanden und die Community sehr gut ist. KDE ist wieder im Aufwind, Kubuntu ist auch nicht schlecht, Suse ist aber bei KDE die bessere Wahl, finde ich

Matthias Drexler – Samstag, 28. Mai 2011 22:52 Uhr

Das mit dem Repositories find ich kein Negativpunkt sondern eher positiv zu bewerten. Es lässt sich somit jeder mögliche Kombinationen realisieren. Ich persönlich setze schon seit vielen Jahren openSuse produktiv ein.
Da ich einige openSuse Rechner habe und dazu noch etliche weitere in befreundetem Kreise betreue (oder berate), habe ich mir angewöhnt für jede neue openSuse Version ein Script zu erstellen der mein openSuse erweitert. Zusätzlich passt das Script die Prioritäten der Repos an und installiert alle notwendigen Pakte um multimediafähig zu sein (dazu noch ein paar andere, wie z.B. acrobat Reader usw). Wenn dich das interessiert, kann ich dir das Script gerne schicken.

OpenSuse ist auf jedenfall eine sehr gute Entscheidung.

Michael Rieß – Mittwoch, 01. Juni 2011 12:31 Uhr

@Matthias Drexler:
Wenn es dir nix ausmacht dein Script “freizugeben”, mach doch bitte einen neuen Beitrag und veröffentliche dein Script für alle.

Ich kann es mir das Script auch gerne vorher ansehen und dokumentieren ;-)
(so ein Script steht nämlich ohnehin quasi auch auf meiner TODO-Liste)

Matthias Drexler – Mittwoch, 01. Juni 2011 22:39 Uhr

Script für OpenSuse ist freigegeben unter http://paste.kde.org/77167/

Fragen, Fehler und Ergänzungen bitte hier her posten oder direkt als E-Mail an its.matzup@gmail.com

Michael Rieß – Freitag, 03. Juni 2011 12:33 Uhr

Danke, ich werd dein Script dann mal verwenden,
eventuell anpassen und dir dann mailen.

Ulf B. – Sonntag, 05. Juni 2011 19:53 Uhr

Habe Dir mal ein paar Ergänzungen und Verbesserungen eingepflegt und Dir zu gesendet.

Ciao
Ulf

Ulf B. – Mittwoch, 08. Juni 2011 21:55 Uhr

Schade – keine Antwort :-(
Hätte mir dann die Zeit sparen können :-P

Matthias Drexler – Mittwoch, 08. Juni 2011 22:51 Uhr

Doch eine Antwort…
Sorry, hatte bis jetzt keine Zeit mich intensiv damit auseinanderzusetzen.
Ich finde ich das sehr gut, was du in das Script eingeplegt hast. Da ich selber (noch) kein crack in Sachen bash bin, war ich sehr glücklich über die Ergänzung. Ich muss mich nur mal in einer ruhigen Minute damit mehr auseinandersetzen – Dann bekommst du auch etwas ausführlicher meinen Beitrag.

Linux Fan – Freitag, 27. Mai 2011 18:32 Uhr

Meines Erachtens kommt es darauf an zu verstehen, dass alle Linux-Distrubutionen aus einem immer wieder ähnlichen Bausteinsystem bestehen, wenn auch mit teils unterschiedlichen Dateisystemen und Systemverwaltungstools.

Dann kann man sich m.E. entweder OpenSuse oder Ubuntu gleichermaßen nehmen, um ein für sich spezifisches System zu bauen. Aber aus meiner Sicht hat Ubuntu bei der Anwenderfreundlichkeit, Transparenz und Einfachheit, auch in gewisser Weise ideell hier die Nase vorn.

Die Angebote zu sogenannten Custom-Linux-Systemen im Web sind dann aus meiner Sicht doch eher zu kompliziert. Am einfachsten als Start ist m.E. deshalb immer eine einfache Ubuntu-Iso-CD, von der man das Grundsystem installiert.

Es stimmt dann nicht, dass man in Ubuntu 11.04 den Unity-Desktop zwingend nutzen muss. Ein einfacher Wechsel vor der Anmeldung auf “Ubuntu Classic” reicht und schon hat man wieder dauerhaft den normalen Gnome-Desktop vor sich. Und das neueste KDE kann alternativ nachinstalliert werden.

Für mich liegt dann Ubuntu als Grundsystem etwas vor Opensuse, auch wegen der noch bestehenden Vernetzung mit Debian und der Möglichkeit, von der Entwicklung von Debian zu profitieren. Auch wegen hilfreicher Foren und Dokumentationen im Web.

Wenn man dann kein Informatiker ist, scheitert ein Versuch, Debian einfach selbst zu nutzen meist. Ubuntu bietet da die anwenderfreundlichere Alternative. Deswegen ist es so populär, aber wohl auch wegen seiner ideell humanen Grundausrichtung . Wenn man dann selber weiß, was man im Grundsystem von Ubuntu nachinstallieren will, dann erübrigt es sich auch, ein Derivat von Ubuntu zu nutzen.

Man kann dann aus einer riesigen Menge von Software das System konfigurieren (Im Sofwarecenter, mit Synaptics oder auch ggf. über das Terminal). Das kann man in OpenSuse mit Yast auch. Aber Ubuntu ist manchmal, wie ich finde schlauer und fllinker. Gerade Yast in OpenSuse erschien mir zuletzt da viel komplizierter und träger. Die Repositories von Ubuntu finde ich auch klarer strukturiert und verständlicher.

Ubuntu erscheint mir letztlich überschaubarer und transparenter als OpenSuse, auch teils innovativer und dennoch stabil, sofern man keine schweren Fehler bei der Konfiguration macht.

Eine grundlegende Erfahrung: Es hilft dann eher zu viel, als zu wenig zu installieren in Ubuntu, damit das System rund läuft.

Mehrere parallel installierte Desktops, insbesonder Gnome und KDE, ergänzen sich dabei bei Linux eher gut in Funktionen.

Die Frage, welches System dann mehr Zukunft hat, ist letztlich insofern dann keine Frage, weil jede Linux-Distrubution ein Linux in Bausteinen ist: mit dem aktuellen Kernel, mit dem X11-System usf. Man solte aber, wenn man sich kein eigenes Linux bauen kann und keine Informatiker kennt, die ein Debian-System konfigurieren können, was gute Alternative wäre, aktuell eben Ubuntu oder OpenSuse als Grundsystem nehmen.

Kaufversionen von Linux machen dann wohl auch wenig Sinn, eher immer die aktuellen Distro-Downloads. Die Kaufversionen sind meist schon veraltet und alle dort angebotenen Anwendungen stattdessen frei aus dem Web zu beziehen.

Einer NPO hilft ggf. ansonsten ein mit fachlicher Hilfe spezifisch konfiguriertes Debian, sofern das bezahlbar ist. Im Grund geht es wohl langfristig darum, dass Anwender Debian besser lernen und Debian den ‘normalen’ Anwendern mehr entgegen kommt

Wichtig ist, dass man die Opensource-Idee dabei nicht ganz vergisst. Ein völlig vorkonfiguriertes System widerspricht dem auch. Insofern ziehe ich dann auch das wohl immer noch schmalere, aber gut ausbaubare Grundsystem von Ubuntu noch OpenSuse vor.

Ansonsten ist zu sagen: Linux war nie ein “hiesiges Projekt”. Das ist der falsche Ansatz: Linux ist ein internationales Projekt mit zahllosen Helfern.

Gast – Samstag, 28. Mai 2011 14:18 Uhr

Hallo,
openSUSE mit KDE SC 4.6.x ist auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Bleibt dabei und ihr werdet es nicht bereuen.
Die Downloadversion von openSUSE reicht immer völlig aus.
Hilfe bekommt ihr in zahlreichen deutschsprachigen Foren, Blogs und Wikis. Zwar vom Projekt weniger ( in deutsch) dafür reichlich von der Community.
deutsche openSUSE Wiki:
http://www.linupedia.org/opensuse/Hauptseite
http://wiki.open-slx.de/

Deutsche openSUSE Foren:
http://forum.open-slx.de/
http://www.linux-club.de/
http://forums.opensuse.org/deutsch-german/?langid=18
http://www.opensuse-forum.de/

Deutsche Blogs:
– siehe : http://planet.open-slx.de/

Bei all den Ansprechpartnern werden euch dann sicher weitere Fragen gerne beantwortet.

Aber eine Illusion muss ich euch nehmen. openSUSE war früher ursprünglich ein deutsches Produkt. Aber inzwischen ist es wie alle anderen Linux auch ein internationales Gemeinschaftsprojekt.

ARCA – Samstag, 28. Mai 2011 15:45 Uhr

Hallo Gast,

danke für Deine detaillierten Hinweise.

Das mit dem “deutschen Produkt” bitten wir, nicht mißzuverstehen, das ist nicht etwa politisch oder so, keineswegs.

Wir haben bei uns Leute, die kein Englisch können und es auch nie lernen werden, und die auch vom Sprachgefüge her mit Anglizismen usw. nur schlecht klar kommen. Die heben voll ab, wenn da plötzlich irgendwas nicht auf Deutsch ist. Wir dachten, wenn denn openSUSE / SUSE nun wieder aus Nürnberg kommt, die deutsche Sprachqualität in dieser Linux-Distribution dann deutlich besser würde als in anderen Distributionen.

Und dann ist da halt eben bei uns allen auch die echte Verwirrung, warum z.B. Ubuntu diesen Unfug mit Unity macht, warum die GNOME-Leute von der guten 2.32 auf die versaute 3 hüpfen, anstelle die 2.32 anständig weiter zu entwickeln, und man fragt sich einfach: “Quo vadis, linux?”

Man bekommt den wirklichen Eindruck, daß sich die Bosse bei den Linux-Distributoren wegen Windows 7 + 8 mächtig ins Höschen machen und deshalb meinen, auf den optischen Featuritis-Hype-Zug aus Redmond, Virginia, USA aufspringen zu müssen.

Aber weiß Gott nicht alles, was aus USA kommt, taugt auch etwas… ;-)

Ich selbst helfe Freunden und Bekannten mit dem PC. Auch Windows-Leuten, zumindest jenen davon, die nicht auf alles Klicken, was bei drei nicht auf den Bäumen ist oder die es geil finden, das UAC abzuschalten, oder gerne ohne Virenscanner im Internet herumalbern.

Da gibts z.B. ein kleines Programm für Windows 7, von dem alle, egal, ob Privatleute oder in Firmen, total begeistert sind, und zwar ändert dieses Tool das modische Start-Menü von Windows 7 wieder um auf die klassische Version, ohne, daß man den Desktop-Stil deshalb wechseln muß.

Ähnliches auch bei GNOME 2.32, wo man auch meinte, das Windows7-Menü nachäffen zu müssen: dieses neumodische Klickibunti-GNOME-Menü, in dem einfach keine Ordnung ist, will hier keiner, also wird auf das Standard-GNOME-Menü umgestellt, und der Durchblick ist wieder her gestellt.

Was treibt die Linux-Distributoren, diesen ganzen neumodischen Kinderkram einzuführen?

Unity, GNOME 3 und vieles mehr an neumodisch Sinnlosem?

Linux ist nicht Windows, es gibt keinen einzigen Grund, warum solide Linux-Distributionen mit Windows 7 wetteifern müssen. So sehen das normale erwachsene Linux-Anwender, aber bei den Distributoren scheinen wohl immer mehr die Klickibunti-Kiddies das Sagen zu haben…

Ich habe heute auf Ubuntuusers.de einen Text gelesen, in dem ein User etwas sehr interessantes fragt, nämlich, warum die Linux-Distributoren alle Naslang das Rad ständig neu erfinden müssen.

Weiter sagt er, die Distributoren sollten mal bei einer Versionsnummer stehen bleiben, z.B. ein Jahr lang, aber in diesem einen Jahr diese Version und alle gängigen Programme dazu vom Kopf bis Fuß allergründlichst durchzufixen und sie unter Einbindung aktuellester Programmversionen hochstabil zu machen, wie er sich ausdrückt.

Wir können dem hier nur zustimmen.

Warum geschieht das nicht?

Warum erfinden die Linux-Distributoren tatsächlich das Rad ständig neu?

Das würde uns hier echt interessieren – es wäre nett, wenn die Community hier dazu mal was sagt.

Denn: bei Bewährtem zu bleiben, dieses zu verbessern und zu stabilisieren, ist doch weitaus solider und glaubwürdiger, als auf jeden neuen Hype-Zug zu springen, der durchs Ländle rattert.

Linux ist nicht Windows – also was soll der Featuritis-Unsinn?

Dank und Grüße
von der ARCA-Truppe

ARCA – Sonntag, 29. Mai 2011 19:09 Uhr

@all:

Danke für alle Tips und Tricks.

Wir haben jetzt openSUSE 11.4 64-bit mit KDE am Laufen und tasten uns langsam, aber sicher heran.

Grüsse
ARCA

Michael (Majestyx) Kappes – Montag, 30. Mai 2011 11:57 Uhr

Hallo

ich versuch es mal ganz salopp und grob…

suse = community | (suse) novel gibt es auch als enterprise
ubuntu = community | canonical gibt aber auch enterprise
fedora = community | redhat = enterprise

ich habe in einem Beitrag (1) auf diese Problematik schon einmal hingewiesen. zitat:

So manche Fedora-Anwender setzen daher bei konservativ gewarteten Systemen auf Red Hat Enterprise Linux oder dessen kostenlose Nachbauten wie CentOS. Diese Distributionen sind eng mit Fedora verwandt und werden mindestens sieben Jahre gepflegt und bekommen, im Rahmen der ein bis zwei Mal pro Jahr erscheinenden “Minor Releases” einige Verbesserungen sowie aufgefrischte Treiber-Ausstattung nachgereicht

(1)
https://www.linux-community.de/Internal/User-Blogs/Majestyx-Blog/Understatement-as-Usual-Fedora-Anwender-Bericht

Natürlich könntet Ihr auch eine LTS Version von UBUNTU nutzen. wenn das knowhow im unternehmen ist ist so etwas die günstigste Lösung.

oder ihr macht euch eure eigenen distri ;)

http://pcplus.techradar.com/content/tutorial-build-your-own-linux-distro

Ahoi
Michael

Ulf B. – Mittwoch, 01. Juni 2011 00:46 Uhr

Hallo ARCA,

bin seit langen bei openSUSE (seit mehr als 10 Jahren) mit KDE als Desktop. Insbesondere vor den 11-er Versionen gab es ein paar Unstimmigkeiten, die mich bewogen haben einige andere Distros zu testen. Bin aber mittlerweile wieder 100% bei SUSE. Hier die wichtigsten Gründe:
1. Sehr gute KDE Integration
2. YaST ist meiner Ansicht nach das übersichtlichste und Leistungsfähigste Admin tool im Linux Umfeld
3. Alle Softwarepakte sind hinreichend aktuell
4. Es gab bisher nur sehr wenige Softwarepakete die nicht in irgend einem SUSE Repositrory in einer benutzbaren Version zu finden waren
5. Bis auf sehr wenige Ausnahmen, waren selbst mit Packman und Factory Repositorys alle Updates auf der Basis Lauffähig und auch hinreichend Stabil
6. Sehr gute Deutsche Integration, auch wenn es als Systemverwalter hilfreich ist auch ein paar Brocken Englisch zu können
7. Eine SUSE kann sich mit wenigen Klicks fast 100% Automatisch aktuell halten (was bei Debian z.B. nicht immer klappt).
8. Das Paketverwaltungssystem arbeitet mit RPM und ZYPPER mitlerweile sehr sehr zuverlässig.
9. Es gibt sehr einfache Möglichkeiten Systeme zu Clonen oder zu Sichern (während der Installation oder im YaST)
10. Bei mir läuft die SUSE 11.4 sowohl als Server (ohne Grafische Oberfläche), als Desktop mit KDE 4.6.3 sowie als schlanke Distro auf Netbooks, Nettops sehr Ressourcen schonend mit LXDE
11. Distupgrades “zypper dup” funktionieren nach Umstellung der Repositorys sehr gut – vergleichbar mit einem Debian Testing (mein Tip – DistUpgrade erst nach ein paar Tagen machen – wenn hinreichend positive Berichte dazu vorliegen – nicht nur bei SUSE empfehlenswert – anschließend erst ein System upgraden und dann erst weitere Produktiv genutzte Systeme)
12. Sowohl der “Kofler” als auch die Handbücher der Kaufversion sind absolut lesenswert (evtl. mal die mitgelieferten PDFs mal ansehen)
13. Mit “Tumbleweed” kann man neuerdings ein System extrem aktuell halten, ohne gleich ein Testing (Factory) bzw. Playground Repository mit entsprechenden Risikien verwenden zu müssen. Würde aber in einem Produktivsystem aber eher nur die normalen Repositorys verwenden, und nur die benötigten Pakete per 1-Klick installation und einmaliger Verwendung des dazu benötigten Repositorys installieren.

Ciao
Ulf

JB from CTU – Mittwoch, 01. Juni 2011 10:37 Uhr

Deine Befürchtungen zu den Thumbleweed-Repos kann ich dir nehmen.
Aber auch hier gilt wie bei allen Updates und Upgrades erst testen dann produktiv einsetzen.

Wir fahren momentan zwei Testmaschinen mit Thumbleweedanbindung. Eine ist meine eigene und ich teste und installiere und deinstalliere im Hardcoreverfahren. Täglich mehrmals neue Upgrades und Updates einspielen. Das ist so gewollt um Fehler auf zu decken. Bis jetzt läuft mein Hardcoresystem erstaunlich stabil. Die zweite Maschine bildet ein normales System ab und wird nur wenn notwendig geupgradet und geupdatet, bis jetzt sind keine nennenswerten Unstabilitäten aufgetreten.

Ausser die üblichen Verdächtigen, wie WLAN und Grafik. Wobei es immer seltener wird das was nicht geht.

Wir nutzen seit der 11.4 wieder KDE. Und ich gebe dir Recht Yast in Verbindung mit Zypper ist ein unschlagbares Team geworden.

Bis dahin Federal Agent JB

ARCA – Samstag, 11. Juni 2011 13:10 Uhr

Hallo @all,

erstmal vielen Dank für alle Tips, Tricks, Hinweise und Berichte.

Wir sind nun seit 29. Mai 2011 auf openSUSE 11.4 mit mehreren PCs – und sind begeistert.

Alles läuft prima, die Updates laufen sauber rein, es kommen vor allem ständig Updates, und auch daran merkt man, daß openSUSE lebt und vorangeht.

Wir fahren KDE 4.6.3x und sind, als vormalige Gnome-User, mit KDE mittlerweile voll zufrieden.

Besten Dank an alle, die hier was gesagt haben.

Besten Dank auch an die Community hier, an die LinuxUser und an die EasyLinux – beide Zeitschriften sollten wie die c’t alle zwei Wochen erscheinen ;-)

Beste Grüße
ARCA

Ulf B. – Sonntag, 12. Juni 2011 23:44 Uhr

Erst mal Danke für Dein Feed Back :-) Ist leider nicht selbstverständlich.

… “LinuxUser und an die EasyLinux – beide Zeitschriften sollten wie die c’t alle zwei Wochen erscheinen” …
Hoffentlich nicht, dann schaffe ich nicht mehr alle zusammen (bei mir ist nur Easy- durch -Magazin ersetzt). ;-)

Schönen Pfingstmontag noch.