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Warum tut sich die Software-Industrie mit 64Bit so schwer?

8 Antworten

Nachricht Autor

Montag, 20. Februar 2012 09:33:53

Im Zusammenhang mit Open Source ist 64Bit-Unterstützung überhaupt kein Thema. Fast jeden Quellcode jagt man einfach durch den Compiler und hat hinterher eine 64Bit-Version des gewünschten Programmes.

Viele Closed-Source Hersteller bringen hingegen zwar ein Release nach dem anderen, jedoch nur als 32 Bit Version. Und trotz enormen Druck seitens der Anwender (z.B. im Falle von Adobe) wird so getan, als sei das ein riesiges Hexenwerk, eine native 64Bit-Variante herauszugeben, die viel Arbeit braucht.

Ein Großteil der kommerziellen Software-Hersteller hat 64Bit bis heute nicht entdeckt. Warum eigentlich?

GoaSkin


Antworten
Aufwand
Ed (unangemeldet), Mittwoch, 22. Februar 2012 13:27:58
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Als Programmierer stehe ich auch vor der Frage, ob ich nicht mal langsam für 64bit schreiben sollte. Dagegen spricht, dass der Aufwand in keiner Relation zum Nutzen steht - mit 32bit kann man mindestens 95% der Aufgabenstellungen ohne Einschränkung lösen. Da die 64bit-Rechner abwärtskompatibel sind, braucht man auch nicht zwei Versionen der Software, sondern 32bit passt immer.

Beim Aufwand muss man auch noch bedenken, dass Programme immer gegen externe Bibliotheken gelinkt werden. Das wird dann richtig spannend, wenn man zur Entwicklung zwei Zweige mit den jeweiligen Libs braucht (die unter Umständen auch nicht vollständig oder kompatibel sind, dann geht es mit #ifdef los) und dann auf dem 64bit-System ein Crosscompile für die 32bit-Version durchführen will. Alternative ist Virtualisierung, dann setzt man sich zwei Systeme auf, um ein Programm zu compilieren, das nervt!

Wenn mal die meisten Rechner 64bit tauglich sind, lohnt sich der Umstieg erst, vorher wird sich niemand die Arbeit verdoppeln, nur damit ein paar Rechner möglicherweise etwas schneller sind - die Ausführungsgeschwindigkeit von Programmen ist eigentlich schon länger nicht mehr so das Thema.



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Re: Aufwand
Verdammt (unangemeldet), Donnerstag, 08. März 2012 11:41:22
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> Als Programmierer stehe ich auch vor der Frage, ob ich nicht
> mal langsam für 64bit schreiben sollte. Dagegen spricht, dass
> der Aufwand in keiner Relation zum Nutzen steht - mit 32bit
> kann man mindestens 95% der Aufgabenstellungen ohne
> Einschränkung lösen. Da die 64bit-Rechner abwärtskompatibel
> sind, braucht man auch nicht zwei Versionen der Software,
> sondern 32bit passt immer.

Selten so einen Müll gelesen

rpm -qa | grep i686 | wc -l
0
rpm -qa | grep i386 | wc -l
0
rpm -qa | grep i586 | wc -l
0
rpm -qa | grep x86_64 | wc -l
1167

Und du glaubst ernsthaft nur weil du zu faul bist ziehe ich mir einen Haufen i386-Pakete ein um dann im Endeffekt wegen Multilib und ggf. notwendigen Libraries die dein Krempel als Abhäbgigkeit braucht nochmal einen 32bit Buildserver rein?

Glaubst du nicht dass das so ist?
Na dann mach mal einen auf die CPU optimierten Rebuild von OpenSSl auf einen 64Bit-System und installiere dann eine 32Bit-Software -> Du darfst dann auch OpenSSL mit EXAKT der gleichen Versionisierung bauen! Wegen dir? Sicher nicht!



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64bit
Pit (unangemeldet), Dienstag, 21. Februar 2012 22:18:27
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"Im Zusammenhang mit Open Source ist 64Bit-Unterstützung überhaupt kein Thema. "

Nun, *ganz* so einfach ist's dann doch nicht, es gibt schon eine ganze Menge Möglichkeiten, Code nicht-64bit-clean zu bekommen. Und je grösser und älter ein Projekt ist, desto eher sind solche Stolpersteine halt da und nicht einfach so auszumerzen.

Ansonsten versteh' ich aber das 'Gemecker' um nur-32bit-Versionen genausowenig wie die Alles-muss-OSS-sein Einstellung von Herbert. Ich hab beide Libs auf meinem Rechner - und erzähl mir keiner das wäre ein Speicher-Problem. Das ist es weder auf der Platte noch im Hauptspeicher.

Ansonsten sieht es mMn doch gar nicht *so* schlecht aus. Wenn ich mich mal bei der auf meinem Rechner installierten Löhnware umschaue ist der Grossteil davon 64bit. Zugegeben, das meiste davon sind eh Spiele, d.h. relativ frischer Code - da wird einfach von vorneherein 'clean' programmiert..

Das zeigt aber auch, dass sich das Problem wohl recht bald erledigt haben wird.


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Re: 64bit
GoaSkin , Dienstag, 21. Februar 2012 22:42:04
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Mir ging es eigentlich primär garnicht darum, die Portierungs-Bereitschaft der Software-Industrie zu bemängeln.

Ich bin mehr verwundert, warum sich die Software-Industrie damit so schwer tut, da man ja ein Open Source Programm im Zweifel einfach nur nochmal durch den Compiler schickt und sein 64bit-Binary bekommt und darum auch davon ausgeht, dass mit einem Closed-Source Programm meist auch nichts anderes zu tun wäre.


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Warum tut sich die Software-Industrie mit 64Bit so schwer ?
Herbert (unangemeldet), Montag, 20. Februar 2012 15:53:47
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Hallo GoaSkin,

Eine Frage : Wieso kümmert Dich das überhaupt ?

Firmen wie MS und Apple haben doch nur aus dem Grund soviel Macht über unser Leben, weil es immernoch Leute gibt, die sich für kommerzielle Software interessieren. Ohne diese gäbe es gar kein SOPA/PIPA-Problem oder die Verfolgung von "Raubkopierern" im Internet. Ohne sie würde sich das Problem überhaupt nicht stellen. Schon seit Jahren behindern Closed-Source-Software und Software-Patente weltweit die Entwicklung von neuer Software.

Von mir aus können Hersteller von Closed-Source-Software hingehen, wo der Pfeffer wähchst und gerne an ihren Produkten ersticken. Mir kommt auf jeden Fall kein einziges, proprietäres Programm mehr auf die Platte. Ich verwende "gNewSense." Sollte z.B. ich den Eindruck gewinnen, keine Wahl zu haben, verzichte ich.

Zu Deiner Frage :
Ich nehme an, weil es die Kunden solcher Firmen mangels Ahnung / Interesse / Intelligenz nicht wirklich kümmert. Die Hersteller proprietärer Betriebssysteme und Software haben ihre Kunden psychisch doch schon da, wo sie sie haben wollen :

Zombies.

Sie nehmen völlig unbesehen alles an, was ihnen vorgesetzt wird. Sie sind lernunfähig und umstiegsängstlich, weil sie psychisch u.U. so manipuliert hat, dass sie denken, sie hätten keine andere Wahl als proprietäre Software zu verwenden - oder weil man anschließend ja diese "Bürde auf sich nehmen", was dazulernen und eine kleine Umstellung in der Bedienung in Kauf nehmen müsste - wie schrecklich ...

Sie sind noch -nichtmal dann- zu einem Umstieg bereit, wenn man sie mit wasserdichter und einfach verständlicher Logik darüber aufklärt, was Betriebe wie MS oder Apple mit ihren Grundrechten anstellen oder sie permanent durch Backdoors ausspionieren könnten ...

Aus der Perspektive solcher Hersteller kann man sich eigentlich keine idealere Kundensituation wünschen ... Wieso sollten die Hersteller proprietärer Software sich also noch die geringste Mühe machen, die Qualität ihres Produkts noch zu verbessern ?

Es wird ihnen doch -sowieso- alles abgenommen, auch wenn's noch so übertrieben teuer und verglichen mit einer freien Alternative völlig minderwertig ist ... ;)

Gruß Herbert.


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Re: Warum tut sich die Software-Industrie mit 64Bit so schwer ?
GoaSkin , Montag, 20. Februar 2012 23:13:47
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Mit Apple und Microsoft bringst du aber zwei Beispiele, die das garnicht betrifft.

Mich kümmert das vor allem, weil ich auch als Linux-User nicht ganz auf Closed Source verzichten kann - z.B. auf den Flashplayer. Und ob das Closed Source Produkt Flash zum Einsatz kommt, ist auch nicht meine Entscheidung, sondern die von Webentwicklern. Und da musste man ewig warten, bis man eine 64 Bit Version bekommen hat.

und nein: Ich besuche nicht nach Lust und Laune Webseiten, bei denen die eingesetzten Technologien meinem Geschmack entsprechen, sondern jene, deren Inhalt für mich Relevanz hat.

Ferner nutzen die meisten Linux-User auch Java, proprietäre Video-Codecs oder das eine oder andere Windows-Programm mit WINE.


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Re: Warum tut sich die Software-Industrie mit 64Bit so schwer ?
Herbert (unangemeldet), Dienstag, 21. Februar 2012 10:44:06
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Hallo GoaSkin,

"Apple und Microsoft" habe ich stellvertretend für alle Hersteller von Closed-Source-Betriebssystemen / Applikationen genannt, deswegen steht dort auch "Firmen wie" ... ;)

Das man nicht auf den Flash-Player verzichten kann und ihn benutzen -muss-, halte ich für ein Gerücht. Mozilla Firefox unterstützt HTML5, welches eine eigene Video-Funktionalität mitbringt. Installiere Dir unter Firefox testweise einfach mal das Plugin "QuickJava 1.75." Dann erscheint unten rechts in Deiner Statusleiste ein Feld mit blauen Buttons. Sie färben sich rot, wenn Du etwas blockierst. Dort kannst Du mit einem Klick Java, Javascript, Flash und Silverlight blockieren und sehen, ob Deine Webseiten auch ohne proprietäres Gedöns auskommen. Seiten wie YOUTUBE kommen zum Beispiel schon etwas länger ohne Flash aus ... :)

Des weiteren habe ich nirgends ein Wort darüber verloren, welche Webseiten Du aus welchen Gründen besuchst. Ausserdem wäre ich auch eher vorsichtig mit Aussagen darüber, was "die meisten Linux-User" tun. Aus meiner Sicht gibt es für Dich keine Möglichkeit, mit Sicherheit zu erfahren, was die meisten Linux-User dieser Welt tun oder lassen.

Gruß Herbert.


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Re: Warum tut sich die Software-Industrie mit 64Bit so schwer ?
GoaSkin , Dienstag, 21. Februar 2012 16:34:39
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Nichts für ungut, aber irgendwie kann ich auf deine Moralapostel-Maßregelversuche getrost verpfeifen.

Ich habe die Frage nicht gestellt, um mir erklären zu lassen, wie es sich deiner Ansicht nach gehört, einen Computer zu benutzen. Und es war auch nicht die Frage, ob und wie man um Closed Source herum kommt. Zur Antwort der eigentlichen Frage trägst du null Produktives bei. Du solltest die Texte lieber mal sachlich wahrnehmen und nicht nach dem, was dein Gemüt so zwischen den Zeilen heraus liest.

Es war mehr eine technische Frage.

Und um den letzten Kommentar auch noch einmal zu kommentieren: Natürlich braucht man dank HTML 5 Flash nicht mehr unbedingt, aber nur aus der Sicht des Webdesigners. So lange es Webdesigner gibt, die für ihre Seiten Flash einsetzen nutzt es dem User nichts, dass er das hätte mit HTML 5 lösen können.

Ich möchte denjenigen mal sehen, der sich seine Geschäftspartner danach aussucht, ob sie auf ihren Internet-Seiten HTML5 statt Flash einsetzen, weil ihm das besser gefällt.


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Warum tut sich die Software-Industrie mit 64Bit so schwer ?
Herbert (unangemeldet), Montag, 20. Februar 2012 15:53:47
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Hallo GoaSkin,

Eine Frage : Wieso kümmert Dich das überhaupt ?

Firmen wie MS und Apple haben doch nur aus dem Grund soviel Macht über unser Leben, weil es immernoch Leute gibt, die sich für kommerzielle Software interessieren. Ohne diese gäbe es gar kein SOPA/PIPA-Problem oder die Verfolgung von "Raubkopierern" im Internet. Ohne sie würde sich das Problem überhaupt nicht stellen. Schon seit Jahren behindern Closed-Source-Software und Software-Patente weltweit die Entwicklung von neuer Software.

Von mir aus können Hersteller von Closed-Source-Software hingehen, wo der Pfeffer wähchst und gerne an ihren Produkten ersticken. Mir kommt auf jeden Fall kein einziges, proprietäres Programm mehr auf die Platte. Ich verwende "gNewSense." Sollte z.B. ich den Eindruck gewinnen, keine Wahl zu haben, verzichte ich.

Zu Deiner Frage :
Ich nehme an, weil es die Kunden solcher Firmen mangels Ahnung / Interesse / Intelligenz nicht wirklich kümmert. Die Hersteller proprietärer Betriebssysteme und Software haben ihre Kunden psychisch doch schon da, wo sie sie haben wollen :

Zombies.

Sie nehmen völlig unbesehen alles an, was ihnen vorgesetzt wird. Sie sind lernunfähig und umstiegsängstlich, weil sie psychisch u.U. so manipuliert hat, dass sie denken, sie hätten keine andere Wahl als proprietäre Software zu verwenden - oder weil man anschließend ja diese "Bürde auf sich nehmen", was dazulernen und eine kleine Umstellung in der Bedienung in Kauf nehmen müsste - wie schrecklich ...

Sie sind noch -nichtmal dann- zu einem Umstieg bereit, wenn man sie mit wasserdichter und einfach verständlicher Logik darüber aufklärt, was Betriebe wie MS oder Apple mit ihren Grundrechten anstellen oder sie permanent durch Backdoors ausspionieren könnten ...

Aus der Perspektive solcher Hersteller kann man sich eigentlich keine idealere Kundensituation wünschen ... Wieso sollten die Hersteller proprietärer Software sich also noch die geringste Mühe machen, die Qualität ihres Produkts noch zu verbessern ?

Es wird ihnen doch -sowieso- alles abgenommen, auch wenn's noch so übertrieben teuer und verglichen mit einer freien Alternative völlig minderwertig ist ... ;)

Gruß Herbert.


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Re: Warum tut sich die Software-Industrie mit 64Bit so schwer ?
GoaSkin , Montag, 20. Februar 2012 23:13:47
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Re: Warum tut sich die Software-Industrie mit 64Bit so schwer ?
Herbert (unangemeldet), Dienstag, 21. Februar 2012 10:44:06
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Re: Warum tut sich die Software-Industrie mit 64Bit so schwer ?
GoaSkin , Dienstag, 21. Februar 2012 16:34:39
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