Universal Linux USB-Boot-Stick gesucht

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Sonntag, 07. Juni 2009 13:53:07

Das Booten vom USB-Stick

1.Einleitung

Eine praktische Lösung bei Linux ist die Möglichkeit dieses auf einem Rechner auch von USB zu booten. Es gibt hierzu verschiedene Distributionen und Anbieter für solche USB-Boot Sticks. Leider funktionieren nicht alle Rechner damit. Die Hintergründe dazu sind unterschiedlich im Internet beschrieben.

2. Rechner ohne USB-Bootmöglichkeiten

2.1 Booten von Diskettenlaufwerk

Wenn der Rechner noch ein solches hat, dann kann ähnlich wie beim Booten von lokaler Festplatte verfahren werden. Allerdings passt auf die Diskette nicht der Kernel, sondern nur der Bootlader relevante Teil.

2.2 Boooten von lokaler Festplatte

Hierzu gibt es eine Möglichkeit auf der lokalen Festplatte eine kleine Partition einzurichten und mit einem Bootloader zu arbeiten.
Diese ist beschrieben unter: http://www.computerbase.de/forum/showthread.php?t=374817

2.3 Booten mit einer Boot-CD/DVD

Das wäre eine elegante Umgehung des Problems, wenn auf der CD/DVD der bootloader wäre, und ähnlich wie bei bei der Knoppix-Live-CD mit einer Option 'from=/dev/sdx' dann eine Linux-Distro oder ein Auswahlmenü gezielt vom USB-Stick hochgefahren werden könnte. Die CD/DVD könnte sobald der Übergang vom Laufwerk auf den Stick erfolgte, entnommen werden und das Laufwerk wäre dann wieder verfügbar.


3 Rechner mit USB-bootmöglichkeiten

3.1 Beschränkte USB-Bootmöglichkeiten

Das sind meistens Mainboards/Rechner mit USB 1.0/1.1 und oft die ersten Notebooks ohne Diskettenlaufwerk, die eine Möglichkeit des Bootens vom USB-Datenträger ermöglichten. Oftmals auch als USB-FDD bezeichnet. In dem Falle kann der Rechner über das BIOS nur eine FAT 16 Partition (ID=6) auswerten und Systemdateien auf dem Stick ausführen. Diese konnten so zum Beispiel von einen USB MO- oder ZIP-Laufwerk booten. Die Strategie des Bootens ist bei diesen Rechnern unterschiedlich und leider nicht dokumntiert. Einige BIOS verwenden den MBR auf dem USB-Laufwerk, andere verwenden den Startpunkt der Systemdateien, die früher mittels "format /s und sys c: a:" unter DOS auf den Datenträger gebracht wurden.

3.2 Erweiterter USB-Bootmöglichkeiten

Dabei handelt es sich um Rechner mit und oft Notebooks etwas neueren Datums mit USB 2.0. Solche Mainborards/Rechner können mit BIOS ausser FAT 16 auch noch FAT 32 (Win95 FAT32 ID=b) auswerten. Mittleweile soll es auch Mainboards geben, die auch FAT 32 LBA (Win95 FAT32 LBA, ID=e) lesen. Oftmals kann hier im BIOS zwischen USB-HDD oder USB-FDD ausgewählt werden.

4 Fähigkeiten der Mainboards

Leider gibt es hierzu keine Tabelle, welche USB-Bootmöglichkeiten die Boards jeweils unterstützen. Das wäre etwas für eine ToDo Liste oder als Blog.

Eine interessante Testmöglichkeit bietet die Verwendung von zwei älteren kleinen USB-Stick auf die das Image einer DOS-Bootdiskette übertragen wurde. DOS verwendet die Routinen des BIOS für den Zugriff auf die Hardware. Bei einigen Baords ist der Stick dann unter A: oder B: ansprechbar. Vei Verwendung von zwei Sticks kann herausgefunden werden, welcher USB Anschluss Priorität hat. Bei eingen Boards ist der Stick unter C:, D: oder E: ansprechbar. Die interne Festplatte (auch CD/DVD-Laufwerk) wird hier virtuell verschoben.

5 Bootmethoden der USB-Sticks

Bei den Shops und in den Zeitschriften fehlen die Angeben, welche Methode der USB-Stick unterstützt. Z.B. ob die erste Partition FAT 16 hat, Bootflag aktiv gestzt wurde usw. Leider ist das eine nicht ganz befriedigende Situation. Leider gibt es hierzu keine Tabelle, welche USB-Bootmöglichkeiten die USB-Insatllationen der jeweiligen Distributionen jeweils unterstützen. Das wäre etwas für eine ToDo Liste oder als Blog.


6 Eigene Versuche mit USB-Boot-Sticks

6.1 Damn-Small-Linux 3.3

Dieses erstellt einen BootStick mit FAT 16 (512 MB). Dieser funktioniert beim Notebook ASUS Z92 und Elitegroup K7S5. Eine 120MGB USB-HD habe ich zum Laufen gebracht in dem ich mit dd den Stick auf die USB-HD kopierte. Danach lassen sich weitere Partitionen auf dieser einrichten und so der Rest der Platte für die Datenablage nutzen.

6.2 Knoppix 6.1

Mit flash-knoppix wurde ein 8 GB (cnmemory) Stick bearbeitet. Es wurde ein BootStick mit FAT 32 (ID=b) erstellt. Das Bootflag der Partition muss mit fdisk manuell gesetzt werden. Insgesamt wurden über 3GB Dateien angelegt, da es sich um die DVD-Version handelte. Da meine Rechner alle "beschränkte USB-Bootmöglichkeiten" haben, konnte ich dieses natürlich nicht ausprobieren.
http://blog.csukovits.at/20...-einen-usb-stick-installieren/
http://www.knoppix.net/wiki/USB_Based_FAQ
http://www.spyhome.de/usbknoppix.0.html

6.3 Anforderung an einen universellen USB-Boot-Stick

Ein universeller USB-Stick >512MB bis 64GB hätte eine kleine FAT 16 Partition auf der die Bootpartiton mit allem notwendigen untergebracht wäre, und darüber die eigentlichen Partition mit dem Linux. Eine weitere Partition als FAT 32, wäre sinnvoll für den Datenaustausch.


7 Zusammenfassung

Es gibt hier eine Vielzahl von Varianten der USB-Bootstickinstallationen. Eine geeignete Übersicht fehlt hier und die Angaben sind oft nur dürftig.


Nun zur Frage:
Wo finde ich einen USB-Stick/bzw. Anleitung damit dieser wie unter 6.3 aufgebaut werde kann?


Links:
http://blog.csukovits.at/20...-einen-usb-stick-installieren/
http://www.knoppix.net/wiki/USB_Based_FAQ
http://www.spyhome.de/usbknoppix.0.html
http://www.computerbase.de/forum/showthread.php?t=374817
http://urd.kph.de/wiki/index.php/Knoppix_auf_usb
http://www.hdtvsilo.de/comm...y/viewtopic.php?f=40&t=721
http://www.netzwelt.de/foru...in/43566-knoppix-usb-wiki.html


Dieter Drewanz

2 Antworten


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Ergänzung
Selbst (unangemeldet), Sonntag, 07. Juni 2009 19:34:29
Ein/Ausklappen

http://www.chip.de/artikel/...Stick-bootfaehig_12823773.html
http://www.chip.de/download...belle-USB-Sticks_13010213.html

Testen der Bootfahigkeit eines Sticks geht am Rechner beim Booten. Ja nach Rechner/BIOS drückt man F8, ESC, oder DEL oder andere Tastenkombination. Steht an erster Stelle "Removable Devices" ist die Bootfähigkeit eher nicht gegeben. Erscheint aber dort die Bezeichnung des Sticks, dann sieht die Sache gut aus. Kann der Stick obwohl kein Betriebssystem etc. darauf ist gewählt werden, und der Bootvorgang beschwert sich, dass auf dem Medium nichts findet, dann ist fast ganz sicher der Stick bootbar.

Ob mount /dev/sdb /media/usbdisk oder mount /dev/sdb1 /media/usbdisk den Stick mounted verrät ob er als Superfloppydisk oder HDD formatiert wurde (d.h. mit oder ohne Partitionstabelle).
fdisk gibt im ersten Fall meist auch Unsinn aus.

Bei mir sind 5 von 11 USB-Sticks bootfähig:

Test Vivanco 128MB

Platte /dev/sda: 126 MByte, 126877696 Byte
33 Köpfe, 32 Sektoren/Spuren, 234 Zylinder
Einheiten = Zylinder von 1056 × 512 = 540672 Bytes
Gerät boot. Anfang Ende Blöcke Id System
/dev/sda1 1 235 123888 4 FAT16 <32M
Partition 1 hat unterschiedliche phys./log. Enden:
phys=(249, 32, 32) logisch=(234, 21, 32)
idVendor 0x090c Feiya Technology Corp.
idProduct 0x1000
iManufacturer 1 VIVANCO
iProduct 2 VivaDrive Pro

Test Vivanco 128MB 2.Stick

Platte /dev/sda: 129 MByte, 129499136 Byte
64 Köpfe, 32 Sektoren/Spuren, 123 Zylinder
Einheiten = Zylinder von 2048 × 512 = 1048576 Bytes
Gerät boot. Anfang Ende Blöcke Id System
/dev/sda1 * 1 122 124912 6 FAT16

idVendor 0x090c Feiya Technology Corp.
idProduct 0x1000
iManufacturer 1 VIVANCO
iProduct 2 VivaDrive Pro

noname 8 GB:

Platte /dev/sda: 8086 MByte, 8086618112 Byte
249 Köpfe, 62 Sektoren/Spuren, 1023 Zylinder
Einheiten = Zylinder von 15438 × 512 = 7904256 Bytes
Das sieht nicht wie eine Partitionstabelle aus.
Sie haben wahrscheinlich das falsche Gerät ausgewählt.
Gerät boot. Anfang Ende Blöcke Id System
/dev/sda1 ? 125407 245362 925929529+ 68 Unbekannt
Partition 1 hat unterschiedliche phys./log. Anfänge (nicht-Linux?):
idVendor 0x1307
idProduct 0x0165
iManufacturer 1
iProduct 2

joy-it 2 GB

Platte /dev/sda: 996 MByte, 996671488 Byte
31 Köpfe, 62 Sektoren/Spuren, 1012 Zylinder
Einheiten = Zylinder von 1922 × 512 = 984064 Bytes
Das sieht nicht wie eine Partitionstabelle aus.
Sie haben wahrscheinlich das falsche Gerät ausgewählt.
Gerät boot. Anfang Ende Blöcke Id System
/dev/sda1 ? 911278 906450 2142843574 72 Unbekannt
Partition 1 hat unterschiedliche phys./log. Anfänge (nicht-Linux?):
usw

idVendor 0x1516
idProduct 0x1603
iManufacturer 1 USB_DISK
iProduct 2 USB_DISK

intenso 16GB:

Platte /dev/sda: 16.1 GByte, 16173236224 Byte
64 Köpfe, 32 Sektoren/Spuren, 15424 Zylinder
Einheiten = Zylinder von 2048 × 512 = 1048576 Bytes
Das sieht nicht wie eine Partitionstabelle aus.
Sie haben wahrscheinlich das falsche Gerät ausgewählt.

Gerät boot. Anfang Ende Blöcke Id System
/dev/sda1 ? 945327 1849555 925929529+ 68 Unbekannt
Partition 1 endet nicht an einer Zylindergrenze.
Partitionstabelleneinträge sind nicht in Platten-Reihenfolge

idVendor 0x1307
idProduct 0x0165
iManufacturer 1
iProduct 2







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Re: Ergänzung
Selbst (unangemeldet), Sonntag, 12. Juli 2009 22:55:01
Ein/Ausklappen

Booten von CD mit Übergang auf den USB-Stick ist beschrieben unter:
http://www.pendrivelinux.com/category/usb-boot-cds/

Wichtig für die Bootfähigkeit von USB-Sticks, ist dass dieser auf die Abfrage nach Bootmedien auf dem USB-Anschluss auch eine Antwort sendet. Bei einigen Sticks wird diese leider weggelassen.

Gleiches gilt leider auch für USB-Festplatten und auch IDE/SATA zu USB Adaptern.




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