Computer-"Nachilfe" geben

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Mittwoch, 06. April 2005 16:39:59

Hallo,
ich würde gerne von euch wissen, was ihr mir empfehlen könnt.

Es geht nämlich um folgendes. Ich soll einem ca. 60 Jahre altem Lehrer so einigermaßen beibringen, wie man mit Computern umgehen kann. Bis jetzt weiß er noch nichts, weder was Windows ist, noch wo man PC's überhaupt einschaltet. Jetzt meine Fragen.

1. Soll ich dem Windows oder Linux erklären?
2. Womit sollte ich anfangen? Installation, oder z.B. mit ein bisschen Theorie, oder gleich in Sachen wie Textverarbeitung einsteigen?

Schonmal vielen Dank für eure Hilfe...
Alex

Alexander Hungenberg

7 Antworten


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Re: Computer-"Nachilfe" geben
Ansgar Stalbold, Donnerstag, 07. April 2005 09:02:08
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Hallo!

Ich würde installation und den ganzen kram erstmal weglassen, wenn er noch nie einen PC bedient hat würde ich erstmal mit grundlagen anfangen, sprich was sind icons wo muss ich doppelklicken usw. kurz gesagt die bedienung eines windows-systems (kde, gnome, MS-Windows).
Ob du ihm Windows oder Linux erklären sollst??? Das würde ich ihn fragen und selber entscheiden lassen. Es hat alles Vor- und Nachteile. Windows ist weit verbreitet, kennt jeder, er kann leicht hilfe bekommen. linux kostenlos, gibt viele unterschiedlich konfigurierte versionen, bedienung ist ähnlich wie bei anderen windowssystemen, ist allerdings komplizierter als Windows (für Anfänger!!!).
Und es ist ja noch die Frage wie weit der Lehrer in diese Themen eintauchen will, bzw was für Geräte und Software ihm zur verfügung stehen, in der Schule, zu Hause...

Da hast du dir auf jedenfall was vorgenommen, viel spaß

as


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Re: Computer-"Nachilfe" geben
User11012 , Mittwoch, 06. April 2005 17:38:40
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Hallo!

Zur Frage "Womit soll ich anfangen"...

Ich führe im Moment eine 65jährige Dame in den Umgang mit dem Computer ein. Sie ist zwar unglaublich wissbegierig, kann sich aber vieles nicht "einfach so" merken. Es hat sich herausgestellt, dass sie sich am wohlsten fühlt, wenn sie mir sagen kann: "Heute möchte ich lernen, wie ich im Internet surfen kann" und ich ihr dann genau das erkläre - nicht mehr und nicht weniger. Die Fragen, welche über das Gezeigte hinausgehen, kommen dann von selbst und genau in dem Mass, in dem sie es auch beantwortet haben will.

Und bitte: Vermeide das Wort "einfach" - für einen Anfänger ist nichts erniedrigender als ständig anhören zu müssen, dass er "Einfaches" nicht versteht ;-)

Freundliche Grüsse und viel Erfolg!

August Meier


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Re: Computer-"Nachilfe" geben
Alexander Hungenberg, Mittwoch, 06. April 2005 18:01:06
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Also ersteinmal vielen Dank für die schnellen Antworten.

Aber kommen wir erst einmal zum ersten Post. Meinst du nicht, wenn ich dem ein
vollständig installiertes und eingerichtetes Linux (Wahrscheinlich SuSE) zeige,
und der noch absolut keine Ahnung hat, ist das für den doch nichts
ungewöhnliches.

Meiner Meinung nach liegt das Problem darin, dass der normale Computerbenutzer
Windows vorgesetzt bekommt, sich damit auseinander setzt, und so etwas für ihn
einfach normal ist. Und wenn er sich dann wundert, warum man unter Linux
keine .exe Dateien starten kann, so wird sich jemand der von Anfang an Linux
benutzt darüber wundern, dass unter Windows keine .rpm Dateien installieren
kann. Außerdem würde er sich wundern, dass man unter Windows ziemlich viel erst
kaufen muss, und dass apt-get install xxx nicht funktioniert. Und mit
Sicherheit wird er sich darüber aufregen, dass man nochmal gezwungen ist 100
Euro für Firewall, Virenscanner usw. auszugeben.

Trotzdem danke. Aber vielleicht kannst du unter dem Aspekt nochmal darüber
nachdenken. Wenn du immer noch nicht überzeugt bist, lass es mich bitte wissen.
Ich hab nämlich nicht vor, mich zu blamieren ;)

Und zu Kommentar Nr. 2
Danke für den Tipp. Diese Idee scheint mir ganz gut zu sein. Aber man muss
ersteinmal drauf kommen. :)


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Re: Computer-"Nachilfe" geben
Murphy , Mittwoch, 06. April 2005 19:41:20
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Eigentlich wäre das OS erstmal egal, einrichten muß es ihm sowieso jemand anders. Bitte *nicht* gleich mit technischen Details anfangen (Installation, Systemadministration etc.) sondern mit den Sachen die er für die tägliche Arbeit braucht; von da aus kann er sich bei Interesse oder wenn's notwendig sein sollte "hocharbeiten".
Ausgehend von diesem Postulat würde ich sagen daß es wohl sinnvoll ist nach der Installation die Oberfläche möglichst einfach zu halten, nicht benötigte Software zumindest vom Desktop zu verbannen bzw. das Systemmenü abzuspecken und alles (Internetzugang, Anwendungen) soweit wie möglich gegen Malware und Fehlbedienung abzusichern. IMHO geht das mit Linux einfacher. Es wäre aber auch denkbar daß du ihm Windows (2000 oder XP, aktuellstes Servicepack!) aufsetzt und z. B. mit OpenOffice, Firefox und Thunderbird versorgst, das läuft annehmbar stabil, einigermaßen sicher und ist preisgünstig. Mach um Himmels willen bei Windows einen großen Bogen um die "ist ja schon alles dabei"-Malwarefalle!


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Re: Computer-"Nachilfe" geben
Jens Berger, Mittwoch, 06. April 2005 21:11:28
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zu 1.
Linux ist doch klar, wo sind wir denn hier. Aber an Microsoft -wohlweislich meine ich nicht Windows- kommst Du sicher nicht ganz herum. Ich halte ebenfalls dass OS nicht für wesentlich.

zu 2.
Ich würde den ersten Ansatz woanders suchen, Du schreibst es handelt sich um einen Lehrer. Sicher geht er davon aus, dass Du ihm nicht nur Fragen beantworten wirst, sondern wenn er Dich um Nachhilfe bittet dass Du mit einer gewissen Systematik herangehst. Wie weit Du gehen sollst kann ebenfalls nur er beantworten - frag ihn einfach. Auch nicht nur in der Tiefe sondern was ihn wirklich interessiert. Mich machen Bildbearbeitung und Multimedia absolut nicht an, vielleicht will er aber gerade das wissen. Der Anfang kann nur die Anwendung eines Programms sein, nicht der Kernel oder der Aufbau des Prozessors, soweit ist klar. Ich würde mir z.B. ein Office nehmen und dann die Menüstruktur an Hand eines Beispieldokuments und dessen Gestaltung vorstellen (Datei-Ansicht-Extras-Einstellungen; Assistent für Faxe; Dateiformate usw.) Die Hardware zum Datenaustausch (usb,Floppy,CD) kommt dann automatisch.
Die Rubrik Internet würde ich nicht zuerst angehen, hier spielen Sachen wie Sicherheit (Firewall, Virenscanner) eine zu große und sicher schwierige Rolle. Auf die Sicherheitsthemen kann man aber auch erstmal einfach verzichten, mach die Kiste sicher und erkläre die Maßnahmen später bei besserer Gelegenheit. Auf die komplizierte Handhabung der Shell oder mancher Editoren würde ich im "ersten Semester" vollständig verzichten.
Die nächste Stufe vom lösbaren Schwierigkeitsgrad ist sicher eine einfache Installation und dann in der Steigerung die unter Linux besser darstellbare Kompilierung und Installation aus Quelltexten mit ganz einfachen Programmen - wenn es gewünscht wird.

Von mir mit auf den Weg: Bereite jeden Schritt gut vor ! Denke an den Vorführ-Effekt ! Damit kannst Du unheimlich viel an vermitteltem Wissen zerstören, wenn Dein Schüler meint jetzt hat er`s und versteht dann nur Bahnhof wenn Du schwitzend auf der Tastatur für ihn völlig unverständliches hineinhämmerst.


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Re: Computer-"Nachilfe" geben
Murphy , Donnerstag, 07. April 2005 08:29:20
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Nachsatz: Es gibt evtl. Umstände welche die Wahl des OS einschränken können; es ist sicher sinnvoll sich vorher Gedanken darüber zu machen.

Wird spezielle Software benötigt die nur für das eine oder andere OS zur Verfügung steht? Ist evtl. der Einsatz einer Emulation praktikabel?
Die vorhandene Hardware läuft nicht (zufriedenstellend) mit einem bestimmten OS.
Normalerweise wird das System, mit dem ein Neuling *ohne* jede Erfahrung anfängt, sein "Lieblingssystem" werden, egal ob Windows, Linux + KDE bzw. Gnome oder MacOS. Eine spätere Umstellung ist i. d. R. schwierig, da erlernte Verhaltensweisen und erworbenes Wissen hinfällig sind und neu trainiert werden müssen.



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Re: Computer-"Nachilfe" geben
Siegmund Dirk, Mittwoch, 06. April 2005 17:06:42
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Hallo
Also ich würd ihm auf jeden fall die sache mit Windows zeigen,undzwar schon auf einen fertig Instalierten Rechner.Linux ist zwar ein spitzen Betriebssystem,doch für jemanden der keine Ahnung von Computern hat ,ist Linux zu schwer zu verstehen und wenn er probleme bekommt(und das wird er!!!)mußt Du immer Gewehr bei fuß stehen.Ich würd ihm erstmal die Grundzüge beibringen und die Navigation im Internet zeigen.Ich würd im dann auch noch zeigen wie man Software Instaliert und wieder Deinstaliert.Das sind mal die grundzüger die er wissen muss,denn alles andere verwirrt nur unnötig.Wenn er natürlich lernfähig ist und alles schnell kapiert kannste ihm auch mehr möglichkeiten zeigen die er mit seinen Rechner hat.Word und Exel würd ich ihm auf jeden Fall erklären,denn wenn er Lehrer ist kann er das gut gebrauchen.
Wünsch Dir auf jedenfall viel glück und Spaß!! :-D


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