Ubuntu auf USB-Laufwerk (richtig) installieren
Wer Ubuntu auf ein USB-Laufwerk oder einen USB-Stick bannen möchte, greift meist zum Startmedienersteller. Der kopiert jedoch im Wesentlichen nur den Inhalt der DVD beziehungsweise CD. Das Ergebnis ist zwar mehr als ein reines Live-System, aber auch keine vollwertige Linux-Installation. Um auf einem externen USB-Laufwerk ein vollwertiges Ubuntu zu erhalten, muss man zum normalen Installationsprogramm greifen.
Achtung! Dieser Weg ist nicht ganz ungefährlich. Wenn man dabei das falsche Laufwerk auswählt, sind auf diesem möglicherweise alle Daten weg.
Darüber hinaus muss das externe Laufwerk leer sein oder darf zumindest keine wichtigen Daten mehr enthalten – die werden in der folgenden Anleitung (der Einfachheit halber) gelöscht. Schließlich sollte man sich darüber im Klaren sein, dass ein über USB gestartetes System immer wesentlich langsamer ist, als sein Pendant von der internen Festplatte.
Aufteilung
Als Erstes schließt man das USB-Laufwerk beziehungsweise den USB-Stick an, startet das Ubuntu Live-System und aktiviert das Installationsprogramm – ganz so, als würde man Ubuntu auf der internen Festplatte installieren.
Im dritten Schritt bei der Installationsart wählt man den Punkt „Etwas anderes“, partitioniert also die Festplatte per Hand. In der erscheinenden Liste macht man das externe Laufwerk aus, im Folgenden soll es /dev/sdb heißen. Sollten auf ihm noch Partitionen vorhanden sein, löscht man diese jetzt, indem man nacheinander einen eingerückten Punkt selektiert und dann auf Löschen klickt.
Sobald der externe Datenträger (wieder) in einem jungfräulichen Zustand ist, markiert man Freier Speicherplatz unterhalb von /dev/sdb und erstellt per Hinzufügen... eine neue Partition für Ubuntu. Die Partitionsgröße verringert man um den Platz für eine Swap-Paritition und bei Bedarf für eine Windows-Partition. Letztere kann man dann später etwa zum Datenaustausch nutzen. Für die Swap-Partition sollte man mindestens das Doppelte des Hauptspeichers veranschlagen. Im Folgenden soll dies beispielhaft 10 GB sein, für eine Windows-Partition noch einmal 30 GB, macht zusammen in MB 40.000, um die man den Wert in Neue Partitionsgröße reduziert. Im Notfall kann man auf die Swap-Partition auch verzichten, beispielsweise bei einem sehr kleinen USB-Stick. Allerdings muss man dann darauf achten, dass Ubuntu nicht die Swap-Partition von der internen Festplatte einbindet – ohne manuellen Eingriff kann man sonst die externe Platte nur noch an diesem stationären Rechner verwenden. Alle anderen vorgegebenen Werte können bleiben, der Einbindungspunkt lautet / (der Schrägstrich).
Nach einem Klick auf OK markiert man wieder Freier Speicherplatz auf der externen Festplatte, erstellt per Hinzufügen eine neue Partition in der Größe der Swap-Parition, indem man ihre Größe unter Neue Partitionsgröße einträgt (im Beispiel also 10000) und wählt unter Benutzen als den Auslagerungsspeicher (Swap). Den anschließend noch freien Platz muss man später unter einem Windows-System einrichten: Der Installationsassistent aus Ubuntu 12.04 bietet leider keine Möglichkeit, eine Partition mit dem von Windows bevorzugten NTFS-Dateisystem zu erstellen.
Ladestelle
Zum Abschluss folgt noch der wichtigste Schritt: Unter Gerät für die Bootloader-Installation stellt man die externe Festplatte ein, im Beispiel also /dev/sdb. Danach kontrolliert man, ob in der Liste alle Partitionen der internen Festplatte weder einen Eintrag in der Spalte Einhängepunkt noch einen Haken in der Spalte Formatieren besitzen. Sollte dort dennoch ein Haken beziehungsweise ein Verzeichnis stehen, klickt man den betroffenen Punkt an, aktiviert Ändern ... und löscht dann den Einhängepunkt beziehungsweise entfernt den Haken vor Formatieren.
Nach einem Klick auf Jetzt installieren gibt es kein Zurück mehr: Der Assistent installiert Ubuntu auf das externe Laufwerk – vorausgesetzt man hat zuvor keinen Fehler gemacht. Die übrigen Fragen beantwortet man nach Lust und Laune.
Abschließend kann man vom externen Medium booten. Das Bootmenü zeigt dabei unter Umständen auch noch die Betriebssysteme des Computers an, auf dem man Ubuntu installiert hat. Diese Einträge sollte man einfach ignorieren. Alternativ kann man sich natürlich auch die Mühe machen und das Menü per Hand aufräumen – das wäre dann aber wieder Stoff für einen anderen Tipp.




