Ubuntu auf USB-Laufwerk (richtig) installieren

Ubuntu auf der externen Platte installieren
Ubuntu auf der externen Platte installieren
16.07.2012 16:27

Wer Ubuntu auf ein USB-Laufwerk oder einen USB-Stick bannen möchte, greift meist zum Startmedienersteller. Der kopiert jedoch im Wesentlichen nur den Inhalt der DVD beziehungsweise CD. Das Ergebnis ist zwar mehr als ein reines Live-System, aber auch keine vollwertige Linux-Installation. Um auf einem externen USB-Laufwerk ein vollwertiges Ubuntu zu erhalten, muss man zum normalen Installationsprogramm greifen.

Achtung! Dieser Weg ist nicht ganz ungefährlich. Wenn man dabei das falsche Laufwerk auswählt, sind auf diesem möglicherweise alle Daten weg. [Hinweis vom 25.04.2016: Dieser Tipp stammt aus dem Jahr 2012 und funktioniert auf neueren Ubuntu-Versionen eventuell nicht mehr wie hier angegeben.]

Darüber hinaus muss das externe Laufwerk leer sein oder darf zumindest keine wichtigen Daten mehr enthalten – die werden in der folgenden Anleitung (der Einfachheit halber) gelöscht. Schließlich sollte man sich darüber im Klaren sein, dass ein über USB gestartetes System immer wesentlich langsamer ist, als sein Pendant von der internen Festplatte.

Aufteilung

Als Erstes schließt man das USB-Laufwerk beziehungsweise den USB-Stick an, startet das Ubuntu Live-System und aktiviert das Installationsprogramm – ganz so, als würde man Ubuntu auf der internen Festplatte installieren.

Im dritten Schritt bei der Installationsart wählt man den Punkt „Etwas anderes“, partitioniert also die Festplatte per Hand. In der erscheinenden Liste macht man das externe Laufwerk aus, im Folgenden soll es /dev/sdb heißen. Sollten auf ihm noch Partitionen vorhanden sein, löscht man diese jetzt, indem man nacheinander einen eingerückten Punkt selektiert und dann auf Löschen klickt.

Sobald der externe Datenträger (wieder) in einem jungfräulichen Zustand ist, markiert man Freier Speicherplatz unterhalb von /dev/sdb und erstellt per Hinzufügen... eine neue Partition für Ubuntu. Die Partitionsgröße verringert man um den Platz für eine Swap-Paritition und bei Bedarf für eine Windows-Partition. Letztere kann man dann später etwa zum Datenaustausch nutzen. Für die Swap-Partition sollte man mindestens das Doppelte des Hauptspeichers veranschlagen. Im Folgenden soll dies beispielhaft 10 GB sein, für eine Windows-Partition noch einmal 30 GB, macht zusammen in MB 40.000, um die man den Wert in Neue Partitionsgröße reduziert. Im Notfall kann man auf die Swap-Partition auch verzichten, beispielsweise bei einem sehr kleinen USB-Stick. Allerdings muss man dann darauf achten, dass Ubuntu nicht die Swap-Partition von der internen Festplatte einbindet – ohne manuellen Eingriff kann man sonst die externe Platte nur noch an diesem stationären Rechner verwenden. Alle anderen vorgegebenen Werte können bleiben, der Einbindungspunkt lautet / (der Schrägstrich).

Die Aufteilung und Einrichtung der externen Platte erfolgt wie bei einer normalen Installation.

Nach einem Klick auf OK markiert man wieder Freier Speicherplatz auf der externen Festplatte, erstellt per Hinzufügen eine neue Partition in der Größe der Swap-Parition, indem man ihre Größe unter Neue Partitionsgröße einträgt (im Beispiel also 10000) und wählt unter Benutzen als den Auslagerungsspeicher (Swap). Den anschließend noch freien Platz muss man später unter einem Windows-System einrichten: Der Installationsassistent aus Ubuntu 12.04 bietet leider keine Möglichkeit, eine Partition mit dem von Windows bevorzugten NTFS-Dateisystem zu erstellen.

Ladestelle

Zum Abschluss folgt noch der wichtigste Schritt: Unter Gerät für die Bootloader-Installation stellt man die externe Festplatte ein, im Beispiel also /dev/sdb. Danach kontrolliert man, ob in der Liste alle Partitionen der internen Festplatte weder einen Eintrag in der Spalte Einhängepunkt noch einen Haken in der Spalte Formatieren besitzen. Sollte dort dennoch ein Haken beziehungsweise ein Verzeichnis stehen, klickt man den betroffenen Punkt an, aktiviert Ändern ... und löscht dann den Einhängepunkt beziehungsweise entfernt den Haken vor Formatieren.

Nach einem Klick auf Jetzt installieren gibt es kein Zurück mehr: Der Assistent installiert Ubuntu auf das externe Laufwerk – vorausgesetzt man hat zuvor keinen Fehler gemacht. Die übrigen Fragen beantwortet man nach Lust und Laune.

Im Bootmenü verbleiben ein paar Altlasten.

Abschließend kann man vom externen Medium booten. Das Bootmenü zeigt dabei unter Umständen auch noch die Betriebssysteme des Computers an, auf dem man Ubuntu installiert hat. Diese Einträge sollte man einfach ignorieren. Alternativ kann man sich natürlich auch die Mühe machen und das Menü per Hand aufräumen – das wäre dann aber wieder Stoff für einen anderen Tipp.


Kommentare
sehr gut!!!
MB (unangemeldet), Sonntag, 19. März 2017 12:48:11
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Super Erklärung....hat auf anhieb geklappt....Danke


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Installation Linux statt Windows
Friedhelm Dorka (unangemeldet), Sonntag, 24. April 2016 11:38:55
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Eigentlich wollte ich mir ein Ubuntu auf ein externes Laufwerk installieren, zum Surfen. Aber nach dem ich hier gelesen habe, dass es doppelt so viel Fehlermöglichkeiten als die unendlich vielen WICHTIGEN Schritte gibt, werde ich es doch lassen. Schade, mein Raspi dämmert auch vor sich hin.
Es wird leider dich nie ein Windowsersatz, ob wohl man dringend etwas gegen diese Marktmacht bräuchte.


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Re: Installation Linux statt Windows
Kai (unangemeldet), Montag, 25. April 2016 16:31:04
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Dann versuchen Sie doch mal Windows auf einer externen Platte zu installieren. Oder es als Live-System von einem USB-Stick zu starten. :)

Das einzige Betriebssystem, das sich relativ problemlos auf eine externe Platte klonen und von dort starten lässt, ist OS X.

Was den Raspberry Pi angeht: Noch einfacher kann eine Installation definitiv nicht sein. Ein paar Dateien auf eine SD-Karte kopieren, in den Raspi stecken und fertig. Aber das überfordert wahrscheinlich schon viele Windows-Nutzer ...


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Kein Rootverzeichnis
Noobuntuser (unangemeldet), Samstag, 02. April 2016 18:55:50
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Habe es nach dieser Anleitung versucht, leider mit der Fehlermeldung: "Es wurde kein Root-Dateisystem festgelegt".
Ich mußte im Scrolldown-Menü "Gerät für die Bootloader Installation" nicht die Festplatte auswählen, sondern die Partition auf der Festplatte.
Hoffe es hilft anderen, selber habe ich auf die schnelle nichts im Netz gefunden.


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Re: Kein Rootverzeichnis
Tim Schürmann, Montag, 25. April 2016 16:33:36
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Danke für den Hinweis. Der Tipp selbst stammt aus dem Jahr 2012, damals hatte ich die Schritte einzeln kontrolliert.


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Wieso ist USB zwingend langsamer?
Mike (unangemeldet), Dienstag, 01. April 2014 09:58:09
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Hallo,

würde gerne wissen warum ein Ubuntu auf einem USB Stick zwingend langsamer sein soll als auf einer HDD?
Mittlerweile gibt es sehr schnelle USB 3.0 Sticks (100-200 MB/s Leserate). Denke die Transferrate ist vergleichbar mit einer herkömmlichen SATA HDD.




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Re: Wieso ist USB zwingend langsamer?
Andiman (unangemeldet), Sonntag, 31. August 2014 22:22:54
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Weil die Wege zu den internen Geräten länger sind.
Die Zugriffszeiten erhöhen sich entsprechend.


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Re: Wieso ist USB zwingend langsamer?
Peter war Lustig (unangemeldet), Donnerstag, 03. März 2016 10:38:46
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Es sollte vermutl. externe Geräte heissen.

Desweiteren erhöhen sich auch die Reaktions-/Zugriffszeiten bei Einbindung in lokale Netzwerke.
Manuelle Installation (ohne Drittprogs) dauert auch recht lange (insbesondere wenn noch WLan/Lan-Verbindungen zu Spiegelserver hergestellt werden).

Zumindest ist das meine Erfahrung (Centos 7 auf USB-3-/64GB-Stick).


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