Twittern von der Konsole

Twittern von der Konsole

Mit Twitter gibt einen unentgeltlichen Universaldienst für das Mikroblogging im Internet von genialer Einfachheit, der sich steigender Beliebtheit erfreut. Manche nutzen auch lieber die “freie” Alternative Identi.ca. Eine Vielzahl neuer Webdienste ist rund um Twitter entstanden. Auf unixartigen Betriebsumgebungen verweist uns die gleiche Philosophie der Einfachheit zurück auf die Konsole. Um die Einfachheit aber auf die Spitze zu treiben, können wir auch von der Konsole twittern.

Am bekanntesten ist als Lösung dafür ein Einzeiler mit cURL. Aber es gibt auch richtige Clients für die Konsole. Unter Ubuntu zum Beispiel twidge aus dem Universe-Repository:

sudo apt-get install twidge

Nach der Installation sollte man mit

twidge setup

seine Twitter-Zugangsdaten (Name, Passphrase) einrichten. Das Programm schreibt in die Konfigurationsdatei in ~/.twidgerc. Natürlich lassen sich auch andere Konfigurationsdateien als Parameter an twidge übergeben.

Twidge wird mit Kommandos gesteuert, die sehr einfach und gut dokumentiert sind. Eine Übersicht verschafft

twidge lscommands

Der wichtigste Befehl für die meisten Nutzer ist update:

twidge update "Hallo Welt"

Damit wird ein neuer Eintrag in unserem Twitter-Feed gesendet. Die letzten 20 der eigenen Einträge zeigt

twidge lsarchive

an. Die letzten Tweeds der Personen, denen wir folgen, lassen wir uns mit

twidge lsrecent

anzeigen. Wem das zu lang ist, kann zum Beispiel mit

twidge lsrecent | head -n 4

sich nur die letzten anzeigen lassen. Grundsätzlich steht der komfortablen Integration des Twitter-Dienstes in eine beliebige Toolchain nichts im Wege.

Viele meiner Bekannten twittern immer 3-4 Meldungen auf einmal, dann wenden sie sich wieder anderen Tätigkeiten zu. Solche Nachrichtenklumpen sind nicht sonderlich effektiv. Besser wäre es diese Informationen über die Zeit zu verteilen. Mit Hausmitteln der Konsolenkraft haben wir die Möglichkeit unsere Twittermeldungen zu einem bestimmten späteren Zeitpunkt zu senden, zum Beispiel mit

at

Statt sieben Kochrezepten auf einmal zu tweeten, die wir gerade im Netz gefunden haben, könnten wir jeden Tag ein neues über unseren Twitternutzer senden lassen. Sehr praktisch ist auch, dass

echo "ACTA unter Lissabon http://action.ffii.org/acta/lisbon" | twidge update

Twidge für uns längere URI automatisch abkürzt, denn Twitter-Nachrichten bleiben stets auf 140 Zeichen beschränkt. Über die Konfigurationsdatei lässt sich das allerdings auch abstellen.

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