Screenshots automatisch alle x Sekunden schießen
Für Linux existiert ein ganzer Haufen netter Screenshot-Programme. Diese schießen jedoch durchweg immer nur ein Foto, ihre schicke Benutzeroberfläche erfordert zudem den Eingriff des Benutzers. Das ist jedoch alles andere als komfortabel, wenn man automatisch eine Bilderserie aufnehmen möchte – beispielsweise weil man alle 3 Sekunden einen Screenshot von einem laufenden Spiel aufzeichnen möchte. Im besten Fall reicht ein Tastendruck, um ein Bild zu erzeugen. Wer denkt aber schon mitten im Gefecht daran, eine Taste zu drücken?
Importeur
Glücklicherweise gibt es die Bash und das kleine Programm import aus ImageMagick. Das letztgenannte Helferlein schießt netterweise auch Screenshots. Damit kann man sich etwa das folgende kleine Skript basteln, das alle 3 Sekunden einen Screenshot erstellt und im Verzeichnis Bilder ablegt:
#!/bin/sh ANZAHL="100" # Anzahl der Screenshots SEKUNDEN="3" # Schieße Screenshot alle … Sekunden VERZEICHNIS="/home/tim/Bilder" # Speicherort DATEINAME="screenshot" # Dateiname der Bilder for i in `seq 1 $ANZAHL` do import -window root $VERZEICHNIS/$DATEINAME$i.png sleep $SEKUNDEN done exit
Zu Beginn legt das Skript ein paar Variablen mit den Eckdaten fest: ANZAHL bestimmt, wie viele Screenshots das Skript schießen soll. Zwischen zwei Screenshots vergehen die hinter SEKUNDEN festgelegten Sekunden. Die geschossenen Screenshots landen im angegebenen VERZEICHNIS unter dem DATEINAMEN.
Es folgt schließlich eine Schleife, die i von 1 bis ANZAHL hochzählt. import schießt dann vom gesamten Bildschirm (-window root) einen Screenshot und legt ihn im vorgegebenen Verzeichnis im PNG-Format ab. Wer ein anderes Dateiformat bevorzugt, muss nur die Endung (.png) entsprechend austauschen. Jeder Screenshot trägt zudem im Dateinamen eine fortlaufende Nummer. Dazu hängt das Skript einfach den Wert von i an den Dateinamen an. Abschließend legt sleep das Skript für die eingestellten 3 Sekunden schlafen.
Schneiderei
Wenn man nur einen Ausschnitt vom kompletten Bildschirm haben möchte, hängt man import noch den Parameter -crop mit der Auflösung an. Der folgende Befehl fotografiert etwa nur ein 1024 mal 768 Pixel großes Rechteck in der linken oberen Bildschirmecke:
import -window root -crop 1024x768-0+0 $VERZEICHNIS/$DATEINAME$i.png
Das Skript hat allerdings einen kleinen Nachteil: Sobald image einen Screenshot schießt, friert der Bildschirm für kurze Zeit ein. Das führt gerade in schnellen Spielen gerne schon einmal dazu, dass man mit der Figur am Ziel vorbei springt oder danebenschießt.
Abschließend noch ein Warnhinweis: Das obige Skript ist einfach gestrickt. Beispielsweise überschreibt es ohne Rückfrage bereits vorhandene Dateien mit dem gleichen Dateinamen. Bevor man also das Skript anwirft, sollte man sicherstellen, dass das Verzeichnis leer ist – oder eine entsprechende Abfrage in das Skript einbauen.
Eine alternative Lösung zu import wären übrigens Screenrecoder, also Programme, die gleich den ganzen Desktop abfilmen. Diese brauchen allerdings während der Ausführung eine relativ hohe Rechenleistung und erzeugen in der Regel ziemlich große Dateien. Im Gegenzug kann man sich die benötigten Bilder mit einem Videoschnittprogramm nachträglich frei auswählen und speichern.




