Mit loadbars entfernte Rechner überwachen

loadbars
loadbars
16.07.2013 12:03

Ist ein Rechner in einem Netzwerk überlastet, muss das der Administrator umgehend erfahren. Aber auch für Privatanwender kann es nützlich sein, die Aktivitäten des heimischen NAS zu überwachen. Genau dabei hilft das kleine Perl-Skript loadbars. Es blendet für jede zu beobachtende Station einen kleinen Balken auf dem Bildschirm ein. Je höher dieser Balken ist, desto eifriger werkelt der jeweilige Rechner vor sich hin. loadbars aktualisiert dabei die Balken in Echtzeit. Einziger Haken: Das kleine Werkzeug erkundigt sich über eine SSH-Verbindung nach den Befindlichkeiten der Stationen, dort muss folglich jeweils ein SSH-Daemon laufen.

Abholung

Um loadbars einsetzen zu können, benötigt man auf dem Client-Rechner, von dem man aus die anderen Kollegen beobachten möchte, das Programm git, eine Perl-Umgebung, das Modul Proc::ProcessTable und die Perl-Bindungen zur SDL. Unter Ubuntu installiert man dazu einfach die Pakete git, libsdl-perl und libproc-process-perl:

sudo apt-get install git libsdl-perl libproc-process-perl

loadbars wurde übrigens von seinen Entwicklern nur unter Debian getestet, läuft aber auch problemlos auf anderen Distributionen. Sobald die Voraussetzungen erfüllt sind, holt man sich loadbars auf die Festplatte:

git clone git://git.buetow.org/loadbars

Kontaktaufnahme

Jetzt stellt man sicher, dass man die zu überwachenden Rechner beziehungsweise Server per SSH erreicht. Sobald das funktioniert, wechselt man in das loadbars-Verzeichnis und ruft dort das Werkzeug auf:

./loadbars --hosts localhost,alice@192.168.1.102,bob@192.168.1.103

Hinter --hosts folgen einfach alle zu überwachenden Rechner, die jeweils durch ein Komma voneinander getrennt sind. Dabei kann man die IP-Adresse oder den Rechnernamen angeben. Vor dem @ steht der Benutzername, mit dem sich loadbars auf dem jeweiligen Rechner anmelden soll. Wie das Beispiel weiter zeigt, darf man auch den eigenen Computer (localhost) überwachen lassen.

loadbars überwacht hier drei Rechner.

loadbars öffnet jetzt ein neues Fenster, das sofort den Fokus erhält. Im obigen Beispiel erscheint erst einmal nur ein Balken für den eigenen Rechner (localhost). Im Terminal fragt loadbars jetzt nacheinander die Passwörter der entfernten Rechner ab, und zwar in der hinter --hosts angegebenen Reihenfolge. Im Beispiel muss man also zunächst blind das Passwort eintippen, mit dem sich alice beim Rechner 192.168.1.102 anmeldet, dann das für bob und den Rechner 192.168.1.103. Sobald man ein Passwort eingegeben hat, erscheint im loadbars-Fenster ein neuer Balken, der den entsprechenden Rechner repräsentiert.

Diese Passworteingabe ist nicht nur verwirrend, sondern auch bei größeren Netzen unpraktikabel. Darüber hinaus erscheinen auch noch ab und an die Passwörter im Klartext im Terminal. Man sollte deshalb unbedingt eine SSH-Anmeldung über Zertifikate einrichten beziehungsweise den SSH-Agenten einsetzen.

Buntes Ende

Die von loadbars angezeigten Balken besitzen unterschiedliche Farben. Jede Farbe steht dabei für eine ganz bestimmte Auslastungsart. Den gelben oder orangefarbenen Anteil verursachen etwa Benutzerprogramme (User Usage), Blau kennzeichnet den Anteil des Systems (System Usage). Welche Farbe standardmäßig für welchen Messwert steht, verrät die Manpage. Sie erklärt auch, wie man eine Konfigurationsdatei einrichtet und sich so die Übergabe der Rechner hinter --hosts erspart.

loadbars lässt sich übrigens nicht im Terminal beenden, [Strg]+[c] hat dort keine Wirkung. Um die Messung zu beenden, aktiviert man das Fenster mit den Balken und drückt dann [q]. Übrigens sollte man es auch unterlassen, das Fenster mit den Balken zu vergrößern oder zu verkleinern: In der Regel bleibt das Fenster dann anschließend schwarz.


Kommentare

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 1 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...
o2 surfstick software für ubuntu?
daniel soltek, 15.07.2014 18:27, 1 Antworten
hallo zusammen, habe mir einen o2 surfstick huawei bestellt und gerade festgestellt, das der nic...
Öhm - wozu Benutzername, wenn man dann hier mit Klarnamen angezeigt wird?
Thomas Kallay, 03.07.2014 20:30, 1 Antworten
Hallo Team von Linux-Community, kleine Zwischenfrage: warum muß man beim Registrieren einen Us...
openSUSE 13.1 - Login-Problem wg. Fehler im Intel-Grafiktreiber?
Thomas Kallay, 03.07.2014 20:26, 8 Antworten
Hallo Linux-Community, habe hier ein sogenanntes Hybrid-Notebook laufen, mit einer Intel-HD460...
Fernwartung für Linux?
Alfred Böllmann, 20.06.2014 15:30, 7 Antworten
Hi liebe Linux-Freunde, bin beim klassischen Probleme googeln auf www.expertiger.de gestoßen, ei...

Jetzt auf den Mailinglisten

Re: [EasyLinux-Ubuntu] [✔ ERLEDIGT] Öffnen alter_RagTime-Dateien
Rainer, 01.08.2014 12:30
Am Fri, 01 Aug 2014 12:06:18 +0200 schrieb Heiko Ißleib : > > Also installieren läßt sich Ragtime...
Re: [EasyLinux-Ubuntu] [✔ ERLEDIGT] Öffnen alter_RagTime-Dateien
Heiko, 01.08.2014 12:06
Am Freitag, 1. August 2014, 09:21:51 schrieb Rainer: Hallo Rainer. > Unter'm Strich ist die Sache tr...
Re: [EasyLinux-Ubuntu] [✔ ERLEDIGT] Öffnen alter_RagTime-Dateien
Rainer, 01.08.2014 09:21
Hallo Uwe und Richi, ein Update und vermutlich abschließender Stand der Dinge. Am Thu, 31 Jul 2014 15:53:5...
Re: [EasyLinux-Ubuntu] Nächste_LTS_vers.
Hartmut Haase, 01.08.2014 09:11
Hallo Mahmud, > Debian installiert. soweit würde ich nicht gehen, denn bis 13.10 war Ubuntu doch in Ordn...
Re: [EasyLinux-Ubuntu] Nächste_LTS_vers.
"H.-Stefan Neumeyer", 01.08.2014 00:43
Am Donnerstag, 31. Juli 2014, 20:23:46 schrieb Joerg Guenther: > hat mich Stefan's Hinweis wg. USB aufhorc...