Knacks-Koala

Der Lautsprecher knackst nicht mehr.
Der Lautsprecher knackst nicht mehr.
09.11.2009 05:20

Einige Leute, so wie zum Beispiel ich, die leiden seit kurzen an einem kleinen Problem: Knacksgeräusche in den Computer-Boxen.

Schuld ist eine gut gemeinte Funktion die im neuen Ubuntu "Karmic Koala" im Vorfeld aktiv ist. Der Kernel schaltet die Soundkarte aus, wenn diese 10 Sekunden lang nicht benutzt wird. Bei Laptops scheint das super zu funktionieren, aber die billigen Onbord-Modelle in normalen PCs wurden auf so etwas nicht vorbereitet. Sie verabschieden sich mit einem lauten Knacks, der noch dazu schädlich für die Boxen ist. Die einzige Abhilfe für die Betroffenen ist es. diese Funktion wieder auszuschalten:

  1. Unter Anwendungen | Zubehör das Terminal starten
  2. Folgender Befehl öffnet die Datei die wir bearbeiten müssen: sudo gedit /etc/modprobe.d/alsa-base.conf
  3. Da wir hier mit "root" Rechteb arbeiten müssen, verlangt "sudo" üblicherweise noch nach unserem Passwort.
  4. In den letzten 2 Zeilen dieser Datei sollten wir folgendes vorfinden:
    # Power down HDA controllers after 10 idle seconds
    options snd-hda-intel power_save=10 power_save_controller=N
  5. Wie sich jeder denken kann, versehen wir jetzt die letze Zeile mit einem Kommentarzeichen:
    #geht nicht bei mir: options snd-hda-intel power_save=10 power_save_controller=N
  6. Nach dem nächsten Neustart sollte der Knacksing-Koala etwas mehr Karmic sein.

Was wird in 6 Monaten passieren?

In einem halben Jahr wird es Ubuntu 10.04 geben. Will man dann ein Update machen wird der Update-Manager erkennen das eine "Config Datei" geändert wurde. Glücklicherweise hat Ubuntu etwas von Debian geerbt, es überschreibt nicht ungefragt geänderte Einstellungen. Es bietet einen jedoch ein paar Optionen an. Ich würde sagen das man in diesem Fall mal die neue Datei des Maintainers installieren kann, von der eigenen (geänderten) alsa-base.conf wird dabei eine Kopie angelegt.

Wir können ja dann überprüfen ob man unsere Soundkarte anständiges Verhalten beibringen konnte. Wenn nicht wissen wir dann schon, wie man "Powersave" deaktiviert.

Gilt das auch abseits von Ubunutu?

Bestimmt! Jeder der ein Mainboard von einem chinesischen Hersteller hat und die eingebaute "High Definition" Soundkarte verwendet kann betroffen sein. So "kleine" Änderungen scheinen in den Pressemeldungen der Distributoren meist nicht auf, schon Fedora 12, oder das neue OpenSuse könnten auch ihre Soundkarten schlafen legen, Debian ist dank seiner Verwandtschaft mit Ubuntu besonders gefährdet. Die passende Datei wird jedoch bei anderen Distributionen etwas anders heißen, der Pfad /etc/modprobe.d/ ist jedoch fast immer gleich.

Noch eine kleine Technische Anmerkung:

Wer die Zeilen oben etwas sorgfältig ließt könnte meinen das nur Intel Soundkarten betroffen sind. Die Vermutung ist falsch. In meinem Fall ist es z.B. eine Realtek Soundkarte die knackst (und gerne von Asus und MSI verbaut wird). Das Intel-HDA Zeug ist so etwas wie eine genormte Audio Schnittstelle, hinter dieser sitzt dann der eigentliche Chip der von unterschiedlichster Qualität sein kann, um genau zu sein ist Sie der Nachfolger von AC97, wer das Interessant findet möge bitte Wikipedia bemühen.


Kommentare
MacBook Pro knackt auch
Erwin (unangemeldet), Montag, 09. November 2009 13:48:13
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Hi,

hab mich schon gewundert warum die Lautsprecher meines MacBooks seit dem Update auf 9.10 ab und zu knacken. Ist aber zum Glück nicht so laut und stört meistens nicht wirklich.

Interessant zu wissen wäre, wie viel Strom sich durch abschalten der Soundkarte sparen lässt, und ob man bei Notebooks nach Deaktivierung der Stromsparfunktion mit spürbar kürzerer Akkulaufzeit rechnen muss.


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Re: MacBook Pro knackt auch
Christian Berg, Dienstag, 10. November 2009 18:30:06
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Hi!

Also die Soundkarten liegen im Milliwatt Bereich, sind also eigentlich sehr genügsam im Verbrauch. Bisher war die Soundkarte immer aktiv, jetzt wird sie eben nach 10 Sek. inaktivität ausgeschaltet. Meines Wissens nach macht das selbst Windows nicht.

Ein Macbook mit Ubuntu 9.10 wo diese Selbstabschaltung deaktiviert wird, kann also nicht kürzer laufen als ein älteres Ubuntu welches das auch nie gemacht hat.

Da die Soundkarte weit weniger verbraucht als die WLAN Karte, die USB Anschlüsse, oder der Monitor wir man auch nicht mehr als 2-3 Minuten längere Akkuleistung mit dieser Funktion erzielen können.

Tip: Im Akkumodus immer die WLAN Karte ausschalten.


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