Hilfreiche (weniger bekannte) Tastenkürzel für die Bash

Tastenkürzel auf der Bash
Tastenkürzel auf der Bash
04.06.2013 11:46

Wer mit der Bash arbeitet, kennt wahrscheinlich die üblichen Tastenkürzel: Die Pfeiltasten navigieren durch die bislang abgesetzten Befehle (History) und mit [Tab] vervollständigt die Shell automatisch einen angefangenen Befehl – aus soff und [Tab] macht die Bash beispielsweise soffice. Darüber hinaus gelten die üblichen Tasten, wie man sie aus einer Textverarbeitung her kennt: [Pos1] springt zum Zeilenanfang, [End] zum Zeilenende und so weiter.

Textkorrekturen

Die Bash bietet aber noch Unmengen weiterer Tastenkürzel, die insbesondere Gelegenheitsnutzern weniger bekannt sind und die das Arbeitsleben ungemein erleichtern. So löscht [Strg]+[k] alle Zeichen bis zum Ende der Zeile, [Strg]+[u] analog alle bis zum Anfang.

[Strg]+[t] beseitigt Buchstabendreher, aus sl wird etwa ls. Damit das funktioniert, muss die Eingabemarke direkt hinter den beiden Buchstaben stehen, im Beispiel also direkt hinter dem sl. Zwei Wörter lassen sich mit dem Tastenkürzel [Alt]+[t] vertauschen, aus welt hallo macht die Bash dann hallo welt. Auch hier muss die Eingabemarke hinter dem zweiten Wort stehen, im Beispiel also hinter hallo. Beim Wörtertausch ist allerdings Vorsicht geboten: In scp text.txt -r kann man den Parameter mit den Tastenkürzel nicht vorziehen, aus dem Befehl macht [Alt]+[t] aufgrund des Punktes macht das Hackfleisch: scp test.r -txt.

Bei langen Dateinamen äußerst hilfreich ist [Esc] gefolgt von [b] (die Tasten nacheinander drücken). Diese Tastenfolge springt ein Wort in der Zeile zurück. Analog hangelt man sich mit [Esc] gefolgt von [f] ein Wort nach rechts. [Strg]+[w] löscht das Wort links von der Eingabemarke, [Strg]+[u] das danach. Diese beiden zuletzt genannten Tastenkürzel schneiden das Wort tatsächlich aus, per [Strg]+[y] fügt man es wieder an der aktuellen Position ein.

Historisches

Beim Kramen in der History hilft [Strg]+[r]. Nachdem man dieses Tastenkürzel gedrückt hat, tippt man „blind“ einen Begriff ein, wie etwa scp. Diesen sucht die Bash dann in der History und liefert dann zuletzt eingetippten Befehl, in dem dieser Begriff vorkam. Ist der passende Befehl gefunden, ruft man ihn direkt mit der Eingabetaste auf.

Hier liefert die Bash den letzten Befehl, der mit goog anfängt.

Aus die Maus

Anstelle mühsam clear einzutippen, reicht schon ein [Strg]+[l]. Neben dem bekannten [Strg]+[c], welche das aufgerufene Programm mit einer SIGTERM-Nachricht um das Beenden bittet, gibt es noch [Strg]+[\] (auf deutschen Tastaturen also [Strg]+[AltGr]+[ß]), das den Prozess direkt abwürgt. Alternativ hält [Strg]+[z] einen Prozess an, durch die Eingabe von fg lässt er sich wieder fortsetzen.

[Strg]+[s] pausiert die Ausgabe des gerade laufenden Programms. Das ist etwa bei langen configure-Ausgaben nützlich. Der betroffene Prozess blockiert dann allerdings, sobald er auf die Standardausgabe schreiben möchte. [Strg]+[q] hebt die Blockade wieder auf.


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