GRUB2 in openSUSE 12.1 aktivieren

GRUB2 im Bootmenü des alten GRUB
GRUB2 im Bootmenü des alten GRUB
16.04.2012 11:32

Standardmäßig verwendet openSUSE 12.1 noch den alten Bootmanager GRUB Legacy (alias GRUB 0.97). Wer auf den Nachfolger GRUB2 umsteigen möchte, braucht dafür nur den Paketmanager und drei Kommandozeilenbefehle.

Die sind jedoch nicht ganz ungefährlich. Nur eine kleine Unachtsamkeit beziehungsweise ein Tippfehler reichen aus und schon startet das System nicht mehr.

Man sollte daher nur dann auf GRUB2 umsteigen, wenn dies wirklich notwendig ist. Darüber hinaus sollte man sich eine LiveCD bereitlegen, von der man dann den Bootmanager im Notfall wiederherstellen kann. Wer sich das nicht zutraut, sollte beim alten GRUB bleiben.

Hat man sich für einen Umstieg entschieden, öffnet man ein Terminalfenster, meldet sich als Benutzer root an:

su root

und installiert GRUB2:

zypper in grub2

Anschließend muss man noch eine erste Grundkonfiguration erstellen lassen:

grub2-mkconfig --output=/boot/grub2/grub.conf

Wichtig ist hier, dass man das Unterverzeichnis /boot/grub2 und nicht /boot/grub verwendet.

Mit diesen Befehlen aktiviert man GRUB2.

Jetzt startet man das System einmal neu. Dabei landet man zunächst noch beim alten GRUB Legacy. Ihm hat openSUSE jedoch einen weiteren Menüpunkt spendiert, über den man zum neuen GRUB2 gelangt. Dieser sollte jetzt alle notwendigen Menüeinträge besitzen, die wiederum ordnungsgemäß die jeweiligen Betriebssysteme starten. Andernfalls muss man mithilfe der GRUB2-Anleitung eigenhändig die Menüpunkte geradebiegen (http://www.gnu.org/software/grub/manual/).

Funktioniert alles, startet man wieder zu openSUSE 12.1 durch und überschreibt den alten GRUB2 Legacy mit dem neuen GRUB2. Das erledigen:

su root
grub2-install /dev/sda

/sda ersetzt man dabei gegen den Gerätenamen beziehungsweise die Partition, auf der bislang GRUB Legacy lag. Achtung: Hat man diesen Befehl abgesetzt, gibt es kein Zurück mehr. Sollte sich nach einem Neustart GRUB2 nicht melden oder stehen bleiben, muss man die zu Beginn angesprochene LiveCD zücken und mit ihr den Bootmanager wieder reparieren.

Darüber hinaus muss man ab sofort nach jedem Kernel-Update manuell den Befehl

grub2-mkconfig --output=/boot/grub2/grub.conf

anwerfen – und zwar tunlichst bevor man das System neu startet. Schon alleine aus diesem Grund sollte man sich an die Umstellung nur dann wagen, wenn man genau weiß, was man tut.

GRUB Legacy bleibt übrigens mit seiner alten Konfiguration weiterhin auf der Festplatte liegen, die bekannten Reparaturoptionen funktionieren folglich weiterhin; es lässt sich folglich mit ihnen der alte Stand wieder herstellen.

Standardmäßig verwendet openSUSE 12.1 noch den alten Bootmanager GRUB Legacy (alias GRUB 0.97). Wer auf den Nachfolger GRUB2 umsteigen möchte, braucht dafür nur den Paketmanager und drei Kommandozeilenbefehle.


Kommentare
Warum sollte man das tun?
Axel Konrad, Montag, 16. April 2012 18:53:03
Ein/Ausklappen

Was macht es für einen Sinn die menu.lst in ein Skript verpacken zu müssen damit Grub2 genau das macht, was Grub Legacy so zuverlässig kann.
Besonders wer man kein IT-Profi ist, freut sich über die vergleichsweise einfache Konfiguration von Grub Legacy mittels der Textdatei menu.lst.

Ich persönlich hoffe, dass openSUSE noch lange an Grub Legacy festhält.

Gruß von der Eis - scholle2


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Re: Warum sollte man das tun?
Tim Schürmann, Montag, 16. April 2012 19:34:10
Ein/Ausklappen

GRUB2 hat einige neue Funktionen gegenüber dem alten GRUB. Eine Liste der Neuerungen findet sich hier:

http://www.gnu.org/software....html#Changes-from-GRUB-Legacy

und hier:

https://help.ubuntu.com/community/Grub2#Improvements

openSUSE wird sehr wahrscheinlich schon mit der nächsten Version 12.2 den neuen GRUB2 als Standard einsetzen.


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