Deutsches Live-System von Linux Mint erstellen
Die Installationsmedien von Linux Mint starten grundsätzlich nur ein englischsprachiges Live-System, einschließlich einer englischen Tastaturbelegung. Eine komplett eingedeutschte Variante kann man sich aber Ruck-Zuck selbst erstellen.
Dazu benötigt man ein installiertes Linux-Mint-System, die ISO-Datei der gewünschten Linux-Mint-Edition, eine bestehende Internetverbindung sowie noch reichlich freien Speicherplatz im /tmp-Verzeichnis. Als Nächstes öffnet man ein Terminal-Fenster und installiert das Kommandozeilenwerkzeug iso-localize:
sudo apt update sudo apt install iso-localize
Genau eben jenes Werkzeug setzt man jetzt auf die ISO-Datei an:
sudo iso-localize Downloads/linuxmint-14.1-cinnamon-dvd-32bit.iso
Es listet jetzt alle Sprachen auf, die das Live-System später sprechen kann. Das Kürzel der gewünschten Sprache tippt man ein, im Fall von Deutsch de. Da es Deutsch in verschiedenen Varianten gibt, fragt iso-localize jetzt noch einmal genauer nach: Sofern es österreichisches Deutsch sein soll, tippt man de_AT ein, bei „normalem“ Deutsch entsprechend de_DE.
iso-localize entpackt jetzt die komplette ISO-Datei im temporären Verzeichnis /tmp. Anschließend muss man den Titel des Bootmenüs, sowie die Beschriftungen der Einträge übersetzen. Hier darf man auf keinen Fall einfach immer nur die Eingabetaste drücken, da ansonsten später im Bootmenü nur leere Zeilen auftauchen. Man ist also gezwungen, selbst entsprechende Texte einzutippen.
Als Nächstes wandern die Sprachpakete über das Internet. Danach möchte iso-localize die Zeitzone wissen. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz tippt man bei der ersten Frage die 8 ein, danach die Hauptstadt des Landes – im Fall von Deutschland also die 6 für Berlin.
Jetzt impft iso-localize der entpackten ISO-Datei die Sprachdateien ein, rückt die entsprechenden Einstellungen gerade und erstellt eine neue ISO-Datei. Das alles kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Die schließlich übersetzte ISO-Datei trägt in ihrem Dateinamen das Sprachkürzel, im Beispiel würde das Ergebnis linuxmint-14.1-cinnamon-dvd-32bit-de.iso heißen.
Ein so eingedeutschtes Installationsmedium darf man übrigens selbst unter der Bezeichnung Linux Mint weiterverteilen, dies erlaubt das Linux-Mint-Projekt ausdrücklich.




