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Das System per S-Abf nach einem Absturz reanimieren

Das System per S-Abf nach einem Absturz reanimieren

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Schon seit Urzeiten kennt Linux ein paar Tastenkombinationen, die das System nach einem Programmabsturz doch noch wiederbeleben und so den Griff zum Reset-Schalter ersparen.

Die bekannteste Tastenkombination dürfte [Alt]+[S-Abf]+[k] sein, mit der man ein hängen gebliebenes X-Window-System abwürgt. Die Taste [S-Abf] liegt übrigens auf der [Druck]-Taste, im Englischen ist sie mit [SysRq] beschriftet.

Tatsächlich beendet die Kombination [Alt]+[S-Abf]+[k] alle Programme auf der aktuellen (virtuellen) Konsole, der X-Server ist nur zufällig mit dabei. Wer nicht so weit gehen möchte, versucht zunächst, mit [Alt]+[S-Abf]+[r] die Kontrolle über die Tastatur zurück zu erlangen. Anschließend sollte man via [Strg]+[Alt] und einer der F-Tasten auf eine Konsole wechseln und dort gezielt das hängende Programm abschießen können.

Hilft das nicht, bittet [Alt]+[S-Abf]+[e] alle Prozesse außer init sich zu beenden (es sendet ihnen das SIGTERM-Signal). Die nächste Stufe läutet [Alt]+[S-Abf]+[i] ein, das die Prozesse einfach abschießt. Vor einem Neustart sollte man noch per [Alt]+[S-Abf]+[s] den Cache auf die Festplatte schreiben lassen. [Alt]+[S-Abf]+[u] hängt alle Datenträger sicher aus und mountet sie nur lesbar, anschließend startet [Alt]+[S-Abf]+[b] den Computer neu.

Diese typische Abfolge kann man sich in dem Akronym reisub merken, als englische Eselsbrücke hilft der Spruch „Raising Elephants Is So Utterly Boring“.

Nur wenn bei diesem Befehl eine 1 erscheint, sind alle Sysrq-Funktionen aktiv.

Die Kombination [Alt]+[S-Abf] fängt der Linux-Kernel selbst ab. Und zwar auch dann, wenn der Rest des Systems stillsteht. Lediglich wenn der Kernel mit einer Kernel-Panik innehält, ist ein Griff zum Reset-Schalter am Rechner notwendig. Allerdings muss der Kernel auch die Unterstützung für die Taste [S-Abf] mitbringen. Ob das der Fall ist, kann man mit:

cat /proc/sys/kernel/sysrq

herausfinden. Das Ergebnis sollte eine Zahl größer oder gleich 1 sein. Andernfalls aktiviert man die Unterstützung, indem man als Benutzer root per

echo "1" > /proc/sys/kernel/sysrq

aufruft.

Der Kernel kennt noch viele weitere Tastenkombinationen mit [S-Abf], so fährt beispielsweise [Alt]+[S-Abf]+[o] den Computer herunter. Die sind allerdings nur alle aktiv, wenn

cat /proc/sys/kernel/sysrq

eine 1 ausgibt. Bei einer größeren Zahl hat der Distributor einige Funktionen abgeschaltet. Alle Funktionen aktiviert man als Benutzer root über das schon bekannte:

echo "1" > /proc/sys/kernel/sysrq

Eine Liste mit allen Tastenkombinationen und ihrer Wirkung liefert die Kernel-Dokumentation.

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